Fed Cup: Kniffelige Aufgabe für Kerber und Co.

Fed Cup: Kniffelige Aufgabe für Kerber und Co.

Die deutschen DTB-Damen müssen im Fed Cup vor heimischem Publikum in Stuttgart einen Abstieg gegen die Ukraine verhindern. Dabei muss vor allem auf Elina Svitolina geachtet werden. Sie ist eine der Shootingstars des Jahres im Damentennis und nicht unbedingt die Lieblingsgegnerin von unserer Nummer 1, Angie Kerber.

Teamchefin Barbara Rittner überraschte am Freitag ein wenig mit der Nominierung von Julia Görges (WTA 46) für das Auftakteinzel am Samstag (ab 12:00 Uhr). Sie wird es zunächst mit der 22-jährigen Svitolina (WTA 13) zu tun bekommen. Zuschauen muss dagegen Laura Siegemund (WTA 37). Die gebürtige Schwäbin könnte erst am Sonntag im Einzel oder Doppel zum Einsatz kommen. Von Angelique Kerber wird im Anschluss nichts anderes als ein Sieg erwartet. Die Nummer 1 der Welt bekommt es mit Lesia Tsurenko (WTA 43) zu tun, gegen die sie bisher erst einmal gespielt hat und dabei erfolgreich war.

Favorit nur bei den Buchmachern

Die DTB-Equipe ist zwar bei den Buchmachern favorisiert (Sieg-Quote 1.40), aber ausgerechnet Elina Svitolina könnte es den Damen richtig schwer machen. Sie hat in 2017 bisher die sechstmeisten Punkte auf der WTA-Tour gesammelt und Kerber schon 2 Mal bezwungen. Gewinnt sie beide Spiele, dürfen sich Kerber und Co. keinen weiteren Ausrutscher erlauben und müssten alle restlichen 3 Spiele gewinnen. Im Rahmen der Nominierungskonferenz bezifferte Teamchefin Barbara Rittner die Chancen auf den Verbleib in der Weltgruppe auf 50%. Doch selbst bei einer Pleite könnten die Damen noch hoffen. Der Weltverband ITF entscheidet im August über eine Aufstockung der Weltgruppe von zurzeit 8 auf 16 Mannschaften. In diesem Fall wären beide Nationen im nächsten Jahr dabei.

Ein Fragezeichen steht außerdem hinter der Form des Teams. Kerber, Görge und Siegemund erzielten zuletzt zwar durchweg positive Ergebnisse, jedoch fehlt allen 3 eine gewisse Konstanz auf allerhöchstem Niveau in diesem Jahr.

Stuttgart als gutes Pflaster

Die Umstellung auf den langsamen Bodenbelag dürfte allerdings keine Ausrede sein. Gespielt wird in der Halle auf Asche. Direkt am Montag startet der Porsche Tennis Grand Prix. Während Görges (2011) und Kerber (2015 und 2016) das Turnier bereits gewinnen konnten, stand Laura Siegemund als Lokalmatadorin 2016 im Finale. Dennoch ist eine Begegnung im Fed Cup vor heimischem Publikum von der mentalen Belastung nochmal eine Stufe höher anzusiedeln.

Nach ihrem Debüt im Februar gegen die USA (0:4) ist Carina Witthöft als 4. Spielerin mit an Bord. Im Team der Osteuropäerinnen stehen mit Olga Savchuk (WTA 323) und Nadiia Kichenok (WTA 605) lediglich noch 2 Doppelspezialistinnen. 2004 standen sich das DTB-Team und die Ukraine das erste und bisher letzte Mal gegenüber. In Tschernomorsk gewannen die deutsche Auswahl knapp mit 3:2.

Kerber & Görges
Angie Kerber (links) und Julia Görges sollen es in den Einzeln gegen die Ukraine richten.
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