Nick Kyrgios Wimbledon 2022

Nick Kyrgios: Zwischen Genie und Wahnsinn

Die Bad Boys des Sports, von vielen als undienlich betitelt, sind allerdings diejenigen, die häufig erst die Unterhaltung bieten, welche sich die Zuschauer wünschen. Im Tennis gibt es dabei eine klare Nummer 1: Nick Kyrgios. Der Australier polarisiert die Massen wie kein Zweiter und ist dabei stets zwischen Genie und Wahnsinn unterwegs. Auch in Wimbledon macht die Nummer 40 der Welt nicht nur sportlich von sich Reden. Wir haben die bisherigen Ausrutscher seiner Karriere zusammengefasst:

Wir schreiben das Jahr 2012. Bei der Qualifikation für die Australian Open (alle Tennis Wetten) tritt ein gewisser Nick Kyrgios zum ersten Mal auf der ATP-Bühne in Erscheinung. Besonders erfolgreich lief sein Debüt allerdings nicht. Nach nur 3 Sätzen war das Heimturnier für den damals 16-Jährigen auch schon wieder beendet. Erst ein Jahr später bei den French Open startete der Australier erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier im Hauptfeld und sorgte mit seinem Erstrundensieg über den Tschechen Radek Stepanek für das erste Ausrufezeichen seiner Profi-Karriere, nachdem er ein halbes Jahr zuvor das Juniorenturnier der Australian Open gewinnen konnte.

Die ersten Fehltritte der Karriere

Erst 2014 geriet Kyrgios abseits vom sportlichen Geschehen erstmals in die Schlagzeilen. In der Erstrundenpartie der US Open setzte es vom Hauptschiedsrichter wegen Beleidigungen und Zerstörung mehrerer Schläger 3 Verwarnungen. Eine vierte wäre mit der Disqualifikation des Australiers verbunden gewesen – die erste bei einem Grand-Slam-Turnier seit 1995. Die Partie gegen den Russen Michail Juschny gewann Kyrgios dennoch mit 7:5, 7:6, 2:6, 7:6.

Für den damals vorzeitigen Tiefpunkt seiner Karriere sorgte der Australier beim Rogers Cup 2015 in Kanada. Im Match gegen Stan Wawrinka, seiner Zeit amtierender French Open-Champion, äußerte sich deutlich hörbar über seinen Kontrahenten: „Kokkinakis hat mit deiner Freundin geschlafen. Tut mir leid dir das sagen zu müssen, Kumpel.“ Eine Aussage, die ihm eine Rechnung in Höhe von 45.000 Euro einbrachte.

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60.000 Euro Strafe in einem Match

Nachdem Kyrgios bis dato nur Geldstrafen sammelte und um Sperren herumkam, erwischte es den 6-maligen ATP-Titelträger bei den Shanghai Masters 2016 so richtig. Im Zweitrundenduell mit Misha Zverev wurden dem Australier insgesamt knapp 60.000 Euro Strafe aufgebrummt. Zudem folgte im Anschluss an das Turnier eine sechswöchige Sperre, die er im Zuge einer sportpsychologischen Behandlung um die Hälfte verkürzen konnte.

3 Jahre später, beim ATP Turnier in Rom, musste Kyrgios erstmals vorzeitig seine Tasche packen. Flaschentreten, Beleidigung eines Linienrichters und Zerstörung eines Schlägers sorgten für die erste und bislang einzige Turnier-Disqualifikation seiner Karriere.

Teures Jahr 2022

Im Jahr 2022 scheint der Weltranglisten-40. eine besonders kurze Zündschnur zu haben. In Indian Wells verpasste sein Schläger nur knapp den Kopf eines Balljungen (15.000 Euro). Eine Woche später kamen aufgrund diverser Fehlverhalten nochmal 35.000 Euro Strafe hinzu. Das bisherige „Highlight“ der Saison lieferte das Drittrundenduell in Wimbledon (alle Wimbledon Wetten) mit dem Griechen Stefanos Tsitsipas. Beide Akteure dehnten die Grenzen der sportlichen Fairness bis ans Äußerste aus, leisteten sich verbale Fehltritte und Unsportlichkeiten und wurden mit 4.000 sowie 10.000 Euro zur Kasse geboten. Dennoch ist Kyrgios weiterhin fest davon überzeugt, was er zum Tennis beiträgt: „Ich weiß, was ich dem Sport bringe. Ich bin eine der wichtigsten Personen in unserem Sport.“

Aussagen, die bei nicht allen Fans auf Verständnis stoßen. Denn was die Trophäensammlung angeht, kann der 27-Jährige bei weitem nicht mit den ganz Großen des Sport mithalten. Im Einzel gewann der Australier gerade einmal 6 Turniere. Der letzte Titel liegt mittlerweile 3 Jahre zurück. Auch bei Grand-Slam-Turnieren ging es nie weiter als übers Viertelfinale hinaus. Nun hat Kyrgios erstmals seit 2015 wieder die Chance in ein Major-Halbfinale einzuziehen und könnte sein Image in der Tenniswelt etwas aufpolieren.

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