Fernando Alonso: Ego Royale bei Aston Martin 

Fernando Alonso: Ego Royale bei Aston Martin 

4 Wochen ruht die Formel 1. Oder doch nicht? Der angekündigte Rücktritt von Sebastian Vettel, Lippenbekenntnisse von Fernando Alonso und dessen Blitz-Wechsel von Alpine zu Aston Martin – alles innerhalb von vier Tage – haben viele in der PS-Welt überrumpelt. Ob der einstige Doppel-Weltmeister als Gewinner aus dem Cockpit-Poker hervorgeht, zweifelt die bwin Redaktion an.

Länger als 10 Minuten, kündigte Fernando Alonso nach dem Ungarn-GP augenzwinkernd an, werden die Verhandlungen nicht dauern. Und womöglich war es nicht mal ein Bluff, als Aston Martin zu Wochenbeginn den Nachfolger von Sebastian Vettel präsentierte. Das Ass, das die aus diversen James Bond-Streifen bekannte Traditionsmarke aus dem Ärmel schüttelte, verbirgt sich direkt im Tweet: Mehrjahresvertrag! Was nach übereinstimmenden Medienberichten etwa 2 Jahren plus Option für eine weitere Saison bedeutet.

Langfristiger Vertrag kalkuliert Aufbauarbeit mit ein

Dann wäre der Spanier, schon jetzt der älteste F1-Pilot im Paddock, 44 Jahre alt. Ein Jahr Aufbauarbeit muss er im grünen Renner, in dem sich Vettel Woche für Woche abmüht und der in der Konstrukteurs-WM (alle Formel 1 Wetten) satte 79 Punkte hinter Alonsos aktuellen Rennstall (Alpine) liegt, einkalkulieren. Erst ab 2024 könnte sich der Wechsel soweit auszahlen, dass der Oldie nicht bloß die Zahl seiner Grand Prix-Starts (346) in die Höhe treibt und den baldigen Rekord von Kimi Räikkönen (350) in Richtung der 400er-Marke pusht.

Aston Martin/Mercedes-Power/Stroll-Millionen/Fernando Alonso – die vielleicht einzige Kombination, die Red Bull, Ferrari und Co. in den nächsten Jahren fürchten muss. Gleichzeitig von innen heraus so explosiv, um schon vor der Fertigstellung des 200 Millionen Euro-Werks in Silverstone wieder zu zerbrechen.

2 Alphatiere und der Milliardärssohn

Praktisch niemand mag sich ein Szenario ausmalen, in dem sich der unberechenbare Alonso vom Alphatier-artigen Team-Besitzer Lawrence Stroll („Ich bewundere Fernando. Er ist ein Siegertyp – genauso wie ich“) zurückpfeifen lässt. Bekanntlich hat der schillernde Mode-Tycoon beim Projekt Aston Martin stets seinen Filius im Hinterkopf: Lance Stroll, dessen Vertragsverlängerung im Alonso-Trubel glatt untergegangen war.

Großartig in die Quere kamen sich der 23-Jährige, der fast als Sohn seines künftigen Teamkollegen durchgehen könnte, und Fernando Alonso auf der Piste noch nicht. Meist im hinteren Mittelfeld fahrend, verkörpert der einstige Weltmeister und Schumacher-Bezwinger zu keiner Zeit den ausgebrannten Superstar. Ein Hauptargument dafür, warum Aston Martin dem Spanier einen längeren Vertrag als Alpine angeboten hat.

Seine Zündschnur bleibt eine enorm kurze. Wo Sebastian Vettel bei Konfrontationen meist eine ruhige Kugel schiebt, füllen Alonsos Schimpftiraden via Boxenfunk über seine Teamkollegen und Ingenieure in den vergangenen Jahren ganze Highlight-Clips.

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