Dennis Schröder in der Karriere-Sackgasse: Das sind die Gründe

Dennis Schröder in der Karriere-Sackgasse: Das sind die Gründe

Gestatten, Mr. Irrelevant! Ein eher ironisch gemeinter Titel, der im US-Sport dem Rookie verliehen wird, der mit dem allerletzten Draft-Pick vom Board geht. In diesen Tagen scheint er einem deutschen NBA-Spieler auf den Leib geschneidert. Wo in der 4. Woche der NBA Free Agency Millionen-Deal um Millionen-Deal eingefädelt wird, lassen die 32 General Manager Dennis Schröder links liegen – aus Gründen!

Einen Versuch war es durchaus wert. „Run it back“ (übersetzt: Zurücklaufen), twitterte Dennis Schröder unter ein Video von Superstar LeBron James. Das Ziel: Eine Reunion mit den Los Angeles Lakers und dem „King“. Nur reagiert letzterer eben nicht anders als das Front Office der Dallas Mavericks und Detroit Pistons. Insofern, der in seiner körperlichen Prime befindliche Spielmacher (28) dort überhaupt ernsthaft Thema gewesen war.

Lakers-Dilemma und Dribbling-Orgien schrecken ab

2013 war der Stern des gebürtigen Braunschweigers bei den Atlanta Hawks (253 Einsätze, 4 Playoff-Teilnahmen) aufgegangen. Dank zweier Lehrjahre an der Seite von Chris Paul bei OKC hätte er sogar langfristig im Hollywood des Basketballs funkeln können. Wie das Kapitel „Schroetime in LA“ in Wirklichkeit verlief, ist bekannt. Abschied nach nur einem Jahr. Ohne Titel, aber einigen Nebengeräuschen. 

Dass Schröder seinerzeit seinen Marktwert überschätzte und einen Vierjahresvertag über insgesamt 84 Millionen Dollar ausschlug, verfolgte ihn bis heute und vermutlich noch weitere Jahre. Ein Blick auf den Markt zeigt: Die Charlotte Hornets oder Memphis Grizzlies könnten ihm per Midlevel-Exception 10,5 Mio. anbieten, haben jedoch keinen Bedarf auf seiner Position.

Veteranen-Minimum-Vertrag als letzter Ausweg

Weitere Abnehmer mit einem Salary Cap im 2-stelligen Millionen-Bereich (San Antonio Spurs, Indiana Pacers) befinden sich im Rebuilld. Die Boston Celtics sowie die Houston Rockets waren Schröders Stationen 4 und 5 in der vergangenen Saison. Warum selbst der Einzug der Celtics in die NBA Finals (2:4 gegen die Golden State Warriors) das Bewerbungsschreiben des 28-Jährigen nicht aufpolieren kann?

Rein statistisch agierte das Team mit dem früheren Sixth Man of the Year-Finalisten (Platz 2 hinter Montrezl Harrell) auf dem Court schwächer als ohne ihn. Um satte 6,6 Punkte pro 100 Possessions, rechneten die Stat-Gurus von Cleaning the Glass aus. Häufig verstrickt sich der Point Guard mit seinem schnellen ersten Schritt in Dribbling-Orgien. Ob Dennis Schröder in der Folge bereit ist, seine NBA-Karriere durch einen sogenannten Veteran-Minimum-Deal zu retten? In diesem Fall würde sein Gehalt auf 2,6 Millionen Dollar schrumpfen – das 8-fache weniger als der Lakers-Vertrag!

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