NHL: Das sind die Deutschen in den Playoffs 2022

NHL: Das sind die Deutschen in den Playoffs 2022

Crunchtime in der NHL (alle NHL-Wetten) – die Regular Season ist vorbei und auch die erste Runde der Playoffs ist gelaufen. Von 9 deutschen Kufencracks haben 2 noch Chancen auf den Titel. Das sind die Deutschen in den NHL-Playoffs 2022:

Leon Draisaitl (Edmonton Oilers)

Gestrauchelt, aber doch nicht gefallen. Dieses Motto passt voll und ganz zu der Saison der Edmonton Oilers. Das Franchise mit dem deutschen Superstar Leon Draisaitl tat sich nach einem überragenden Start zwischendurch äußerst schwer und musste einige Zeit um die Teilnahme an den Playoffs zittern. Dank eines Endspurts schafften die Oilers schlussendlich doch relativ souverän den Sprung unter die besten 16 Teams der NHL. Einen großen Anteil daran hat Leon Draisaitl. Der gebürtige Kölner spielte seine persönlich stärkste Saison in der besten Eishockey-Liga der Welt. Wie bereits in der Saison 2019/20 landete er am Ende der Regular Season bei 110 Scorerpunkten. Dabei steigerte er vor allem noch einmal seine Torquote. Während ihm vor 2 Jahren „nur“ 43 Treffer gelangen, waren es nun 55 Tore. Nur Auston Matthews (60) von den Toronto Maple Leafs erzielte mehr Treffer. „Es war ein Auf und Ab in dieser Saison. Aber jetzt sind wir in den Playoffs, das Ziel haben wir erreicht. Wir haben unser Spiel rechtzeitig gefunden, das ist die gute Nachricht. Wir können stolz auf uns sein, aber wir sind noch lange nicht fertig“, gab Draisaitl vor einigen Tagen in einem Interview zu Protokoll.

Und wie schon in den 82 Spielen der Regular Season war auch die erste Playoff-Runde der Oilers eine wahre Nervenschlacht. Gegen die LA Kings musste man über die volle Distanz gehen. In Game 7 behielt Edmonton die Oberhand und sicherte sich dank eines 2:0-Erfolgs den 4. Sieg in der Best-of-7-Serie. Ein entscheidender Faktor war wieder einmal Leon Draisaitl. Mit 9 Punkten (5 Tore, 4 Assists) ist er nach Connor McDavid bester Scorer seines Teams.

Nun wird es richtig kribbelig. Denn im Viertelfinale wartet nun kein geringerer als Erzfeind Calgary. Im Battle of Alberta geht es um den Einzug in die Conference Finals. Auf den Sieger wartet dann der Gewinner des Duells Colorado Avanlanche gegen St. Louis Blues. Calgary und Edmonton trennen nur 300 Kilometer – für nordamerikanische Verhältnisse ein Katzensprung und somit ein Derby. Letztmals gab es das Battle of Alberta als Playoff-Duell im Jahre 1991. Damals setzten sich die Oilers in 7 Spielen durch. Wie viel Einfluss wird Leon Draisaitl auf den Ausgang der Serie nehmen? Fraglich, denn der deutsche Superstar verletzte sich gegen Los Angeles am Knöchel und war dadurch gehandicapt. Wir drücken die Daumen, dass der gebürtige Kölner auch gegen Calgary wieder einen maßgeblichen Anteil an einem erfolgreichen Serienabschluss hat.

Nico Sturm (Colorado Avalanche)

Neben Leon Draisaitl kämpft mit Nico Sturm nur noch ein weiterer Deutscher um den Stanley Cup. Der Defensiv Center war erst im März von den Minnesota Wild zu den Colorado Avalanche getradet worden. Seine Chancen auf den Stanley Cup-Sieg haben sich dadurch drastisch erhöht. Während sich die Wild in Runde 1 gegen die St. Louis Blues (2:4) verabschieden mussten, sind die Avs mit Quote 3.00 der Top-Favorit auf den Titel. Großen Eindruck hat Sturm bei seinen neuen Mannschaftskollegen noch nicht so richtig hinterlassen. In 25 Spielen gelangen ihm gerade einmal 4 Assists, ein Tor blieb ihm bislang verwehrt. Trotzdem scheint Sturm in Denver zufrieden zu sein. „Es ist die beste Mannschaft, in der ich je gespielt habe“, sagt er im Interview mit NHL.com/de.

