Ski-Weltcup: Highlight des Jahres in Kitzbühel

Ski-Weltcup: Highlight des Jahres in Kitzbühel

Es ist angerichtet: Nach der Abfahrt in Wengen am vergangenen Wochenende steht mit dem Hahnenkammrennen das absolute Highlight im Ski-Weltcup der Männer an. Aus dem beschaulichen Kitzbühel wird für ein Wochenende (24. bis 26. Januar) ein Ort voller Jubel, Trubel, Heiterkeit. Die Augen der Fahrer richten sich jedoch voll und ganz auf eine der anspruchsvollsten Abfahrten der Welt.

Zur 80. Auflage des Rennens auf der Streif haben die Veranstalter das Preisgeld für den Sieger erstmalig auf 100 Tsd. € angehoben. Auch wenn dies allein ein großer Anreiz für jeden Athleten ist, geht es in Kitzbühel vor allem um einen Eintrag in die Geschichtsbücher. Denn die Sieger werden gefeiert wie Helden.

Doch zunächst einmal muss die 3,3 Kilometer lange Strecke bewältigt werden. Gestartet wird auf 1.165 Metern Höhe (Samstag, 11:30 Uhr), um nach 160 Metern die Mausefalle zu erreichen. Auf dem ersten Sprung (60 bis 80 Meter) folgt das „Karussell“, welches häufig über Sieg oder Niederlage entscheidet. Im anschließenden Steilhang kommt es auf die perfekte Technik an, um mit viel Geschwindigkeit in den Brückenschuss und das Gschöss zu gehen. Mit dem Seidlalmsprung ist die Hälfte der Strecke absolviert. Im 2. Teil gelangen die Fahrer über den Lärchenschuss zum Sprung über die Hausbergkante. In der folgenden Traverse werden Geschwindigkeiten von bis zu 110 km/h erreicht. Diese gilt es zu nutzen, um über den Zielsprung mit 150 km/h in eben jenes zu gelangen.

Zweiter Streich auf der Streif

Für die meisten Fahrer bleibt die Uhr nach weniger als 2 Minuten stehen. So auch bei Thomas Dreßen, der 2018 als letzter Deutscher nach 1:56,15 Minuten überraschend die Abfahrt gewinnen konnte. Nachdem der 26-Jährige im vergangenen Jahr aufgrund einer Knieverletzung seinen Titel nicht verteidigen konnte, geht er in diesem Jahr als Mitfavorit ins Rennen. Denn wer das Hahnenkammrennen bereits einmal gewinnen konnte, dem könnte dies auch ein 2. Mal gelingen. Quote 6.00.

Kitzbühel ohne Paris

Topfavorit Dominik Paris (Italien) kann dagegen seinen Erfolg aus dem vergangenen Jahr nicht wiederholen. Beim Laubhornrennen (Wengen) zeigte der Super-G-Weltmeister noch eine Topleistung, als er hinter Beat Feuz (Schweiz) Platz 2 belegte. Jedoch zog sich Paris am Dienstag nach einem schweren Trainingsunfall einen Kreuzbandriss zu und musste die Saison vorzeitig beenden. Somit wartet der Italiener weiterhin auf seinen 4. Titel nach 2013, 2017 und 2019.

Beat Feuz konnte in diesem Jahr schon 2 Abfahrtsrennen für sich entscheiden und steht mit 400 Punkten auf Platz 1 der Disziplinenwertung. Durch die Verletzung seines Kontrahenten (384 Punkte) scheint sein Triumph in der Abfahrtswertung ungefährdet. Doch ein Sieg in Kitzbühel könnte einer starken Saison die Krone aufsetzen. Der letzte Fahrer, der sowohl in Wengen als auch Kitzbühel gewinnen konnte, war ebenfalls ein Schweizer. Didier Défago sicherte sich 2009 an beiden Orten den Sieg, landete zum Ende der Saison jedoch nur auf Platz 3. Doch Feuz möchte am Ende des Winters erneut ganz oben stehen, um nach 2018 und 2019 zum 3. Mal in der Abfahrtswertung zu triumphieren. Ein Sieg auf der Streif ist wahrscheinlich der letzte Schritt auf dem Weg dorthin. Quote 2.75.

Kann Thomas Dreßen seinen Überraschungserfolg von 2018 wiederholen? 

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