Formel 1: Mercedes und die Angst vor dem Schiffbruch in Monaco

Formel 1: Mercedes und die Angst vor dem Schiffbruch in Monaco

Der Großen Preis von Monaco steht neben viel Glitzer und Glamour auch immer für heiße Nachbarduelle. Ein Drittel des Fahrerlagers hat am Sonntag (ab 14.00 Uhr) ein Heimspiel, darunter natürlich Lewis Hamilton. Der 3-malige Formel 1-Weltmeister startet mit besonderen Zielen ins Rennen: „Nach dem Wochenende möchte ich endlich die WM-Führung übernommen haben.“ Die Vorzeichen spielen ihm nicht wie gewünscht in die Karten.

Unsere Infografik hatte Motorsport-Fans vor einigen Tagen den Mythos Monaco näher gebracht. Nun beschäftigen wir uns mit den sportlichen Fakten. Da legte Sebastian Vettel im Training gleich mal alle Karten auf den Tisch. Den Streckenrekord im Fürstentum unterbot der Ferrari-Pilot um 8 Zehntelsekunden. Weder Hamilton noch sein Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas oder die Red Bulls konnten dieses Tempo auch nur annähernd mitgehen.

Sebastian Vettel profitiert vom kürzeren Radstand

Die neue Bestzeit (1:12,395) ist Grund genug für die Buchmacher, Vettel die Favoritenrolle zuzuschreiben. Lange lag der 29-Jährige (1.90) bei den Quoten nicht mehr so deutlich vor Lewis Hamilton (3.00). „Es wird höchste Zeit für uns“, sagt der Heppenheimer mit Blick auf die 16-jährige Durststrecke der Scuderia in Monaco.

Von einer Blitzkrise ist im Lager der Silberpfeile noch keine Rede. Hamilton, ausgewiesener Qualifying-Spezialist, hat den Rekord von Ayrton Senna (65 Pole-Positions) im Blick. Bleibt eine Steigerung am Samstagmittag aus, geht der Sieg am Sonntag nur über Ferrari. Denn in den labyrinthartigen Gassen von Monte-Carlo gilt bekanntlich: Je kürzer, desto besser!

Im Vergleich zu den Roten sind die Mercedes-Boliden um ganze 20 Zentimeter länger – Vorteil Vettel. Für Überholmanöver hilft Lewis Hamilton auch die DRS-Zone auf der Start-Ziel-Gerade nicht viel weiter. Auf dem legendären Kurs drücken die Formel 1-Fahrer pro Runde das Gaspedal zusammengerechnet vielleicht 30 Sekunden voll durch.

Button-Comeback: Kein Griff in die Wundertüte

Jenson Button zeigt sich vor seinem Comeback gut gelaunt und entspannt.

Als wenn das Risiko zwischen den Häuserschluchten ohne Auslaufzonen nicht schon hoch genug wäre, steigern die breiteren Autos nochmals die Unfall-Wahrscheinlichkeit. Unter den Medienvertretern vor Ort kursieren bereits Wetten, wer als erstes Bekanntschaft mit der Mauer macht. Zu den heißesten Crash-Kandidaten zählt Lance Stroll – Quote 10.00! Der junge Kanadier im Williams drehte im Training viele Runden, neigt als Neueinsteiger noch zu Unsicherheiten.

Keine Bedenken gibt es dagegen bei Jenson Button. Während Fernando Alonso seinen Frust beim Indy500 bewältigen will, kehrt der Weltmeister von 2009 für ein Rennen zurück. Welche Rolle spielt er am Sonntag? McLaren-Teamchef Zak Brown ist sich sicher, dass Button die fehlende Erfahrung in den neuen Autos ausgleichen kann: „Er ist 17 Jahre Formel 1 gefahren und hat nur 4 Rennen verpasst.“ Mit seinem sauberen Fahrstil scheint für Button zwischen den Plätzen 10 und 20 fast alles möglich.

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