Die Qualität der Avs zeigte nach Platz 1 in der Regular Season auch in den Playoffs. Als erstes Team zog Colorado in die nächste Runde ein. Gegen Nashville gab es ein souveränes 4:0. In der ersten Playoff-Runde kam Sturm in allen 4 Partien zum Einsatz. Durchschnittlich kam er auf über 10 Minuten Eiszeit pro Spiel. Die Avalanche sind somit die einzige Franchise, die aktuell noch ohne Playoff-Niederlage in dieser Saison ist. Als nächster Gegner stehen die St. Louis Blues auf dem Programm. Ein Colorado-Sieg in Spiel 1 würde Dir nach jetzigem Stand Quote 1.45 bescheren. Eine durchaus lohnenswerte Wette.

Philipp Grubauer (Seattle Kraken)

Als einer der besten Torhüter der NHL war Philipp Grubauer Hoffnungsträger eines neuen Franchise. Der gebürtige Rosenheimer wurde nach 3 Jahren bei den Colorado Avalanche von den Seattle Kraken unter Vertrag genommen. Gleich 6 Jahre läuft der Kontrakt des Deutschen in der neuesten NHL-Stadt. In diesem Zeitraum verdient der Goalie satte 35,4 Mio. $. Genutzt hat es alles nichts. Die Seattle Kraken mussten sich in ihrer Debüt-Saison mit dem vorletzten Platz in der Western Conference zufrieden geben. Mehr als 27 Siege in 82 Spielen war für die Kraken nicht drin. Grubauer selbst absolvierte 55 Partien. Dabei kam der gebürtige Rosenheimer auf eine Fangquote von 88,9% und einen Gegentorschnitt von 3,16 pro Spiel. Keine überragenden Werte für den deutschen Goalie. Allerdings sind diese auch seinen Vorderleuten geschuldet. Während er in Colorado auf Devon Toews, Cale Makar oder Samuel Girard zurückgreifen konnte, muss er sich bei den Kraken mit Adam Larsson oder Jamie Oleksiak zufrieden geben. Mal schauen, ob für Grubauer und sein Franchise in der nächste Saison mehr zu holen ist.

Tim Stützle (Ottawa Senators)

Diese Zahlen können sich sehen lassen. In seiner 2. NHL-Saison läuft Tim Stützle bei den Ottawa Senators so richtig heiß. 22 Tore und 36 Assists gelangen dem 20-Jährigen. „Seit ich auf der Center-Position spiele, läuft es immer besser. Es macht einfach Spaß“, zeigte sich Stützle zuletzt zufrieden. Auch sein Trainer D.J. Smith ist von dem 20-Jährigen äußerst angetan. „Ich wünsche mir immer, dass er noch mehr schießt, denn ich glaube, dass er gar nicht weiß, wie gut er überhaupt schießen kann“, äußerte sich der Senators-Coach kurt vor dem Saisonende zu den Qualitäten seines deutschen Schützlings. Für die Playoffs hat es trotz der guten Leistungen von Stützle trotzdem nicht gereicht. 33 Siege bescherten den Senators nur Platz 13 in der Eastern Conference.

Dein Startvorteil: Die 100 € Joker-Wette!

Moritz Seider (Detroit Red Wings)

WOW! Anders kann man die NHL-Debüt-Saison von Moritz Seider nicht zusammenfassen. Bei den Detroit Red Wings erkämpfte sich der 20-Jährige in den Trainingscamps einen Platz im Kader. Und dieses Vertrauen rechtfertigt er mit überragenden Leistungen. 50 Scorerpunkte konnte Seider in seinen ersten 82 NHL-Spielen verbuchen – als Verteidiger! Neben seinen 43 Assists gelangen ihm sogar 7 Tore! Nur 18 andere Verteidiger punkteten besser als der Deutsche. Trotz der hervorragenden Leistungen Seiders, waren auch die Red Wings ohne Chancen auf die Playoffs. Es reichte nur für Platz 12 im Osten.

Aber auch das Abschneiden der Franchise hält Teamkollege und Landsmann Thomas Greiss nicht davon ab, Lobeshymnen auf den Verteidiger zu singen: „Er spielt sehr ruhig, hat eine gute Übersicht und ist läuferisch und auch technisch sehr stark. Er kann das Spiel lesen und kommt eigentlich nie in Bedrängnis. Er hat die Ruhe weg – und das in dem Alter.

„Die Verteidigung ist eine harte Position, um in die NHL zu kommen – gerade als Rookie. Aber Seider spielt in jeder Situation und spult viele Minuten herunter. Für mich ist er der Gewinner der Calder Trophy. Und ich denke, wir werden ihn zukünftig auch als Gewinner der Norris Trophy sehen“, ist Abwehrlegende Den Daneyko voll von den Qualitäten Seiders überzeugt.

