Fabian Hambüchen: Das Beste kommt zum Schluss

Fabian Hambüchen: Das Beste kommt zum Schluss

Fabian Hambüchen ist endgültig im Turn-Olymp angekommen. Der 28-Jährige sicherte sich bei den Olympischen Spielen in Rio die Goldmedaille am Reck. Für den Athleten war es der letzte internationale Wettkampf seiner Karriere – und das mit einem goldenen Abschluss. Selbst Hollywood hätte kein besseres Happy End inszenieren können.

Bei seiner 3. Teilnahme an den Olympischen Spielen hat sich Kunstturner Fabian Hambüchen endlich selbst belohnt und die Goldmedaille gewonnen. Nach der Bronzemedaille 2008 in Peking und der Silbermedaille 2012 in London komplettierte eine starke Vorstellung am Reck nun seine Edelmetall-Sammlung.

Aus dem Krankenstand aufs Podium

„Damit habe ich nicht gerechnet, ich bin überglücklich.“

Hambüchen konnte sein Glück kaum fassen, schließlich war vor ein paar Monaten noch gar nicht klar, ob er in Rio überhaupt starten würde können. Nach einem Trainingssturz verschlimmerte sich die Sehnenreizung in der Schulter. Der 28-Jährige gab zu, dass er in dieser Zeit selbst nicht mehr an eine Olympia-Teilnahme geglaubt hatte.

Doktor Franz-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, langjähriger Arzt des FC Bayern München, bekam den Turn-Star aber doch noch fit für die Spiele. Bereits bei den Deutschen Meisterschaften Ende Juni konnte Hambüchen wieder turnen. In Rio sah man ihm keinerlei körperliche Beeinträchtigung an.

Karriereende seit längerem Bekannt

Mit dem größten Triumph, den ein Turner erringen kann, nahm Hambüchen nun Abschied von der ganz großen Bühne. Bereits vor den Spielen gab der einstige Turnfloh bekannt:

„Die Spiele werden definitiv meine letzten internationalen Wettkämpfe sein.“

Komplett weg vom Fenster ist Hambüchen allerdings noch nicht. In der Bundesliga wird er noch für den KTV Obere Lahn an die Geräte gehen. Ansonsten wird das Studium an der Sporthochschule Köln seine volle Aufmerksamkeit bekommen. Was Hambüchen danach machen wird, ist noch nicht bekannt.

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Fabian Hambüchens Jubel kannte nach dem Gold-Gewinn keine Grenzen.

Krönung einer einzigartigen Karriere

Mit der Goldmedaille in Rio hat Hambüchen seiner Karriere am Ende nochmal die Krone aufgesetzt. Auch ohne Gold würde der gebürtige Bergisch-Gladbacher in die deutschen Turn-Annalen eingehen, aber mit dem Gewinn des Edelmetalls rundete er seine einzigartige Laufbahn ab.

Seine wichtigsten Erfolge:

Deutscher Meister 2003 (Barren, Sprung und Boden)

DTB-Pokal-Sieger 2004 (Boden und Reck)

Deutscher Meister 2005 (Mehrkampf, Reck, Barren und Boden)

Europameister 2005 (Reck)

Deutscher Meister 2006 (Mehrkampf, Reck und Boden)

Deutscher Meister 2007 (Barren, Mehrkampf Reck und Sprung)

Europameister 2007 (Reck)

Weltmeister 2007 (Reck)

Deutscher Meister 2008 (Mehrkampf, Reck, Boden, Sprung und Barren)

Europameister 2008 (Reck)

Bronzemedaille Olympische Spiele 2008 (Reck)

Deutscher Meister 2009 (Reck, Barren, Ringe, Sprung und Mehrkampf)

Europameister 2009 (Mehrkampf und Boden)

Deutscher Meister 2010 (Reck)

Europameister 2010 (Mannschaft)

Deutscher Meister 2011 (Reck)

Deutscher Meister 2012 (Mehrkampf, Boden und Reck)

Silbermedaille Olympische Spiele 2012 (Reck)

Deutscher Meister 2013 (Mehrkampf)

Deutscher Meister 2014 (Boden, Sprung und Reck)

Deutscher Meister 2015 (Mehrkampf, Boden und Reck)

Goldmedaille European 2015 Games (Reck)

Deutscher Meister 2016 (Reck)

Goldmedaille Olympische Spiele 2016 (Reck)

Mit Fabian Hambüchen verliert Deutschland auf internationaler Bühne ein großes Aushängeschild und einen sicheren Medaillen-Kandidaten. Obwohl sein Abschied bereits vorher feststand, passt zu ihm dennoch der Spruch: Man soll gehen, wenn es am schönsten ist. Und schöner als mit Gold in Rio hätte Hambüchen nicht abtreten können.

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