French Open-Finale: Nadals letzter Schritt zu seiner Decima

French Open-Finale: Nadals letzter Schritt zu seiner Decima

Rafael Nadal steht in seinem 10. French Open-Finale in Paris. Selbstverständlich will er sich dort auch zum 10. Mal den Titel holen und damit seine ganz persönliche „La Decima“ feiern. Sein Gegner Stan Wawrinka will ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung machen, schließlich war der Schweizer bei jedem seiner bisher 3 Grand Slam-Triumphe ebenfalls Außenseiter.

Fast alles spricht im Finale am Sonntag am Bois de Boulogne für den besten Sandplatzspieler aller Zeiten. Keiner seiner bisherigen 6 Kontrahenten konnte den 31-jährigen Nadal auch nur annähernd in Gefahr bringen. Selbst Dominic Thiem, in diesem Jahr zweitbester Sandplatzakteur, bot dem Malloquiner im Halbfinale nicht annähernd die Stirn.

Triumph ohne Satzverlust?

16 Sätze hat Nadal bei Roland Garros in diesem Jahr gespielt. Im Viertelfinale profitierte er von der Aufgabe seines Landsmannes Pablo Carreno Busta im 2. Satz. Zwar hat Wawrinka insgesamt nur 4 Sätze mehr gespielt – nur gegen Murray gewann er nicht in 3 Sätzen – dennoch ist die Art und Weise wie der Malloquiner diese Durchgänge bestritten hat, angsteinflößend. Zahlen gefällig: 6:1, 6:4, 6:1, 6:1, 6:4, 6:3, 6:0, 6:1, 6:0, 6:1, 6:2, 6:2, 6:2, 6:3, 6:4, 6:0. Kein einziger Durchgang ging dabei über ein 5:5 in die Verlängerung und so ganz nebenbei kann der „König von Paris“ nach 2008 und 2010 zum 3. Mal in Paris ohne Satzverlust triumphieren – Quote 1.95.

Was extrem auffällt, wenn man sich die bisherigen 18 Duelle (15:3 für Nadal) der beiden ansieht: Nur in einem einzigen Spiel (Australian Open-Finale 2014) konnten beide Spieler je einen Satz gewinnen. Alle anderen Partien endeten mit 2:0-Sätzen (15 Mal) bzw. 3:0-Sätzen (2 Mal). Man ist geneigt vorherzusagen, dass der Spanier auch am Sonntag keinen Satz abgibt.

Kleine Fünkchen Hoffnung

Viel Hoffnung bleibt da für den Schweizer nicht mehr übrig. Trotzdem gibt es etwas, an das er sich klammern könnte. Nach den Australian Open 2014 kommt es nun zum 2. Mal in einem Grand Slam-Finale zum Aufeinandertreffen des Spaniers gegen den Schweizer. Gingen bis dato alle 12 vorherigen Matches an Nadal, fuhr Wawrinka in Melbourne seinen ersten Mayor-Titel und seinen ersten Sieg gegen Nadal ein. Seither ist die Bilanz ausgeglichen – 3:3. Auch auf Sand (in Rom 2015) konnte „Stan the Man“ den 14-maligen Grand Slam-Champion schon besiegen. Damit ist er nur einer von derzeit noch 11 aktiven Profis, die das geschafft haben.

3 Mal stand Wawrinka bisher in einem Grand Slam-Finale. Seine Sieg-Quote: 100%. Bei den Australian Open 2014 (gegen Nadal), den French Open 2015 (gegen Djokovic) und bei den US Open 2016 (gegen Djokovic) ging er jeweils als Underdog ins Spiel. Er siegte vor allem wegen seiner Nervenstärke. Auch dieses Mal ist er der krasse Außenseiter. Nadal hat sämtliche Rekorde vor Augen und den Druck auf seiner Seite.

2015 gewann Stan Wawrinka unterm Eifelturm
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