Klitschko-Jubiläum: Chronologie der Dauer-Weltmeister

Klitschko-Jubiläum: Chronologie der Dauer-Weltmeister

Der 16. November 1996 dürfte eingefleischten Fans des Boxsports relativ schnell ein Begriff sein. Heute vor exakt 20 Jahren starteten Wladimir und Vitali Klitschko ihre Profikarrieren. Die beiden Brüder prägten fortan eine Ära: 105 Siege, 95 K.o.-Erfolge und 7118 Tage Weltmeister! Kaum ein anderer Boxer dominierte die Szene im Schwergewicht über einen so langen Zeitraum wie die beiden Ukrainer. Zum 20-jährigen Jubiläum der Klitschko-Brüder haben wir die wichtigsten Titelkämpfe und Triumphe zusammengefasst:

16. November 1996

Beim Hamburger Boxstall von Klaus-Peter Kohl machen die Klitschko-Brüder ihre ersten Schritte im Profibereich. Dem damals 24-jährigen Vitali gelingt bei seinem Debüt gegen den Amerikaner Tony Bradham bereits in der 2. Runde ein K.o.-Sieg. Sein jüngerer Bruder Wladimir, der zuvor in Atlanta als erster weißer Boxer seit 30 Jahren olympisches Gold im Superschwergewicht gewonnen hatte, benötigt gegen Fabian Meza (Mexiko) sogar nur eine Runde.

24. Oktober 1998

In Hamburg erringt der ältere Klitschko-Bruder auch seinen ersten großen Titel. Im Kampf um die Europameisterschaft lässt Vitali dem deutschen Mario Schießer (Technischer K.o. in Runde 2) keine Chance.

26. Juni 1999

2 Meilensteine für Vitali: Innerhalb eines Jahres bricht er zunächst den Rekord von Mike Tyson (20. K.o-Siege in Folge) und sichert sich anschließend in London gegen Herbie Hide zum 1. Mal den WBO-Gürtel.

14. Oktober 2000

Nach der Jahrtausendwende schlägt die Stunde von Wladimir, der den verlorenen Weltmeisterschaftstitel seines Bruders gegen Chris Byrd zurück in die Familie holt. Den Rechtsausleger aus den USA besiegt er einstimmig nach Punkten.

24. April 2004

Für den WBC-Titel benötigt Vitali 2 Anläufe. Zunächst unterliegt „Dr. Eisenfaust“ im Juni 2003 dem Amerikaner Lennox Lewis in einem umstrittenen Kampf durch technisches K.o. Ein Jahr später kehrt Klitschko für den Titelkampf in Staples Center nach Los Angeles zurück. Diesmal schickt er Corrie Sanders aus Südafrika nach 8 Runden auf die Bretter.

Im Ring standen sich Wladimir (links) und Vitali (r.) nur als Sparringspartner gegenüber.

22. April 2006

Nach Niederlagen gegen Sanders und Lamon Brewster kämpft sich Wladimir ab 2006 zurück an die Weltspitze. Durch einen erneuten klaren Triumph über Chris Byrd in Mannheim ist er nun Weltmeister der Verbände IBF und IBO.

23. Februar 2008

In diesem Jahr erreicht die Dominanz und Beliebtheit der Klitschko-Familie seinen Höhepunkt: Wladimir behält im berühmten Madison Square Garden gegen den zuvor ungeschlagenen WBO-Champion Sultan Ibragimow durch Punktsieg die Oberhand. Im Oktober legt der ältere Klitschko-Bruder, der insgesamt 3 Jahre und 10 Monate pausiert hatte, nach mehrere Verletzungen ein glänzendes Comeback gegen WBC-Weltmeister Samuel Peter hin. Damit war das Novum perfekt: Erstmals in der Geschichte des Boxsports hielten zwei Brüder alle wichtigen Weltmeistertitel im Schwergewicht.

2. Juli 2011

Der einzige Kampf im Jahr 2011 entwickelt sich im Vorfeld zum „Showdown des Jahres“, weil Herausforderer David Haye die Klitschkos mehrmals öffentlich und heftig provozierte. Wladimir weist den britischen WBA-Champion in seiner Wahlheimat Hamburg in die Schranken und vereinigt die Titel.

8. September 2012

In seinem 47. und letzten Kampf schafft Vitali gegen den deutschen Herausforderer Manuel Charr den 41. K.o-Sieg und verteidigt seinen WBC-Gürtel zum 8. Mal. Einige Monate später tritt er zurück und legt seinen Titel nieder. Fortan engagiert sich der ältere Klitschko-Bruder in der ukrainischen Politik, wird 2014 zum Bürgermeister von Kiew gewählt.

28. November 2015

Der schwarze Samstag führt zum Verlust aller 4 Weltmeistertitel: Gegen Tyson Fury kassierte Wladimir überraschend die 1. Niederlage seit April 2004. Die angekündigte Revanche in diesem Jahr wird vom Engländer gleich 2 Mal aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Klitschko kündigte derweil sein Comeback für Frühjahr 2017 an.

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