Vierschanzentournee: Geiger ist reif für den Goldenen Adler

Vierschanzentournee: Geiger ist reif für den Goldenen Adler

20 Jahre ist es her, dass mit Sven Hannawald letztmals ein deutscher Skispringer den Goldenen Adler in Empfang nahm – eine gefühlte Ewigkeit. Am 29. Dezember startet die DSV-Delegation einen erneuten Anlauf, die Durststrecke zu beenden. Allen voran Karl Geiger, der sich nicht nur nach den Ergebnissen der vergangenen Vierschanzentournee Hoffnung auf den Gesamtsieg machen darf. Dafür muss sich der 28-Jährige allen voran gegen Ryoyu Kobayashi beweisen.

Weltmeister im Skifliegen 2020, Weltmeister mit der Mannschaft sowie im Mixed-Wettbewerb 2019. Dazu 11 Weltcup-Siege im Einzel. Die Ausbeute von Karl Geiger lässt wenig zu wünschen übrig. Nur der ganz große Wurf bei der Vierschanzentournee (alle Skispringen Wetten) fehlt noch in der Vita des 28-Jährigen. Wobei hier die Betonung ganz klar auf „noch“ liegt. Denn nach dem 3. Platz 2019/20 und Platz 2 im Vorjahr ist der Gesamtsieg bei der 70. Auflage nur die logische Steigerung. Das erklärt auch, warum sich Geiger am Tag vor dem Start der Tournee ungewohnt forsch gibt: „Der Tourneesieg ist schon lange auf der Agenda vom Team und mir. Irgendeiner von uns sollte das Ding jetzt auch endlich mal holen.“

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Dass mit „Irgendeiner“ er selbst gemeint ist, ergibt sich natürlich von selbst. Wer sonst könnte aus dem deutschen Lager die Favoritenrolle einnehmen? Womöglich noch Markus Eisenbichler, der in den vergangenen beiden Jahren – bei nur einem Springen landete der 30-Jährige in den Top 5 – aber nicht mehr an seinen 2. Platz aus der Saison 2018/19 anknüpfen konnte. Für Geiger ist auf der Heimschanze in Oberstdorf der Sieg fest eingeplant. Übersteht der 28-Jährige auch das Springen in Innsbruck, wo er in den vergangenen 2 Jahren mit den Plätzen 8 und 16 den Tourneesieg herschenkte, hat er den Goldenen Adler fest im Visier.

Japanischer Überflieger größter Widersacher

Diesen riss sein größter Widersacher, Ryoyu Kobayashi, bereits 2019 an sich. Der Japaner gewann die Tournee mit Siegen in allen vier Springen – ein Kunststück welches zuvor nur Sven Hannawald und Kamil Stoch gelang. Ob eine Wiederholung in diesem Jahr möglich ist? Wir sagen Ja. Der Edelflieger belegt im Gesamt-Weltcup zwar nur Platz 2 hinter Karl Geiger, doch das hat seine Gründe. Ein positiver Corona-Test verhinderte die Starts in Finnland und Polen. Zudem gelang auf der Schanze in Russland (Nischni Tagil) die Qualifikation nicht. Die 3 Saisonsiege (496 Punkte) bei nur 6 Starts sind dementsprechend umso höher anzurechnen.

Wir prognostizieren ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden Spitzenfliegern, was bereits das letzte Springen in Engelberg gezeigt hat. Auf der Groß-Titlis-Schanze gelang Geiger am Samstag der Tagessieg. Kobayashi setzte sich 24 Stunden später die Krone auf. Die Aussichten auf den Tourneesieg eines Außenseiters schließen wir angesichts der unglaublichen Konstanz des Duos fast aus.

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