Clippers statt Lakers: Leonard-Deal wie ein Segen für die NBA!

Clippers statt Lakers: Leonard-Deal wie ein Segen für die NBA!

Eine Basketball-Weisheit besagt: Viele Wege führen nach Los Angeles! Meistens natürlich zu den Lakers, 16-maliger NBA-Champion und – nach eigenem Selbstverständnis – auch dann die Nummer 1 der Stadt, wenn sie 6 Jahre in Folge die Playoffs verpasst haben. Mit Kawhi Leonard entschied sich nun der beliebteste Free Agent des Sommers gegen die Lakers und für das „andere Team“, namentlich LA Clippers.

Wie viele Schulterklopfer und Glückwünsche das Front Office der Clippers an Tag 6 der NBA Free Agency erhalten hat, ist nicht überliefert. Derzeit freut sich quasi die halbe Liga mit der titellosen Franchise aus Kalifornien. In der kommenden NBA-Saison 2019/20 versprechen nicht nur die internen Stadtmeisterschaften zwischen den Clippers um Kawhi Leonard und Paul George und den von LeBron James sowie Anthony Davis angeführten LA Lakers Hochspannung. Die Liga wirkt ausgeglichen wie vor der Warriors-Dynastie (2015 – 2019).

Viele starke Teams, aber keine Dynastie in Sicht

In der Eastern Conference darf man gespannt sein, ob das junge Team der Philadelphia 76ers den nächsten Schritt macht. Im Conference Halbfinale hatten Joel Embiid, Ben Simmons und Co. den späteren Meister Toronto mit Kawhi Leonard (3:4 in Serie) am Rande einer Niederlage. Durch Leonards Abgang müssen die Raptors zwangsläufig die Milwaukee Bucks um den auf beiden Seiten des Feldes dominanten MVP Giannis Antetokounmpo, die Boston Celtics als auch die Brooklyn Nets fürchten.

Die Mehrheit der Stars tummelt sich zwar weiterhin im Westen. Aber: Die Zeiten, in denen sich ein Team durch die Playoffs bzw. NBA Finals sweept, gehören erst einmal wieder der Vergangenheit an. Weder Golden State, noch Houston oder die Lakers kann nächstes Jahr eine namhafte Big Three aus den Top 15-Spielern der Liga auf das Parkett schicken, nachdem sich Kawhi Leonard mit den LA Clippers auf einen 4-Jahres-Vertrag (142 Mio. $) einigte. Was wohl LeBron James darüber denkt?

Das defensive Kryptonit für Individualisten

Der King hätte Leonard schon aus dem Grund gerne in seinem Team gesehen, weil der Mann mit den Riesenhänden (Spitzname: The Claw) ihn selbst im 1-gegen-1 wirkungsvoll verteidigen kann. Wie die Clippers es geschafft haben, ihren populären Stadtnachbarn auszustechen? Womöglich wurde ihnen ihr größter Nach- zu einem Vorteil. Das Rampenlicht und die Strahlkraft der Lakers, der viele Free Agents so magisch anzieht, braucht Leonard weitaus weniger als andere Stars.

Wenige Tage nach dem Meeting erfüllte die Franchise dem 28-Jährigen seinen Wunsch und holte per Trade den Spieler, den der Stadtnachbar im Vorjahr gefühlt auch schon 3 Mal unter Vertrag genommen hatten: Paul George (Oklahoma City Thunder)! Zusammen mit Patrick Beverley verleiht besagtes Duo den Clippers großen defensiven Impact. Eine Art Kryptonit für Teams, die von einem herausragende Individualisten leben. Beispiel: James Harden von den Houston Rockets. Und wer einen ehemaligen Meister-Coach wie Doc Rivers in die Lage versetzt, Lou Williams (3-maliger Sixth Man of the Year) von der Bank ins Spiel zu werfen, muss sich vor den LA Lakers nicht (mehr) verstecken.

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