Darts-WM 2020: Peter Wright vollendet sein Lebenswerk

Darts-WM 2020: Peter Wright vollendet sein Lebenswerk

Seit 11 Jahren wirft Peter Wright seine Darts bei der Professional Darts Corporation (PDC). Gewonnen hat er seitdem nicht so viel. Bis jetzt! Denn am Neujahrstag krönte sich der Schotte zum König der Dartsspieler. Er schubste Titelverteidiger Michael van Gerwen vom Thron und setzte sich die Krone selbst auf. Doch selbstverständlich war dieser Titelgewinn nie, dachte Wright doch bereits mehrfach über ein Ende seiner Karriere nach.

Mit 49 Jahren ist Peter Wright der älteste Premierensieger bei einer Darts-WM aller Zeiten. Und doch macht genau das ihn so sympathisch. Denn wohl kaum jemand hat so lange auf den WM-Titel hingearbeitet wie „Snakebite“. Im Alter von 13 Jahren bekam der Schotte, der in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs und schon früh in seiner Kindheit nach London ging, seine ersten Darts geschenkt. Ein Board, an dem er trainieren konnte, besaß er nicht, sodass sich Wright anders helfen musste. Er warf auf Bäume. Eine verrückte Geschichte, die zeigt, wie viel Energie und Leidenschaft der Darts-Weltmeister von 2020 in seinem Leben in diesen Sport gesteckt hat.

Bisher nur ein Major-Titel

In Pokalen hat sich dieses Herzblut für Wright noch nicht ausgezahlt. Seitdem er 2008 der PDC beigetreten ist, hat er sich den Ruf des ewigen Zweiten, des ewigen Finalisten, erarbeitet. Denn sowohl beim World Matchplay (2017), der Premier League (2017), dem World Grand Prix (2018) als auch beim Grand Slam of Darts (2017, 2019), den World Series Finals (2015, 2016) und der Champions League of Darts (2018, 2019) zog der Schotte den Kürzeren. Lediglich bei den UK Open, dem sogenannten FA Cup des Darts, konnte er 2017 den Pokal mit nach Hause nehmen.

Bevor er in die Weltspitze des Darts vordrang, hatte Wright, der aufgrund seines auffälligen Irokeseschnitts und seiner schrillen Art zu den beliebtesten Spielern der Tour gehört, lange Zeit mit Zweifeln und Geldnöten zu kämpfen. Durch die vielen Reisen und Hotelaufenthalte war sein Konto 2013 so leergeräumt, dass er bereits darüber nachdachte, dem Profitum den Rücken zu kehren. Gott sei dank hat er dies nicht gemacht, sonst hätte er wohl einen der besten Momente seines Lebens nicht mitbekommen. Mit einem 3-Dart-Average von 102,79 und einer überragenden Doppelquote von 53,33% besiegte er am Mittwochabend Michael van Gerwen im Londoner Alexandra Palace und wischte damit alle Zweifel, ob er den richtigen Weg eingeschlagen hat, mit einem Mal aus.

Neue Nummer 2 der Welt

Denn nicht nur auf das Selbstwertgefühl des Peter Wright hat der WM-Titel große Auswirkungen, sondern auch auf die Weltrangliste. Vor dem Turnier war Wright als Nummer 7 der Welt gestartet. Dank des Sieges beim wichtigsten Darts-Events des Jahres klettert er nun jedoch auf Platz 2 und ist damit ärgster Verfolger von Finalgegner Van Gerwen. Satte 500.000 £ brachte der Titelgewinn ein. Damit kommt Wright in den letzten 2 Jahren auf ein Gesamtpreisgeld von 944.500 £. Über ein Karriereende aufgrund von Geldproblemen muss sich „Snakebite“ wohl nie wieder Gedanken machen.

Sah 2013 noch ein bisschen anders aus als heute – Peter Wright
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