Thomas Greiss (Detroit Red Wings)

35 Jahre alt und kein bisschen müde. Thomas Greiss steht in seiner 13. NHL-Saison auf dem Eis und soll als Team-Kollege von Moritz Seider bei den Detroit Red Wings eine Führungsposition übernehmen. Immerhin kann der Goalie auf eine Erfahrung von über 300 NHL-Spielen zurückblicken. Bei dem sich im Rebuild befindlichen Franchise war Greiss hinter Alex Nedeljkovic die Nummer 2 in dieser Saison. 31 Mal kam er zum Einsatz. Trotzdem ist Red Wings-Coach Jeff Blashill mit beiden Goalies zufrieden. „Für das richtige Goalie-Verhältnis braucht man unterschiedliche Typen. Ich kann nicht sagen, ob die beiden ein enges Verhältnis zueinander haben oder nicht. Aber ich kann sagen, dass sie viel Respekt füreinander haben und dass beide sehr professionell sind. Sie arbeiten daran, ständig besser zu werden“, so der Trainer der Goalies. Die Zahlen belegen, warum Nedeljkovic regelmäßiger spielt: Sowohl die Fangquote (90,1% – 89,1%) als auch die durchschnittliche Gegentrefferanzahl (3,31 – 3,66) sprechen für den US-Amerikaner.

Nico Daws (New Jersey Devils)

Ein bisschen überraschend ist Nico Daws bei den New Jersey Devils in dieser Saison zu seinem NHL-Debüt gekommen. Der 20-jährige Schlussmann stand erstmals am 23. Oktober beim 2:1-Overtime-Sieg der Devils gegen die Buffalo Sabres auf dem Eis der besten Eishockey-Liga der Welt. Nach seinem Mega-Debüt mit einer Save-Quote von 96%(!) durfte er auch im Spiel gegen die Calgary Flames noch einmal ran. In 12 Minuten Eiszeit kassierte Daws allerdings 3 Gegentore und wurde anschließend ausgewechselt. Danach folgte eine lange Pause für Daws. Doch im Saisonendspurt war der Deutsch-Kanadier zurück zwischen den Pfosten. Und das eine ganze Weile. 25 Einsätze konnte er am Ende der Saison verbuchen. Der gebürtige Münchner kam auf 1272 Minuten Eiszeit. Für die Devils ist die Saison mit Platz 14 in der Eastern Conference nach der Regular Season beendet.

John-Jason Peterka (Buffalo Sabres)

Lange musste J.J. Peterka auf sein NHL-Debüt warten, doch kurz vor dem Jahreswechsel hat es endlich geklappt. Nachdem der gebürtige Münchener im Jahr 2020 von den Buffalo Sabres gedraftet wurde, verbrachte er ein weiteres Jahr in der DEL beim EHC München. Erst im vergangenen Sommer ging es dann über den großen Teich in die USA. Im Juni wurde er von den Sabres mit einem Ein-Jahres-Einstiegsvertrag ausgestattet. Zunächst kam Peterka jedoch „nur“ im AHL-Farmteam Rochester Americans zum Einsatz. Mit 68 Punkten (28 Tore, 40 Assists) gehört der deutsche Nationalspieler zu den Top-10-Scorern der Liga. Durch coronabedingte Personalprobleme rutschte Peterka dann Ende Dezember erstmals ins Aufgebot der Sabres. 2 Einsätze mit insgesamt 32:15 Minuten Eiszeit konnte er verbuchen. Ein Punkt gelang dem Deutschen bei den Niederlagen gegen die New Jersey Devils (3:4) und die New York Islanders (1:4) nicht. Seitdem gehörte er auch nicht mehr zum Kader der Sabres, die trotz eines ordentlichen Saisonendspurts die Playoffs deutlich verpassten.

Lukas Reichel (Chicago Blackhawks)

Ähnlich wie J.J. Peterka pendelte auch Lukas Reichel in dieser Saison zwischen der AHL und der NHL. 11 Mal kam der gebürtige Nürnberger in der besten Eishockey-Liga der Welt zum Einsatz. In seinem bisher vorletzten Spiel im Blackhawks-Trikot konnte Reichel dann auch endlich seinen ersten Scorerpunkt bejubeln. Beim 3:4 gegen die Nashville Predators legte er einen Treffer auf. „Ein Traum wurde wahr. Jeder, der Eishockey spielt, träumt doch als Kind davon, in der besten Liga der Welt zu spielen. Es war ein Riesenerlebnis für mich. Ich habe mich im Spiel auch richtig gut gefühlt. Und dann noch mit Patrick Kane, meinem Lieblingsspieler in einer Reihe zu spielen. Das war ein überragendes Erlebnis. Wir hatten viel Spaß zusammen“, so Reichel nach seinen ersten NHL-Spielen. Wenn der 19-Jährige nicht bei den Chicago Blackhawks im Aufgebot steht, geht er für die Rockford IceHogs auf Torejagd. Mit 21 Toren und 36 Assists ist er mit Abstand bester Scorer des Blackhawks Farmteams.

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