Stanley Cup-Finale: Champion Tampa Bay schlägt zurück

Stanley Cup-Finale: Champion Tampa Bay schlägt zurück

Aus 0:2 mach 4:2! Der amtierende NHL-Champion Tampa Bay Lightning ist Colorado Avalanche nach einem beeindruckenden Comeback ins Stanley Cup Finale gefolgt. Dort spricht vieles dafür, dass sich der deutsche Stürmer Nico Sturm an der Seite der Avs-Superstars Nathan MacKinnon und Gabriel Landeskog die älteste Trophäe im nordamerikanischen Profisport schnappt.

Die Warnungen der Wetter-Frösche und der Buchmacher sind eindeutig: Akute Lawinengefahr für die zweite Juni-Hälfte, sobald in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag die Finalserie in Colorado (alle Stanley Cup Finale-Wetten) startet. Ob ein Gegner, der immerhin die Erfahrung von 204 Einsätzen in der Finalserie aufs Eis bringt, sie aufhalten kann? Fraglich! Sinnbildlich dafür, wie die Avs ihre Gegner binnen Minuten überrollen können, steht ein 9:4-Erfolg gegen die Predators aus Nashville aus der Regular Season.

Vom Acht Minuten-Knockout der Predators ahnten die meisten Zuschauer auch nach dem 2:2-Ausgleich durch Joonas Donskoi im zweiten Drittel noch nichts. Dafür sorgten dann Ryan Graves, Matt Calvert, Andre Burakovsky sowie Matt Nieto und – tatsächlich auf die Sekunde genau 8 Minuten nach dem ersten Treffer – erneut Donskoi. Interessanter als die Aufzählung der weiteren Teams (2), die in diesem Jahrtausend diesen Tor-Rekord vollbracht haben, ist jedoch der Fakt, dass es sich beim Gegner um ein Team handelt, das auch nach April noch Eishockey spielt.

Russischer Hexer und die kompletteste Sturmreihe der NHL

Beim Wiedersehen mit den Predators in den NHL Playoffs holte der Stanley Cup-Sieger von 1996 (mit Uwe Krupp) und 2001 kurzerhand den Besen raus: 7:2, 2:1, 7:3, 5:3 – Sweep! Mit weiteren überzeugenden Serien (Gegner: St. Louis Blues, Edmonton Oilers) und lediglich zwei Niederlagen verdiente sich Colorado die Favoritenrolle im Stanley Cup-Finale – Titel-Quote 1.53! Und der NHL-Champion von der Westküste? Die Tampa Bay Lightning schlitterten mit einer 12:5-Bilanz zum dritten Mal seit 2020 ins Stanley Cup Finale.

2 Mal wackelten die Mannen von Meistermacher Jon Cooper. In der ersten Runde (4:3 gegen die Toronto Maple Lears) als auch beim Comeback gegen die New York Rangers (4:2 nach 0:2) waren es Steven Stamkos sowie der Hexer zwischen den Pfosten, Andrei Vasilevskiy, die das Team auf ihre Schultern nahmen. Kann der Russe seine Fang-Quote aus den Spielen drei bis sechs in den Eastern Conference Finals (95,5%) über eine gesamte Serie konservieren, steigen die Chancen auf eine Titelverteidigung (Quote 2.55).

Bei den Wetten auf den besten Torschütze im Stanley Cup Finale wird Stamkos sogar von mehreren Avs-Spielern abgehängt. Nathan McKinnon (Quote 7.50) und Valeri Nichushkin bilden zusammen mit dem flinken Schweden Gabriel Landeskog die vielleicht kompletteste Stumreihe der Liga. Ein Mikko Rantanen wäre wohl in jeder anderen Franchise in Reihe eins gesetzt. Einziger Haken aus deutscher Sicht: Für Nico Sturm bleibt nur eine Nebenrolle. Im Schnitt steht der Flügelstürmer in den Playoffs etwa neun Minuten auf dem Eis und könnte zum fünften deutschen Stanley Cup-Sieger werden.

Stanley Cup 2022: Der Verlauf der Serie

Game 1: Colorado Avalanche vs. Tampa Bay Lightning 4:3 OT

Gabriel Landeskog und Co. machten dort weiter, wo sie beim Sweep gegen die Edmonton Oilers aufgehört hatten: Mit einem Overtime-Thriller. „Im 2. Drittel sind wir mental eingebrochen, aber zurückgekommen“, erklärte Matchwinner Andre Burakovsky, der den einmal mehr glänzend aufgelegten Goalie Andrei Vasilevskiy in dessen 99. Playoff-Spiel überwinden und seinen dritter Treffer in den laufenden Post Season beisteuern konnte.

Gam 2 Colorado Avalanche vs. Tampa Bay Lightning 7:0

30:16 Torschüsse. Dass sich Game 2 zu einem eindeutigen Schützenfest entwickelte lag an Darcy Kuemper (1. Playoff-Shutout seit 2015) zwischen den Pfosten der Gastgeber. Seine Vorderleute ließen es derweil 7 Mal klingeln und verstärkten den Eindruck, wonach die Tempo-Vorteile in dieser Serie auf Seiten der Avalanche liegen.

Dienstag, 21. Juni: Tampa Bay Lightning vs. Colorado Avalanche 6:2

Erstmals seit geschlagenen 46 Jahren lag ein amtierender NHL-Champion in einer Final-Serie 0:2 hinten. Doch wer mit einem Sweep gerechnet hat, dem machte Tampa Bay einen Strich durch die Rechnung. Die Lightning gewannen Spiel 3 deutlich mit 6:2 und verkürzten den Rückstand in der Serie auf 1:2. Zwar ging Colorado erneut in Führung, im Anschluss daran übernahmen die Gastgeber das Kommando. 4 Tore im 2. Drittel sorgten für die Vorentscheidung. Für Tampa Bay trafen mit Anthony Cirelli, Ondrej Palat, Nicholas Paul, Steven Stamkos, Pat Maroon und Corey Perry 6 verschiedene Schützen, für die Avalanche markierte Gabriel Landeskog beide Treffer..

Donnerstag, 23. Juni: Tampa Bay Lightning vs. Colorado Avalanche

Für das 4. Spiel der Final-Serie sehen die bwin Bookies keinen Favoriten. Beide Teams bekommen vorab eine 3-Weg-Siegquote von 2.40 zugewiesen.

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