Stanley Cup: Pittsburgh und Kühnhackl steht langer Final-Krimi bevor

Stanley Cup: Pittsburgh und Kühnhackl steht langer Final-Krimi bevor

Die Pittsburgh Penguins komplettieren das Stanley Cup-Finale. An der Seite von Superstar Sidney Crosby greift der deutsche NHL-Profi Tom Kühnhackl ab Dienstag nach seinem 2. Titel. Nun wartet mit den Nashville Predators das diesjährige Überraschungsteam. Auch wenn der Titelverteidiger favorisiert ist: Einen Schnelldurchgang zur riesigen Silbertrophäe werden die Pens nicht hinlegen!

Es gibt 2 Worte mit erheblicher Bedeutung im amerikanischen Sport. 2 relativ einfache Wörter, die jeder imposanten Playoff-Serie die Krone aufsetzen: Game Seven! In dieser Konstellation war Pittsburgh im Conference Finale gegen die Ottawa Senators. Im entscheidenden Spiel in der Nacht von Donnerstag auf Freitag erlebten die Zuschauer dann einen denkwürdigen Overtime-Thriller.

Nach 86 Minuten traf Chris Kunitz auf Vorlage von Crosby zum 3:2 und hält damit den Traum der Pens am Leben. Die Titelverteidigung in dieser Weltklasseliga gleicht einer Art Mission Impossible. Im Finale gegen die Nashville Predators versucht das Team von Head Coach Mike Sullivan, das Kunststück der Detroit Red Wings aus den Jahren 1997/98 zu wiederholen.

Wenn der Favoritenschreck seine Zähne zeigt

Detroit und der Stanley Cup – da klingelt es bei einigen deutschen Eishockey-Fans. Mit der Franchise hatte Uwe Krupp – inzwischen Trainer bei den Eisbären Berlin in der DEL – zum 2. Mal die älteste Trophäe im nordamerikanischen Profisport geholt. Tom Kühnhackl würde also bei einem Titelgewinn (Quote: 1.70) mit der Kölner Eishockey-Legende gleichziehen. Für den 25-jährigen Stürmer geht es zunächst einmal darum, wieder den Anschluss an das Team zu finden. Verletzungsbedingt stand er seit dem Playoff-Viertelfinale nicht mehr aus dem Eis.

Geschichte geschrieben, hat Nashville bereits durch den erstmaligen Final-Einzug. Einen Stanley Cup kann die Franchise aus dem US-Bundesstaat Tennessee wie 4 andere NHL-Teams nicht vorweisen. Als Außenseiter in die Playoffs gestartet, warfen die Säbelzahntiger vom Cumberland River mit den Chicago Blackhawks per 4:0-Sweep und den Anaheim Ducks (4:2) 2 Finalanwärter raus. Bei einer Quote von 2.10 lässt sich nicht mehr vom klassischen Underdog sprechen.

7 Heimsiege und 126 Dezibel: Aus Nashville wird Smashville

Vor allem die imposante Heimserie mit 7 Siegen in 8 Partien flößt Titelverteidiger Pittsburgh gehörigen Respekt ein. Saisonübergreifend stehen sogar 10 Playoffsiege am Stück – das schaffte seit 20 Jahren kein Team mehr! 17.000 Fans verwandeln die Bridgestone Arena zur lautesten Halle der NHL. In Spiel 3 gegen Anaheim (2:1) wurde in „Smashville“ eine Lautstärke von rund 126 Dezibel gemessen. Zum Vergleich: Ein Düsenjäger kommt auf 130 bis 140!

„Keine Stadt in der NHL hat das, was Nashville hat“, ist Verteidiger P. K. Subban von der Atmosphäre überwältigt. Sidney Crosby, dem Puckzauberer in den Reihen der Penguins, setzen die Säbelzahntiger 2 Top-Verteidigungsreihen entgegen. Der Schweizer Roman Josi, Ryan Ellis, Mattias Ekholm sowie Subban trugen das Team durch eine nahezu perfekte Balance zwischen Defensive und Offensive ins Finale.

Alleine dieses Quartett bringt es in den Playoffs auf stolze 39 Scorerpunkte. So fiel der Ausfall von Ryan Johansen (3 Tore, 10 Vorlagen) schwer ins Gewicht, warf das Team in der Serie gegen Anaheim aus der Bahn. Der 24-Jährige verpasst auch die komplette Finalserie. Pittsburgh genießt den Vorteil, mit 2 Heimspielen in die Serie zu starten, muss aber für die Titelverteidigung einen langen Atem beweisen.

Das erste Heimspiel in der Finalserie haben die Nashville Predators am 4. Juni.
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