Darts WM 2021: Stumme Festspiele im Ally Pally

Darts WM 2021: Stumme Festspiele im Ally Pally

Striktes Kostümverbot und eine stumme Meute an den Tischen. Nicht einmal die „Queen of the Palace“, Fallon Sherrock, wird da sein, um den Ally Pally ein wenig zu verzaubern. Die World Darts Championship bricht im Corona-Jahr mit vielen Traditionen und zieht ab dem 15. Dezember wohl nur die Hartgesottenen in ihren Bann. Was sportlich bleibt, hat den Weg in unsere Grafik zur Darts WM 2021 gefunden:

Oh, Gary Gary: Ein Favoritensterben scheint vorprogrammiert

Wie oft es – über eine gesamte Weltmeisterschaft mit insgesamt 28 Sessions – mal für mehr als eine Minute still ist, lässt sich eigentlich an einer Hand abzählen. „Boring, boring tables“, schallt es in diesen Momenten von den Tribünen durch den berühmten Londoner Alexandra Palace. Das heißt so viel wie: Ihr feinen Damen und Herren an euren edlen Tischen vor der Bühne seid viel zu leise! Eine „Stand up, if you love the Darts“-Antwort später feiert die Halle wie selbstverständlich wieder gemeinsam. In diesen Tagen ergeht es der Darts-Welt nicht anders als den großen Fußball-Ligen.

Eine Weltmeisterschaft mit 1000 Fans an Boring Tables schadet dem Image des Sports, der in den vergangenen Jahren einen rasanten Aufstieg zum Massenphänomen hingelegt hat. Wer die leise Vermutung hegt, die Leistungen der Protagonisten seien hier noch etwas mehr vom Support der Fans abhängig als in anderen Sportarten, dürfte sich mit Blick auf die Grafik bestätigt sehen. Seit dem Re-Start im Juli gab es 9 verschiedene Turnier-Sieger, wobei den Siegeszug von „Dreammaker“ Dimitri van den Bergh im prestigeträchtigen World Matchplay niemand kommen gesehen hatte.

MVG vs Price erst im WM-Finale möglich

Gleiches gilt für den aus Portugal stammenden José de Sousa, der beim Grand Slam of Darts unter Ausschluss der Öffentlichkeit als auch beim mit einigen wenigen Zuschauern ausgetragenen European Darts Grand Prix triumphieren konnte. Und die Elite der Wurfkünstler mit den Van Gerwens und Wrights? Einige haben vor der Reise in den Ally Pally noch die Kurve bekommen. Knapp die Hälfte der Top 32 verzweifelt bis heute an Darts unter diesen Bedingungen.

Glen Durant, nach dem Triumph in der Darts Premier League (11:8 gegen Nathan Aspinall) noch als Konkurrent für MVG gehandelt, geht mindestens als Wackelkandidat in sein Match gegen Landsmann Steve Beaton oder Diogo Portela. Noch ein Platz hinter Durant (#12) rangiert Gary Anderson, was im Grunde schon fast alles über die Chancen des Doppel-Weltmeisters von 2015/16 aussagt. Meldungen über anhaltende Knieprobleme tun ihr übrigens.

Der Abgesang auf Gervyn Price war ebenso angestimmt – hier offensichtlich zu früh! Vom „Iceman“ ist bekannt: Buh-Rufe treiben ihn zu Höchstleistungen. Sein (provokantes) Spiel zieht aber trotzdem, wie die 3 Major-Turniersiege beweisen. Die 2. Jahreshälfte war gar die beste in der Karriere des ehemaligen Rugby-Profis (Titel-Quote 6.00) und lassen ihn im Darts WM Favoriten-Ranking an Titelverteidiger Peter Wright (7.00) vorbeiziehen.

Hopp als Dauerbrenner, aber: Deutschland mit neuem Zugpferd

Man kann erahnen, wie knapp es zwischen Price und Michael van Gerwen (3.40) ohne dessen Erfolg bei den Players Championship Ende November geworden wäre. Ein Aufeinandertreffen der beiden Favoriten ist gemäß dem Turnierbaum erst im Finale der Darts WM 2021 möglich. Die Auslosung zauberte auch den Darts-Fans hierzulande ein Lächeln ins Gesicht. Das erste deutsche Duell im Ally Pally, es ist nicht nur möglich, sondern den Quoten nach wahrscheinlich.

Im Wissen um seine bärenstarke Premiere im Vorjahr erklären die Buchmacher Nico Kurz gegen Andy Hamilton – immerhin WM-Finalist 2012 – zum Favoriten. Seine ruhige Hand und ein 3-Dart-Average von 95 Punkten trugen Kurz seinerzeit zu Siegen über James Wilson und Joe Cullen. Ein Attribut, das Kenner der Szene auch einem Max Hopp wünschen würden. 8 WM-Teilnahmen seit 2013 machen ihn zum Dauerbrenner. Doch der nächste Schritt und eine gewisse Konstanz im Scoring wollen dem Maximiser schlichtweg nicht gelingen. 

Insofern die Wachablösung nicht schon bei der Team-WM (World Cup of Darts) vonstatten ging, könnte er seine Rolle als deutsches Zugpferd nun endgültig an Gabriel Clemens verlieren. Dem „German Giant“ aus dem Saarland war es zu verdanken, das Deutschland erstmals das Halbfinale erreichte. Und Clemens ist es nun, der als gesetzter Spieler (#31) schon fix in Runde 2 steht und auf den Sieger des Duells Kurz/Hamilton trifft.

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