NBA: Tibor Pleiß und die gescheiterten deutschen Profis

NBA: Tibor Pleiß und die gescheiterten deutschen Profis

Aus der Traum! Für Tibor Pleiß hat sich das Kapitel NBA vorerst erledigt. Der Vertrag des deutschen Nationalspielers bei den Philadelphia 76ers wurde aufgelöst. Jetzt steht der Center vor einer Rückkehr nach Europa. Er ist nicht der erste deutsche Profi, für den die NBA eine Nummer zu groß war.

Das hatte sich Tibor Pleiß garantiert anders vorgestellt. Nachdem der 26-Jährige in der Saison 2015/16 lediglich 12 Spiele (81,5 Minuten) für die Utah Jazz absolvierte, wechselte er vergangene Woche zu den Philadelphia 76ers, um mehr Einsätze zu bekommen. Doch das Gastspiel in der Stadt der brüderlichen Liebe ist nach wenigen Tagen bereits beendet – und mit ihm wohl der Traum von einer Karriere in der NBA.

Am Mittwochabend (31.08.2916, Ortszeit) teilte der Klub mit, dass der Center entlassen wurde. Theoretisch könnte nun zwar ein anderes Team aus der besten Basketball-Liga der Welt Pleiß mit einem neuen Vertrag ausstatten, aber die Chancen darauf tendieren gen Null. Nachdem der gebürtige Bergisch-Gladbacher weder bei den Utah Jazz noch in Philadelphia die Verantwortlichen von seinem Können überzeugen konnte, scheint das Kapitel NBA für ihn – zumindest vorerst – beendet. Ein Wechsel zurück nach Europa scheint alternativlos.

Damit spielen in der Saison 2016/17 mit Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks), Dennis Schröder (Atlanta Hawks) und Paul Zipser (Chicago Bulls) nur 3 deutsche in der Eliteliga. Der Deutsch-Amerikaner Chris Kaman steht zudem bei den Portland Trail Blazers unter Vertrag.

pleiss
Vor seinem NBA-Engagement spielte Pleißt für die Köln 99ers, die Brose Baskets Bamberg und in Spanien für Laboral Kutxa und den FC Barcelona.

Tibor Pleiß ist nicht der erste Profi, der mit großen Ambitionen in die NBA wechselte, dort aber schnell auf dem harten Boden der Realität aufschlug. Auch diese Deutschen schafften den Sprung/Durchbruch in der NBA nicht:

Elias Harris

Harris spielte 4 Jahre in der US-Collegeliga NCAA für die Gonzaga Bulldogs. Beim Draft 2013 wurde er nicht berücksichtigt, erhielt aber kurze Zeit später bei den Los Angeles Lakers die Chance, sich für einen Vertrag zu empfehlen.

Zu mehr als 2 Kurzeinsätzen in der NBA reichte es allerdings nicht. Nachdem er von den Lakers ins Farmteam abgeschoben wurde, wechselte er im Sommer 2013 zurück nach Deutschland. Seitdem steht er bei den Brose Baskets Bamberg unter Vertrag.

Tim Ohlbrecht

Ohlbrecht kämpfte sich durch die D-League, um sich für die NBA zu empfehlen. Die Houston Rockets gaben ihm im Februar 2013 einen Kurzzeitvertrag. 3 Einsätze absolvierte er für die Rockets, bevor ihn eine Fußverletzung außer Gefecht setzte und er wieder in die D-League transferiert wurde.

Um Platz für Star-Center Dwight Howard zu schaffen, löste Houston den Kontrakt vorzeitig auf. Nach einem kurzen Gastspiel bei den Philadelphia 76ers ohne NBA-Einsatz und einem abermaligen Engagement in der D-League kehrte Ohlbrecht in die BBL zu Ratiopharm Ulm zurück.

Niels Giffey

Giffey spielte mehrere Jahre in der NCAA Collegeliga. Er gewann sogar mit seinem Team, den UConn Huskies, 2 Mal die prestigeträchtige Collegemeisterschaft.

Im Draft wurde er allerdings nicht gezogen und auch Summer-League-Einsätze bei den Utah Jazz und den Memphis Grizzlies brachten ihm keinen Vertrag ein. Seit 2014 spielt er für Alba Berlin in der BBL.

Peter Fehse

Fehse ist hierzulande nicht jedem bekannt, da es für ihn auch in der heimischen Liga nicht für die große Karriere reichte. 2002 drafteten ihn die Seattle Super Sonics (heute Oklahoma City Thunder) in der 2. Runde an 48. Stelle. Einen Platz im Kader konnte er sich allerdings nicht erkämpfen und kam in de NBA zu keinem Einsatz.

Aufgrund zahlreicher Verletzungen konnte er sich auch in Deutschland (Skyliners Frankfurt, Mitteldeutscher BC, NY´er Phantoms Braunschweig) nicht langfristig durchsetzen.

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