Tennis: Alle bisherigen Olympia-Medaillengewinner und die Favoriten 2016

Tennis: Alle bisherigen Olympia-Medaillengewinner und die Favoriten 2016

Seit 1988 ist Tennis wieder voll olympisch unter den Ringen vertreten. Zwar muss das Turnier in diesem Jahr einige hochkarätige Absagen verkraften, dennoch werden sich die Spieler in insgesamt 5 Konkurrenzen heiße Duelle um die 3 begehrten Medaillen liefern. Vom 6. bis zum 14. August werden im Olympic Tennis Center von Rio die Spiele ausgetragen. Am 12., 13. und 14. August finden die Finals statt. Die meisten Augen werden dabei natürlich auf Novak Djokovic und die Williams-Schwestern gerichtet sein. Sie haben in gleich mehreren Wettbewerben die Chancen auf Edelmetall.

„Als Individualisten haben wir nicht so oft die Chance, für ein Team oder ein Land zu spielen. Es war schon etwas Besonderes für mich, in Peking und London dabei zu sein. Dieses Turnier kommt nur alle vier Jahre. Es ist eine Ehre, mit den besten Sportlern der Welt zusammen zu sein.“

Mit diesen Aussagen lässt Novak Djokovic keinen Zweifel, dass er nach Bronze 2008 und dem undankbaren 4. Platz 2012 jetzt endlich Gold holen will. Und das, obwohl es, anders als von 2004-2012 keine Weltranglisten Punkte zu gewinnen gibt. Selbst im Doppel tritt er an – mit dem Routinier Nenad Zimonjic, einem der besten Doppelspieler der Welt.

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Dabei hat sich in der Vergangenheit bei den Herren gezeigt, dass nicht unbedingt die besten der Weltrangliste ganz oben stehen. Nur 4 von 7 Siegern standen in den Top 10. Ganz anders bei den Damen. Seit 1988 ging jede Goldmedaille an eine Spielerin aus den Top 10. Deutlich zeigt sich der Unterschied in der durchschnittlichen Ranglistenposition der Gold-Akteure (Herren 12; Damen 5).

Gibt es deutsche Medaillenchancen?

Mit den Absagen der Top 10-Spielerinnen Simona Halep (Zika-Virus) und Viktoria Azarenka (Schwangerschaft) steigen die Chancen von Angelique Kerber auf Edelmetall. Die Weltranglistenzweite ist aus deutscher Sicht erste Anwärterin auf den höchsten Platz auf dem Podest. Bis 2004 holte immer mindestens ein DTB-Profi bei olympischen Spielen eine Medaille. Zusammen mit Russland ist Deutschland die zweiterfolgreichste Nation im Tennis bei Olympia.

Außenseiterchancen haben außerdem Alexander Zverev und Philipp Kohlschreiber bei den Herren sowie Andrea Petkovic und Laura Siegemund bei den Damen. Im Doppel hingegen kann alles passieren. Das zeigten schon die die Kombinationen Becker/Stich (Gold 1992), Goellner/Prinosil (Bronze 1996) und Kiefer/Schüttler (Silber 2004). Nach 2012 wird auch zum 2. Mal der Mixed-Wettbewerb ausgetragen. Die Doppelspezialisten Anna-Lena Grönefeld und Philipp Petzschner scheinen hierfür prädestiniert.

Die USA als Medaillenhamster

In sage und schreibe 13 von 29 Entscheidungen gingen die USA als Sieger vom Platz. 10 Mal (bei 14 Entscheidungen) waren dabei die Damen involviert. An dieser Tendenz wird sich nicht viel ändern. Lediglich im Herren-Doppel haben die Bryan-Brüder richtig gute Möglichkeiten, ganz oben aufs Treppchen zu steigen. Etwas mehr Glück wäre den Spaniern zu wünschen. In 8 Endspielen um Gold zogen sie 7 Mal den Kürzeren.

Williams-Schwestern auf historischer Mission

Serena und Venus Williams sind nicht nur die erfolgreichsten olympischen Athleten im weißen Sport, sie können ihre beeindruckende Serie fortsetzen und nach ihren Siegen im Doppel 2008 und 2012 in diesem Jahr mit dem Hattrick einen Rekord für die Ewigkeit aufstellen. Serena hat als Nummer 1 der Welt auch gute Chancen, ihren goldenen Coup im Einzel von vor 4 Jahren zu wiederholen. Sie wäre die Erste, der das überhaupt gelingt. Doch auch Andy Murray schielt nach seinem Heimsieg in London wieder Richtung Gold.

Den beiden Chilenen Nicolas Massu und Fernando Gonzalez gelang ebenfalls etwas bisher Einzigartiges. Massu holte mit seinem Partner 2004 im Doppel sowie auch im Einzel Gold. Gonzalez hingegen komplettierte in Peking 2008 seine Edelmetall-Sammlung durch die Silbermedaille im Einzel.

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