NFL: Nie mehr Beastmode!

NFL: Nie mehr Beastmode!

Am Rande des Superbowl gab einer der größten Stars der NFL sein Karriereende bekannt. Marshawn Lynch, Running Back der Seattle Seahawks, teile via Twitter seinen Rückzug aus der NFL mit. Damit verliert die Liga einen ihrer charismatischsten Spieler.

In der Nacht zum Montag waren die Augen der ganzen Sportwelt auf Santa Clara gerichtet. Im Super Bowl 50 beförderte sich Peyton Manning mit dem Sieg seiner Denver Broncos über die Carolina Panthers (24:10) endgültig in den Football-Himmel.

Doch nicht allen Football-Begeisterten dürfte zum Feiern zumute gewesen sein. Zum einen natürlich nicht den Anhängern der Panthers, zum anderen ebenso so wenig den Fans der Seattle Seahawks. Denn am Rande des Super Bowl verkündete Marshawn Lynch das Ende seiner Karriere. Via Twitter postete er ein Bild, wie er symbolisch seine Schuhe an den Nagel hängt.

Beastmode, wie er von seinen Anhängern genannt wurde, plagte sich in dieser Spielzeit mit großem Verletzungspech herum. Lediglich 111 Läufe und 417 Yards stehen auf seinem Regular-Season-Konto 2015. In nur 7 Spielen stand er für die Seahawks in dieser Saison auf dem Feld. Dabei konnte er mit nur 3,8 Yards pro Run und nur 3 Rushing Touchdowns nicht an seine gewohnten Leistungen anknöpfen.

lynch
Marshawn Lynch wird nie mehr das Trikot der Seahawks tragen.

Der 98-Kilo-Koloss hätte in der kommenden Spielzeit den Seahawks $ 11,5 Mio. Dollar an Gehalt gekostet. Da sein Vertreter Thomas Rawls in der Abwesenheit von Lynch überzeugte, kamen zuletzt die Gerüchte auf, dass die Franchise ihren Star entlassen könnte. Diesem möglichen Schritt kam der Running Back nun zuvor.

Seit 2010 spielte Lynch für Seattle. In den letzten Jahren avancierte er zum absoluten Superstar und gewann 2014 mit seinem Team den Super Bowl. In seiner Karriere kommt er auf 9.112 Rushing Yards (4,3 YPC), 74 Rushing Touchdowns und zusätzlich 1.979 Receiving Yards.

Doch nicht nur wegen seinen grandiosen Leistungen auf dem Feld war Lynch bei den Fans beliebt. Auch seine Art trugen zur Bewunderung bei. Vor allem sein Verhalten gegenüber den Medien sorgte bei den Anhängern für einige Lacher – und bescherte ihm zahlreiche Strafen durch die Liga. Des Öfteren befolgte Lynch das Credo: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Obwohl die Spieler vertraglich von der NFL verpflichtet sind mit der Presse zu sprechen, verweigerte Lynch ab und an Interviews oder antwortete immer mit den gleichen Sätzen.

Bereits seit geraumer Zeit kursierten die Gerüchte über einen Abschied des 29-Jährigen aus der NFL. John Schneider, der General Manager der Seattle Seahawks, deutete bereits im Januar an, dass sich Lynch Gedanken über einen Abschied vom Football mache und sich „in Richtung Karriereende bewege.“

Im Team der Seahawks hat der Abschied des Running Backs für Trauer gesorgt. Viele Mitspieler übersendeten in den sozialen Netzwerken ihren Respekt gegenüber Lynch:

• „Grüße an meinen Freund. Es war mir eine Ehre, mit dir auf dem Feld zu stehen.“ (Richard Sherman)

• „Es war eine Ehre, mit einem der besten Running Backs aller Zeiten zu spielen. Ich werde es vermissen, mit dir das Backfield zu teilen, Nummer 24.“ (Russel Wilson)

Mit dem Rückzug von Lynch verliert die NFL definitiv einen ihrer größten Stars der jüngeren Vergangenheit. Nie mehr Beastmode –daran müssen sich die Fans erst einmal gewöhnen.

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