ESC: Die Chancen von Österreich, Deutschland und der Schweiz

ESC: Die Chancen von Österreich, Deutschland und der Schweiz

Langsam steigt die Spannung! Am Dienstag gehen mit dem 1. Halbfinale in der ukrainischen Hauptstadt Kiew die Scheinwerfer für den 62. Eurovision Song Contest (ESC) an. Doch erst ab Donnerstag heißt es Daumen drücken für Österreich und die Schweiz. Sie treten mit 18 weiteren Nationen im 2. Halbfinale an. 10 kommen ins Finale am Samstag, indem Deutschland mit Levina und ihrem Song „Perfect Life“ bereits als eine von 6 Nationen gesetzt ist. Für alle 3 Länder wird es schwer, in die Fußstapfen von Conchita Wust, Lena, Udo Jürgens und Celine Dion zu treten.

Schon am Donnerstag geht Österreich mit Nathan Trent und seinem Song „Running On Air“ im Halbfinale an den Start. Erst vor 3 Jahren holte Conchita Wurst zum 2. Mal den Sieg in die Alpenrepublik und begeisterte damit einen Großteil des Kontinents. Das Echo zum Sieg der Kunstfigur war bahnbrechend für den Wettbewerb. Ikone Udo Jürgens trat in den 1960er-Jahren 3 Mal in Folge für Österreich an (1964-1966) und gewann bei seiner letzten Teilnahme mit dem Song „Merci, Cherie“ nicht nur die Herzen des Publikums sondern auch den Titel. Der 25-jährige Tiroler Nathan Trent wird nun bei der 50. Teilnahme natürlich einen anderen und ganz eigenen Weg einschlagen. Der Einzug ins Finale oder gar eine Top 10-Platzierung wären ein Riesenerfolg und nach 2 mageren Auftritten in den vergangenen beiden Jahren wieder ein musikalisches Ausrufezeichen.

Die ESC-Fans in Deutschland trauern noch immer der inzwischen erwachsen gewordenen Lena hinterher. Das Abschneiden in den letzten beiden Jahren war mit 2 letzten Plätzen total enttäuschend. Zum 5. Mal in Folge buhlt jetzt mit Levina eine weibliche Stimme um die Gunst der Zuschauer und vor allem Hörer. Seit 2008 wird hierzulande ausschließlich auf Englisch gesungen. Die 26-jährige Bonnerin gewann am 9. Februar den deutschen Vorentscheid und sahnte während ihres Studiums am Londoner King’s College schon mehrere Auszeichnungen ab. Das musikalische Talent ist ihr quasi in die Wiege gelegt. Schon als Kind gewann sie 2001 bei „Jugend musiziert“. Auch wegen dieser Vorgeschichte wäre es besonders schön, wenn der deutsche Beitrag in diesem Jahr wieder mehr Gehör bei unseren europäischen Freunden finden würde.

Auch die Schweizer träumen wieder von einer positiveren Wahrnehmung als bei den letzten Versuchen. In den vergangenen 10 Jahren musste man 7 Mal vorzeitig die Segel streichen. Der Erfolg von Superstar Celine Dion aus dem Jahr 1988 liegt nun schon 29 Jahre zurück. Daher wollen Timebelle mit der Performance des Songs „Apollo“ wieder ins Finale am Samstag einziehen, um die vielen Millionen Fans an den Bildschirmen mindestens 2 Mal von ihrer Darbietung überzeugen zu können.

Was Deutschland, Österreich und die Schweiz eint, ist die Tatsache, dass alle Länder 2 Mal den ESC gewinnen konnten. Die Briten scheinen ein gewisses Faible für Musik aus Österreich und der Schweiz zu haben. Ob es an der guten Aussprache liegt? Historisch betrachtet bekamen beide Länder die meisten Punkte von der Insel. Die Zuneigung scheint allerdings auf Gegenseitigkeit zu beruhen, denn die Musik-Fans aus beiden Alpenrepubliken vergaben ebenso wie die Deutschen die meisten Punkte an Acts aus Großbritannien. Deutschland konnte sich in der Vergangenheit des Öfteren auf den Musikgeschmack der Spanier verlassen, die ihrerseits oft für Punkte auf dem Konto der deutschen Künstler sorgten.

Reelle Sieg-Chancen sehen die Buchmacher allerdings für keinen der 3 Teilnehmer. Mit einer Quote von 101.00 kommen Österreich, Deutschland und die Schweiz erst an 19. Stelle für einen Erfolg in Frage. Etwas besser stehen die Chancen für einen Finaleinzug von Nathan Trent (Quote 1.45) als für die Eidgenossen von Timebelle (Quote 2.05).

Absoluter Top-Favorit ist in diesem Jahr Francesco Gabbani aus Italien mit dem Titel „Occidentali’s Karma“ – Quote 1.62.

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