Wilder vs. Fury: Darum kommt der Titelkampf für den Gipsy King zu früh!

Wilder vs. Fury: Darum kommt der Titelkampf für den Gipsy King zu früh!

Echter Hass oder inszenierter Bohei? Die Meinungen über die tumultartige Pressekonferenz gehen weit auseinander, doch lieferte diese einen ersten Vorgeschmack auf das, was im Dezember folgt: Deontay Wilder vs. Tyson Fury! Es geht um den WBC-Titel im Schwergewicht inklusive Ticket für den ultimativen Vereinigungskampf. Unsere Grafik sowie die Prognose zum Kampf:

Der Titelkampf in Los Angeles verkörpert zunächst einmal die klassische Ausgangslage wie man sie im internationalen Haudrauf-Zirkus, aber ganz besonders in den USA, liebt. Ein Puncher gegen einen Boxer, beide ungeschlagen. Hier Titelverteidiger Deontay Wilder, der derzeit wohl gefährlichste One Punch-Fighter mit der K.o-Quote (97,5 %) wie aus einem Rocky-Film. Sein englischer Herausforderer ist derjenige, den führende Kampfsport-Magazine als „lineal Champion“ anpreisen.

Klitschko-Bezwinger Fury musste 2016 die Gürtel der Verbände WBA, WBO, IBF und IBO (heute im Besitz von Anthony Joshua) wieder abgeben, ohne jemals im Ring (27-0-0) besiegt worden zu sein. Depressionen, Doping, Drogen – eben die ganze Palette an Skandalen, die ein Sportler so mitnehmen kann.

Glanzlose Fury-Siege in Aufbaukämpfen

Wird der Wilder-Fight am 2. Dezember (ca. 3:00 Uhr deutscher Zeit) zum Höhepunkt seiner Comeback-Tour 2018? Die bwin Redaktion meint: Ja, allerdings ein Unrühmlicher! Der explosive US-Boy kommt für Fury schlichtweg zu früh. Titelreif ist am selbst ernannten Gipsy King („Meine Frau schubst härter als er“) allenfalls sein Sprüche-Feuerwerk.

Seine besten Schoten aus den Pressekonferenzen haben wir in der Grafik gebündelt. Was der Brite damit bezwecken will: Sich im Kopf seines Gegners festbeißen, um ihn im Ring zu einer überstürzten Handlung zu bewegen. Unsere Deontay Wilder vs. Tyson Fury-Prognose fußt auf der Bilanz des 33-Jährigen im Jahr 2018. Auf dem Papier mögen ein früher Knockout sowie ein einstimmiger Punktsieg stehen. Wer ins Detail geht erkennt, dass der 2 Meter große und 120 Kilo schwere Koloss vom (lustlosen) Aufbaugegner Sefer Seferi nie geprüft wurde.

Deontay Wilder und Tyson Fury beließen es bei der Pressekonferenz nicht allein beim Trash Talk…

Prominente Verstärkung in der Ecke

100:90 Punkte lautete die Wertung gegen den Deutsch-Italiener Francesco Pianeta im August. Beinarbeit? Verbessert! Überlegenheit wie man sie von einem künftigen Weltmeister erwartet? Fehlanzeige! Daraus ergibt sich eine Quote von 2.30 für Tyson Fury. Für die Titelchance lässt der Mann aus Manchester wiederum nichts unversucht.

Freddy Roach, mehrfach als bester Boxtrainer der Welt ausgezeichnet, wird zusätzlich zu Ben Davison in der Ringecke stehen. Offiziell als Cutmann. „Wenn Fury versucht sich mit ihm zu prügeln, wird er kalt erwischt werden“, sagt der 58-Jährige, der Manny Pacquiao zum WM-Titel in 8 verschiedenen Gewichtsklassen geführt hat. „Ich traue ihm zu, die richtige Strategie zu finden und über die komplette Distanz zu gehen.“

Schlagkraft: Klare Vorteile beim Bronze Bomber

Auf die Aussage von Sparringspartner Richard Towers, wonach Wilder 8 Mal (!) härter zuschlägt als Fury, reagieren unsere Buchmacher mit einer Quote von 2.00 für ein vorzeitigen Sieg des US-Boys. Der Herausforderer setzte eine Reichweite von 2,17 Meter dagegen. Schlagkombinationen auf Kopf und Körper aus der Distanz sind die wohl wichtigsten Waffen des früheren Klitschko-Bezwingers.

Freilich darf Wilders perfekter Record (40 Siege in 40 Kämpfen) nicht überbewertet werden. Kritiker ordnen etwa die Hälfte seiner Gegner in die Fallobst-mit-Speck-Kategorie ein. Was dem „Bronze Bomber“ dagegen nicht abzusprechen ist: Der berühmte Killerinstinkt! Setzt Deontay Wilder nach brutalen Knockouts gegen Artur Szpilka oder zuletzt Luis Ortiz ein Ausrufezeichen im Hinblick auf den ultimativen Vereinigungskampf? AJ und sein Promoter Eddie Hearn können genüsslich abwarten. Das Wembley-Stadion ist für den 14. April 2019 bereits reserviert.

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