Boxen: Vincent Feigenbutz muss Worten Taten folgen lassen

Boxen: Vincent Feigenbutz muss Worten Taten folgen lassen

Deutschlands größte Box-Hoffnung Vincent Feigenbutz verteidigt am Samstag seine Titel. Der amtierende GBU und Interims-Weltmeister der WBA bestreitet erstmals einen WM-Kampf vor heimischer Kulisse in Karlsruhe. Gegner ist der Italiener Giovanni De Carolis. Im Vorfeld sorgt der Deutsche allerdings mit großen Worten für Unruhe im Box-Zirkus.

Der WM-Kampf hat noch nicht einmal begonnen, da hat Vincent Feigenbutz bereits die ersten Tiefschläge einstecken müssen. Der 20-Jährige, der als größte deutsche Box-Hoffnung gilt, bekam verbale Ohrfeigen von den beiden Altmeistern Arthur Abraham und Marco Sturm zu hören. „Feigenbutz ist ein Nichts. Er soll endlich vernünftige Gegner schlagen, bevor er das Maul aufreißt“, sagte Abraham zur Bild. Sturm lässt ähnliche Worte verlauten: „Der hat doch bisher nur Schrott geboxt, keinen Mann aus den Top-Ranglisten. Er hat nur durch sein großes Maul auf sich aufmerksam gemacht und benutzt unsere Namen, um bekannt zu werden.“

sturm
Felix Sturm ist nicht gut auf Vincent Feigenbutz zu sprechen.

Ganz Unrecht haben die beiden Boxer nicht. Im Vorfeld seines Kampfs am Samstag gegen Giovanni De Carolis hat Feigenbutz große Töne gespuckt und sich zu folgender Aussage hinreißen lassen: „Erst wird mein Gegner am Samstag liegen! Dann schicke ich Sturm und Abraham in Rente und räume im Supermittelgewicht auf. Ich will alle Gürtel der 4 großen Weltverbände holen.“ Große Worte von dem jungen Mann. Allerdings gehören solche provozierenden Aussagen in der Welt des Boxens dazu. Boxen ist vor dem eigentlichen Kampf Entertainment und Unterhaltung. Die dünnhäutigen Reaktionen und verbalen Retourkutschen der beiden Altmeister zeigen, dass Feigenbutz einen Nerv getroffen zu haben scheint. Bereits seit einiger Zeit versucht der junge Boxer Abraham oder Sturm vor die Fäuste zu bekommen, doch bisher kam es nicht dazu. Laut Feigenbutz weichen die beiden ihm gezielt aus. „Ich weiß nicht, was ich noch alles tun muss, um endlich einen dieser Jungs in Rente schicken zu dürfen“, klagt Feigenbutz und fügt hinzu: „Immer und immer wieder reden sie sich heraus, drücken sich vor mir und boxen stattdessen lieber untereinander.“ Aber es gibt Hoffnung für den Karlsruher. Gewinnt Feigenbutz gegen De Carolis, hat ihm der Weltverband WBA seinen ersten WM-Kampf versprochen. Der Gegner wird der Sieger aus dem Kampf zwischen Felix Sturm und Fedor Tschudinow (28/Russland).

Am Samstag muss Feigenbutz nun vor 5.000 Zuschauern in seiner Heimatstadt Karlsruhe aber erstmal seinen Worten entsprechende Taten folgen lassen. „Natürlich freue ich mich, vor all meinen Freunden und meiner Familie zu boxen. Das wird bestimmt eine großartige Kulisse und natürlich will ich einen K.o.“, sagt Feigenbutz mit Blick auf den Fight gegen den 31 Jahre alten Römer zu Sport1. Die Bilanz des 20-Jährigen liest sich bislang beachtlich. 21 Profikämpfe hat „Iron Junior“ bisher bestritten, 20 Mal verließ er den Ring als Sieger. Stolze 19 Knockouts stehen für ihn zu Buche. Feigenbutz fühlt sich zu Höherem berufen und De Carolis soll nur ein kurzer Zwischenstopp auf dem Weg nach ganz oben sein. Trotzdem sollte er den Italiener nicht unterschätzen. Immerhin zwang De Carolis vor 2 Jahren Arthur Abraham über die volle Distanz zu gehen.

X