Vierschanzentournee 2022/23: Geiger-Versagen hat Gründe
Vierschanzentournee 2022/23: Geiger-Versagen hat Gründe

Vierschanzentournee 2022/23: Geiger-Versagen hat Gründe

Karl Geiger war der große Hoffnungsträger des DSV für die Vierschanzentournee 2022/23. Der Oberstdorfer sollte erstmals seit Sven Hannawald 2002 für die deutschen Adler den Gesamtsieg holen. Doch bereits nach 2 Springen war der Traum ausgeträumt. Für das 3. Springen in Innsbruck gelang dem 29-Jährigen nicht einmal die Qualifikation. Es gibt Gründe, warum die DSV-Adler aktuell nicht in der Weltspitze vertreten sind.

„Es war ein guter Start für uns.“ So lautete das Fazit von DSV-Trainer Stefan Horngacher nach der Qualifikation für das Auftaktspringen der Vierschanzentournee 2022/23 in Oberstdorf am 28. Dezember. Nur 6 Tage später hatte sich der Gemütszustand des Österreichers komplett geändert. Sprachlos nahm der Bundestrainer der deutschen Skisprung-Nationalmannschaft die Nicht-Qualifikation von Karl Geiger für das 3. Springen hin. Obwohl mit Innsbruck und Bischofshofen noch 2 Wettbewerbe absolviert werden müssen, steht fest, dass es erneut keinen deutschen Gesamtsieger geben wird.

„Es war von Anfang an klar, dass wir hier nicht unbedingt um den Sieg mitspringen“, sagte Horngacher nach dem Tournee-Stopp in Garmisch-Partenkirchen. Bereits nach dem 2. Springen war absehbar, dass die deutsche Durststrecke auf der Vierschanzentournee nicht enden wird. Seit dem Triumph von Sven Hannawald vor 21 Jahren warten die DSV-Adler auf einen Gesamtsieg im prestigeträchtigen Springen. Obwohl die deutschen Athleten im Vorfeld nicht zu den großen Favoriten zählten, hofften viele Fans auf eine Überraschung. Doch aktuell besitzt kein DSV-Springer die Qualität für den großen Coup.

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Die Leichtigkeit, das Selbstverständnis – all das, was im Skispringen so wichtig ist, fehlt derzeit allen DSV-Adlern. Ex-Springer Martin Schmitt nannte in einem Interview mit der Sport Bild technische Gründe, warum der deutsche Skisprung momentan nicht zur Weltspitze zählt: „Der deutsche Sprung ist sehr absprungorientiert und basiert auf einem hohen Vertikaldruck am Schanzentisch. Was fehlt, sind Geschwindigkeit und Flugqualität.“ Ganz anders bewertet der Olympiasieger von 2002 die Norweger und die Polen – 2 Nationen, deren Springer den Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee 2022/23 ausmachen werden. „Auch Dawid Kubacki hat zusätzlich zu seiner Absprungstärke das Fliegen gelernt. Man muss das Flugbild korrigieren“, so der Ex-Athlet.

Laut Schmitt habe der DSV die Fehler aber „erkannt und behoben. Allerdings braucht es Zeit, bis sich die Ergebnisse zeigen“. Bis dahin müssen die deutschen Fans weiterhin auf einen DSV-Triumph bei der Vierschanzentournee warten. In den vergangenen Jahren gab es trotzdem einige deutsche Erfolge bei dem prestigeträchtigen Springen um den Jahreswechsel. Severin Freund (2015/16), Andreas Wellinger (2017/18), Markus Eisenbichler (2018/19) und Karl Geiger (2020/21) wurden Gesamtzweiter, Stephan Leyhe (2018/19) und Geiger (2019/20) landeten auf Platz 3. Trotz aller Enttäuschungen in diesem Jahr sind zukünftige deutsche Erfolge nicht ausgeschlosen. Vielleicht steht bei der nächsten Austragung des Wettbewerbs wieder ein DSV-Adler auf dem Treppchen …

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