Nächster Stopp Rücktritt? Lewis Hamilton und das Schweigen des Ritters

Nächster Stopp Rücktritt? Lewis Hamilton und das Schweigen des Ritters

Das dramatische Formel 1-Finale aus Tausendundeiner Nacht nagt an Lewis Hamilton. So mancher Beobachter glaubt, der Mercedes-Pilot hätte in Abu Dhabi nicht bloß den WM-Titel an Max Verstappen, sondern dazu seine Siegermentalität sowie die Liebe für den Rennsport verloren. Wir ordnen ein, wie wahrscheinlich ein Hamilton-Rücktritt wäre.

Bonjour! Was in der PS-Welt Rang und Namen hat, strömt am Jahresende zur traditionellen FIA-Gala nach Paris. Ein Event vom Charakter einer Oscar-Verleihung. Doch wo waren bitte Toto Wolff und seine Silberpfeile? Der Mercedes-Boss ließ sich von James Allison vertreten, um den 8. Pokal für die Konstrukteurswertung (alle Formel 1-Wetten) seit 2014 in Empfang zu nehmen. Und Lewis Hamilton? Der Brite übt sich in seiner neuen Rolle als (schweigender) Ritter. In dem Wissen, dass er damit die Spekulationen um einen Rücktritt nur weiter befeuert…

Auch der Rosberg-Rücktritt kam aus dem Nichts

Auch Wolf haben die Geschehnisse in der letzten Runde beim Abu Dhabi Grand Prix schwer getroffen. Mehr als eine Satzkonstruktion mit „Hoffen“ kommt dem Wiener mit Blick auf die Zukunft von „Sir“ Lewis derzeit nicht über die Lippen. Klar ist: Der 36-Jährige besitzt beim deutschen Top-Rennstall noch einen Vertrag bis 2023. Den hatte allerdings auch ein gewisser Nico Rosberg, als er vor fünf Jahren an Ort und Stelle als neuer Formel 1-Champion aus seinem Mercedes-Cockpit kletterte und anschließend nie wieder einsteigen sollte.

Dein Startvorteil: Die 100 Euro-Jokerwette!

Ohne interne Absprache wurden die Mercedes-Bosse seinerzeit vor vollendete Tatsachen gestellt. Direkt vergleichbar mag die Situation der einstigen Mercedes-Rivalen nicht sein. Der 23-malige Grand Prix-Sieger sah sich auf dem Höhepunkt seines fahrerischen Könnens. Oder Salopp ausgedrückt: Das Risiko, von einem angestachelten Lewis Hamilton in den folgenden drei Saisons zur weltmeisterlichen Eintagsfliege abgestempelt zu werden, überwog die Chancen.

Titelhunger vs. Revolution

Exakt hier beginnt nun die Parallele. Eine 99,9%-Garantie, mit dem Mercedes W13 in einem unantastbaren Renner zu sitzen, hat der Brite nicht mehr. Ebenso, dass aus dem Zweikampf mit Red Bull Racing nicht ein Drei- oder Vierkampf wird. Nach etlichen Revolutiönchen in der Hybrid-Ära mussten alle Teams quasi wieder bei einem weißen Blatt Papier anfangen und ein Auto entwickeln, das kaum wiederzukennen ist und – entgegen Hamiltons Vorliebe – über 40 Kilo schwerer statt leichter wird.

Entsprechend wirken sich die Abgänge von Ingenieuren und kluger Köpfe im Hintergrund doppelt so hart aus. F1-Insider schreiben die Titel 2017 und 2018 – Sebastian Vettel hatte zur Hälfte der Saison die WM-Führung inne – zu einigen Teilen dem abgewanderten Motoren-Guru Andy Cowell zu. Ähnlich wie sein früher Teamkollege wird Lewis Hamilton nun abwägen, ob er mit der Formel 1 in die neue Ära starten und unter diesen Vorzeichen den Kampf mit Max Verstappen aufnehmen möchte. Falls nicht: Wie ein von der Formel 1 emanzipierter Weltmeister sein Leben verbringt, erfährt seine Followerschaft auf Instagram plötzlich nicht mehr, nachdem zuvor noch viel Bling Bling zu sehen war.

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