NFL: Patriots und Brady vor Aufstieg in den Football-Olymp

NFL: Patriots und Brady vor Aufstieg in den Football-Olymp

Nur noch wenige Tage bis zum Super Bowl! Während Houston sich für das größte Einzelsportereignis der Welt rüstet, stimmen wir Euch bis zum 5. Februar mit einer umfangreichen Vorberichterstattung auf das große NFL-Finale zwischen den New England Patriots und den Atlanta Falcons ein. Im nächsten Teil unserer „Road to Super Bowl“ beschäftigen wir uns mit den „Dauerbrennern“ aus New England.

Mr. Super Bowl ist zurück in Houston: Von einem „ganz speziellen Gefühl“ sprach Tom Brady beim Media Day. Seit Montag bereiten sich der Star-Quarterback und die New England Patriots vor Ort auf den Super Bowl gegen die Atlanta Falcons vor. Dabei sind die Abläufe und der große Trubel vor dem Spiel der Spiele gerade ihm bestens bekannt.

Er hat schließlich öfter den Super Bowl erreicht als 28 andere Teams (!) in der Liga zusammen. Bereits zum 7. Mal führt der 39-Jährige sein Team im Endspiel in der Nacht von Sonntag auf Montag (Kick-Off: 0.30 Uhr) auf das Feld und peilt seinen 5. Titel an. Die Wett-Quoten (1.65) sprechen für sein Team.

Brady/Belichick: Einzigartige Ära des Erfolgs

Es wäre die Krönung der vielleicht größten Underdog-Geschichte im amerikanischen Sport. Nur als 199. von 254 Spielern in der 6. Runde beim NFL-Draft 2000 ausgewählt, startete Tom Brady seinen Siegeszug in der stärksten Football-Liga der Welt. An der Seite von Head Coach Bill Belichick führte er die „Pats“ 4 Mal, darunter 2004 in Houston (32:29 gegen die Carolina Panthers), zum Titelgewinn. Auf Grund der Verwicklung in Skandale um Spionage-Aktionen oder zu schwach aufgepumpte Bälle („Deflate Gate“) sind die Patriots wahrlich nicht überall beliebt.

Die Region um Massachusetts liegt ihnen aber zu Füßen, die heimischen Sportfans verehren Brady schon jetzt als „GOAT“ (Greatest of all Time) der NFL. Ein Triumph gegen Atlanta würde den Rekordjäger auch statistisch – Joe Montana und Terry Bradshaw sammelten ebenfalls 4 Ringe – zum größten Spielmacher aller Zeiten machen. Auch Bill Belichick kann am Sonntag zum alleinigen Rekordhalter unter den Trainern aufsteigen.

Das besondere Verhältnis zwischen Quarterback und Head Coach gilt als die große Konstante sowie Antriebsfeder in New England. Experten sind sich sicher: Mit diesem Duo kann die Franchise auch in Zukunft den größten Widerständen trotzen. Nach dem Verlust des First Round Picks und der 4-wöchigen Sperre gegen Tom Brady zu Saisonbeginn kompensierten die Patriots zuletzt den Ausfall von Tight End Rob Gronkowski.

 

Vorteile in der Defense gegenüber Atlanta

Die Touchdown-Maschine, seit Oktober wegen einer Bandscheibenverletzung außer Gefecht, ist normalerweise ein unverzichtbarer Faktor für Bradys pfeilschnelle Pass-Offense. Dennoch fuhr das Belichick-Team ohne „Gronk“ – inklusive Playoffs – 9 Siege in Serie ein. Brady band dafür andere Receiver vermehrt ein und entwickelte diese zu gefährlichen Waffen. Julien Edelman, der die meisten Yards nach einem Catch macht, ist seine bevorzugte Anspielstation.

Dazu kommen Martellus Bennett und Chris Hogan, der im AFC Championchip Game gegen die Pittsburgh Steelers (36:17) durch seine langen Routen für 2 Touchdowns gesorgt hatte. Da auch die Falcons um Matt Ryan über eine formstarke Offense verfügen, kommt es im Super Bowl wie so oft auf die Defense an.

Deutscher Held Vollmer diesmal nur Zuschauer

In diesem Mannschaftsteil sind die Patriots etwas besser besetzt. Vor allem die Linebacker Rob Ninkovich und Dont’a Hightower sowie Defensive Tackle Malcom Brown ragen heraus. Die „Pats“ ließen während der regulären Saison durchschnittlich nur 88,6 Yards Raumgewinn durch Laufspiel der Gegner zu. Gute Voraussetzungen, um Atlantas gefährliches Runningback-Duo Devonta Freeman und Tevin Coleman am Sonntag zu stoppen.

Aus deutscher Sicht wird der ebenfalls verletzte Sebastian Vollmer am Sonntag nur zu einer Randnotiz. Auch durch seine konstanten Leistungen in der Vergangenheit war die Fangemeinde der Patriots in Deutschland stark angewachsen. Nach seinem Triumph mit New England vor 2 Jahren (28:24 gegen Seattle) blieb der Mann aus Kaarst in seiner 8. NFL-Saison ohne Einsatz. Da sein Vertrag ausläuft, gilt ein Verbleib aktuell als eher unwahrscheinlich. Statt Vollmer übernimmt damit Marcus Cannon auch im Super Bowl die kleine, aber nicht unwichtige Rolle als Bradys Bodyguard.

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