Vierschanzentournee: Eisenbichler muss jetzt einen raushauen

Vierschanzentournee: Eisenbichler muss jetzt einen raushauen

Alle deutschen Skisprungfans hoffen bis zum Schluss auf einen packenden Zweikampf um den Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee zwischen dem Japaner Ryoyu Kobayashi und Markus Eisenbichler. Der Deutsche musste jedoch nach seinem furiosen Auftakt einen Rückschlag hinnehmen.

Nach Absturz in der Quali – Eisenbichler hofft

Die Qualifikation in Innsbruck verlief für Markus Eisenbichler alles andere als nach Wunsch. Der Zweitplatzierte muss sich vor dem 3. Springen am Freitag mit Platz 32 zufriedengeben. Sein Konkurrent Kobayashi hingegen meisterte auch das 3. Qualifikationsspringen souverän und überzeugte ein Mal mehr mit seiner Absprungstärke am Schanzentisch, Dynamik im Übergang und Stabilität im Flug. Auch bei der Landung passieren ihm keine Fehler. Er hat damit seine Favoritenrolle auf den ersten Sieg eines Japaners bei der Tour untermauert – Quote 1.20.

Doch Eisenbichler weiß, wie man weit nach vorne springt. Schon in Oberstdorf landete er nach der Quali nur auf Rang 30 und machte am Ende einen Riesensatz auf Platz 2. Auch das Wetter könnte am Freitag am Bergisel eine wichtige Rolle für den gebürtigen Siegsdorfer spielen. Vorhergesagt ist für den Nachmittag eine Schneefront. Durch seine schlechte Quali-Platzierung könnte Eisenbichler möglicherweise noch vor dem schlechten Wetter an der Reihe sein. Ob die Verhältnisse für Kobayashi dann später tatsächlich schlechter sind, wird der Verlauf zeigen. Aus rein sportlicher Sicht hoffen Springer und Fans aber natürlich auf einen fairen Wettkampf. Eisenbichler gewinnt die Tournee – Quote 5.50.

Kobayashi will Geschichte schreiben

Mit dem Selbstvertrauen von 2 Siegen will der Japaner nun auch den Tourneesieg. Von 22 Springern, die in der Historie der Tour die ersten beiden Springen gewannen, siegten am Ende 17 tatsächlich auch im Endklassement. Und mit einem Auge wird Kobayashi natürlich auch auf den legendären 4-fach-Triumph schielen, den bisher nur Sven Hannawald 2002 und im Vorjahr der Pole Kamil Stoch bei insgesamt 66. Ausgaben (Alle Wetten zur Vierschanzentournee) der 4 Springen schafften.

Es gibt nur 2 Möglichkeiten

Die Konstellation nach der Hälfte der Springen und der Innsbruck-Quali lässt eigentlich nur einen Schluss zu. Entweder kann sich Favorit Kobayashi entscheidend in Innsbruck absetzen und einen komfortablen Vorsprung herausspringen, oder Markus Eisenbichler haut nochmal einen ordentlichen Satz raus, so wie es auch Bundestrainer Werner Schuster vorschwebt. „Ich gehe nicht davon aus, dass sich Kobayashi in Innsbruck weit absetzen wird. Markus mag Innsbruck. Er hat Chancen, ihn weiterhin zu fordern“, sagte Schuster. Andernfalls ist der 2. Tournee-Sieg eines Japaners nach Kazuyoshi Funaki 1998 nur noch Formsache.

Markus Eisenbichler
Am liebsten würden die deutschen Fans Markus Eisenbichler wieder in kämpferischer Pose sehen.
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