Eishockey WM: Mit DEB-Geist von 2010 den Mammutauftakt überstehen

Eishockey WM: Mit DEB-Geist von 2010 den Mammutauftakt überstehen

Das Auftaktprogramm der deutschen Nationalmannschaft bei der Eishockey WM lässt sich mit einem Wort auf den Punkt bringen: Ei-sen-hart! Wenn es „nur“ das Auftaktspiel gegen die USA am Freitag (ab 20:15 Uhr) wäre. Doch innerhalb von gerade einmal 72 Stunden muss sich das Team von Trainer Marco Sturm gegen 3 Elitenationen beweisen.

Unter diesen Umständen sollten sich die deutschen Fans mit dem unbequemen Szenario auseinandersetzen, dass die DEB-Auswahl nach den Partien gegen die USA, Schweden und Rekordweltmeister Russland ohne Punkt dasteht. Das erste Ziel unserer Kufencracks lautet daher: Die Euphorie und den Geist der letzten Heim-WM wiedererwecken, der das Team durch dieses Mammutprogramm trägt.

Beim Auftaktspiel vor 7 Jahren hatte Deutschland die Stars aus Nordamerika (2:1) kalt erwischt. 78.000 Zuschauer in der Gelsenkirchener Veltins-Arena sorgten für eine lautstarke Rekordkulisse und den Beginn eines kleinen Wintermärchens. Immerhin 18.500 Fans fiebern am Freitag in Lanxess Arena, der Heimat der Kölner Haie, mit. Wie stehen die Chancen auf einen erneute Überraschung? Für die bwin Bookies ist ein deutscher Erfolg (Quote: 4.75) am Freitag zumindest nicht ganz aus der Welt.

Vor USA-Spiel: Bundestrainer streicht Zerressen und Raedeke

Bundestrainer Marco Sturm peilt mit dem DEB-Team das Viertelfinale an.

„Wir sind bereit und möchten uns von unserer besten Seite zeigen, gerade bei einem solchen Turnier, auf das die Eishockey-Welt schaut“, sagt Bundestrainer Marco Sturm, der das Team seit seinem Amtsantritt 2015 vom 13. auf den 10. Platz der Weltrangliste geführt hat. Wer die Entwicklung beim DEB in den letzten Jahren nicht mehr im Kopf hat, wirft am besten einen Blick auf unsere Infografik zur 81. IIHF Eishockey WM.

Im Vergleich zu 2010 ist der 25 Spieler umfassende Kader nicht schlechter besetzt, aber noch immer nicht komplett. Nach der Streichung des Kölners Pascal Zerressen sowie Brent Raedeke (Adler Mannheim) lässt Marco Sturm noch weitere 2 Plätze offen. Fast täglich schaut der 38 Jahre junge Coach auf die Geschehnisse in den USA. In den dortigen NHL-Playoffs hat sich eine – aus deutscher Sicht – recht vorteilhafte Konstellation ergeben.

Weitere Verstärkung aus Übersee im Anflug

Da sich die 4 Teams der deutschen NHL-Spieler im Confrence Halbfinale direkt gegenüberstehen, stoßen noch 2 Stars im Turnierverlauf zum DEB-Team. Tom Kühnhackl vom Stanley Cup-Titelverteidiger Pittsburgh Penguins benötigt gegen die Washington Capitals (mit Philipp Grubauer) nur noch einen Sieg für das Weiterkommen. In der Serie zwischen den Edmonton Oilers (Leon Draisaitl) glichen die Anaheim Ducks und Korbinian Holzer einen 0:2-Rückstand aus.

Einen Wunschkandidaten nennt der Bundestrainer zwar nicht, insgeheim hofft der Niederbayer vor allem auf Shootingstar Draisaitl. Der Stürmer knüpft in den Playoffs nahtlos an seine herausragenden Statistiken aus der regulären Saison (29 Tore, 48 Vorlagen) an und wäre daher die bestmögliche Verstärkung für die Eishockey WM.

Die Verteidigung für die Partie gegen die USA ist bereits mit viel NHL-Erfahrung bestückt. An der Seite von Kapitän Christian Ehrhoff agiert Dennis Seidenberg, der vor allem dank Marco Sturm erstmals seit 2008 wieder an einer WM teilnimmt. „Marco war schon immer ein Vorbild für mich“, sagt der Mann von den New York Islanders. Im Tor vertraut der Bundestrainer auf Seidenbergs Teamkollegen Thomas Greiss. Wenn der Ex-Kölner gegen die USA maximal 2 Gegentreffer bekommt, beträgt die Quote 2.75.

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