Fußballklubs im eSports - Ein Gamechanger

Fußballklubs im eSports – Ein Gamechanger

Für den Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 war es ein erfolgreiches Wochenende. Nicht nur, weil S04 in der Partie bei Spitzenreiter FC Bayern München (1:1) ein Remis erkämpfte und damit nach der enttäuschenden Leistung beim 0:1 gegen Eintracht Frankfurt eine gelungene Reaktion zeigte. Auch auf dem virtuellen Rasen präsentierte sich das Schalke 04 eSports-Team am Samstag in Topform. Genauer gesagt war es der 24-jährige Cihan Yasarlar, der unter der Flagge von S04 ein internationales Turnier im Videospiel FIFA 17 in Paris für sich entscheiden konnte.

Beim ersten von 6 regionalen Vorentscheidungsturnieren der „FIFA Ultimate Team Championship Series“ sicherte sich der aus Berlin stammende eSportler auf der PlayStation 4 ein Preisgeld von $ 20.000 und qualifizierte sich gleichzeitig für das Finale, das am 20. Mai in Berlin stattfindet. Dort gibt es für den Sieger $ 160.000. Insgesamt werden bei der Championship Series Preisgelder in Höhe von $ 1,3 Millionen ausgeschüttet.

Richtig gelesen! Yasarlar spielt professionell FIFA 17 für den FC Schalke 04. Der Deutsch-Türke ist mit seinem Team, das aus 3 weiteren Spielern und Team-Manager Joshua Begehr besteht, ständig auf internationalen Turnieren unterwegs und trainiert täglich, damit er mit der Konkurrenz mithalten kann. Begehr, früher selbst FIFA-Weltmeister, hatte kurz nach der Einigung mit den Vereinsverantwortlichen im Sommer von einem „Meilenstein“ in seinem Leben und einem „bedeutsamen Erfolg“ gesprochen. Und in der Tat: Der Einstieg von Fußballvereinen im eSport ist ein Gamechanger, der die Strukturen professionalisiert, dafür sorgt, dass das kompetitive FIFA-Spielen deutlich mehr Aufmerksamkeit erhält und so die Teilnehmerzahlen bei Wettbewerben in die Höhe schnellen.

Neue Zielgruppen im Fokus

Der FC Schalke ist längst nicht der einzige Fußballverein, der auf den eSports-Zug aufgesprungen ist und unter anderem mit einem eigenen FIFA-Team an den Start geht. Um nur die größten Klubs zu nennen: Auch Paris Saint Germain, der AS Monaco, Manchester City, West Ham United und aus Deutschland der VfL Wolfsburg haben FIFA-Spieler unter Vertrag, die Woche für Woche Bestleistungen abrufen, um den Verein in einer völlig neuen Welt mit einer riesigen – zum Teil neuen – Zielgruppe zu repräsentieren.

Dass sich so viele Fußballklubs mittlerweile mit dem Thema eSports auseinandersetzen und langfristig ein aktives Mitglied des riesigen Gaming-Marktes werden wollen, ist für erfolgreiche eSportler ein Geschenk. Die Medienpräsenz der FIFA-Profis ist so groß wie nie, die Preisgelder waren noch nie so hoch. Während der Sieger des FIFA Interactive World Cups – die offizielle FIFA-Weltmeisterschaft – im letzten Jahr noch $ 20.000 erhalten hatte, gibt es für den diesjährigen Gewinner $ 200.000!

Mit einer solchen Entwicklung hatte wirklich niemand gerechnet. Auch eSports-Experten und aktive Spieler konnten sich einen solchen Fortschritt in der Kürze der Zeit nur wünschen. Dem FIFA-eSport scheint eine rosige Zukunft bevorzustehen. Nicht auszuschließen, dass es mittelfristig einen Vereinswettbewerb parallel zur Fußball-Bundesliga oder der Champions League gibt, in denen sich die größten Klubs der Welt nicht auf dem echten, sondern auf dem virtuellen Rasen vor tausenden von Zuschauern miteinander messen.

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