Vierschanzentournee: Vierkampf nach Auftakt in Oberstdorf

Vierschanzentournee: Vierkampf nach Auftakt in Oberstdorf

Auch beim Auftakt der Vierschanzentournee bleibt der Weltcup-Führende Ryoyu Kobayashi das Maß aller Dinge. Doch der Japaner hat nach dem ersten Wettkampf gleich 3 Verfolger dicht im Nacken. Mit dabei: DSV-Adler Markus Eisenbichler, auf dem nun die deutschen Hoffnungen ruhen. Was der Ausgang des Springens in Oberstdorf für den Rest der Tournee bedeutet:

Nach dem ersten Durchgang sah alles nach einem weiteren Durchmarsch von Weltcup-Dominator Kobayashi aus. Der 2. Satz des Japaners offenbarte allerdings, dass auch dieser nicht unfehlbar ist. Zwar reichte es für den 22-Jährigen zum 5. Einzelerfolg im 8. Springen der Saison, das jedoch nur denkbar knapp. Mit nur 0,4 Punkten Rückstand flog der Deutsche Eisenbichler sensationell auf Rang 2. Eng gefolgt vom Österreicher Stefan Kraft und dem Norweger Andreas Stjernen. Nun bahnt sich ein spannender Vierkampf um dem Gesamtsieg an.

DSV-Bilanz: „Eisi“ hui – der Rest pfui

Ohne den starken Eisenbichler wäre der Tourneeauftakt auf der Schattenbergschanze aus DSV-Sicht in einem großen Desaster geendet. Dabei ist die Rampe in Oberstdorf eigentlich die Lieblingsschanze der Deutschen. Olympiasieger Andreas Wellinger und Severin Freund scheiterten bereits im 1. Versuch. Die übrigen Deutschen verpassten den Sprung unter die besten 10. So auch Lokalmatador und Geheimfavorit Karl Geiger (Rang 12), der sich als 4. und damit bester DSV-Springer im Weltcup ein besseres Ergebnis erhoffte hatte.

Eisenbichler, der erstmals in diesem Skisprungwinter überhaupt aufs Podest sprang, mischt nun als einziger Deutscher ganz oben in der Gesamtwertung mit. Ob sich der Überraschungszweite auch weiterhin in der engen Spitzengruppe halten kann, darf mit Spannung erwartet werden. Die Hoffnungen, dass nach Sven Hannawald 2002 endlich wieder ein Deutscher die Tournee gewinnt, ruhen vor dem Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen allein auf dem 27-Jähringen. Er wäre nicht der Erste, dessen Stern erst während der Vierschanzentournee ganz aufgeht.

Kamil Stoch entzaubert

Dass man die Tournee nicht bereits in Oberstdorf gewinnen kann, ist bekannt. Man kann sie aber bereits auf der Schattenbergschanze verlieren. Für Kamil Stoch, den Gesamtsieger der letzten beiden Auflagen, ist der 3. Erfolg jedenfalls in weite Ferne gerückt. Der Pole, der die letzten 5 Wettbewerbe des Skisprung-Spektakels allesamt gewinnen konnte, landete nur auf dem 8. Rang.

Der Gejagte dieser Vierschanzentournee ist damit ein anderer: Kobayashi, der Überflieger des Winters. Dessen 3 Verfolger spielten bislang im Weltcup kaum eine Rolle. Wie Eisenbichler gelang auch Kraft und Stjernen in diesem Winter noch keine Platzierung auf dem Podest. Dass die Außenseiterrolle kein Nachteil sein muss, zeigt der Blick auf die letzten 5 Jahre. Dabei findet sich nur ein einziger Gesamtsieger, der auch im Weltcup dominierte. Gute Vorzeichen für eine spannende Vierschanzentournee.

Gelingt dem DSV-Adler noch eine Überraschung?
Eisenbichler feierte Platz 2 wie einen Sieg.
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