All NBA European Team: Wie Nowitzki und Co. das Standing verbesserten

All NBA European Team: Wie Nowitzki und Co. das Standing verbesserten

Happy Birthday, NBA! Die im Jahr 1946 gegründete Basketball-Eliteklasse feiert ihr 75-jähriges Jubiläum – mit Stil und einer Hommage an ihre wachsende Community in Europa. Erstmals wurden 2 reine All Star-Teams aus europäischen NBA-Spielern gewählt. Bleibt die Frage: Durch welchen der 10 Korbjäger sind Einfluss und Standing über die Jahre am meisten gestiegen?

Schauplatz: Barclays Center, Heimat der Brooklyn Nets! „Und mit dem 41. Pick im 2014er NBA-Draft wählen die Denver Nuggets…“. Ja, wen denn nur? Etwa einen Taco-Verkäufer? An den TV-Bildschirmen sahen sich Fans verdutzt an. Nur wer live in der Halle war, bekam ihn zu Gesicht: Nikola Jokic. Ein Big Man aus Serbien, den der TV-Sender ESPN – vermutlich auf Basis seines Draft Profils – für nicht erwähnenswert genug hielt und stattdessen in die Werbung schaltete. 

Wer sollte auch ahnen, dass in diesem „ganz passablen Passspieler“ (O-Ton der Scouts) ohne jede College Basketball-Erfahrung jemand schlummert, der das Spiel auf seiner Position wie einst Dirk Nowitzki durch den Fadeaway Jump Shot revolutionieren würde? Der Begriff Point Center wurde ins NBA-Fachjargon eingeführt, die Abkürzung für MVP künftig zweigeteilt definiert. Ehret den Most Valuable Passer. Dass Nikola Jokic in seiner sechsten Saison im Nuggets-Trikot auch den „echten“ MVP-Award abstaubte (und verteidigen konnte), darf ESPN rückblickend als gewissenhafte Lektion in puncto Wertschätzung auffassen.

Gerne schwang bei einer 30 Punkte + X-Performance der Zusatz „und das als Europäer“ von Seiten der TV-Reporter mit. „Die europäischen Spieler der Vergangenheit und Gegenwart haben die NBA und den Basketball nachhaltig geprägt“, betont George Aivazoglou, Head of Fan Engagement. Bei der Wahl der All NBA European Teams floß das Fan-Voting und das der Jury, die aus europäischen Medienvertretern, Influencern und Prominenten bestand, zu jeweils 50 Prozent in das Endergebnis ein. 

All NBA European 1st Team

– Dirk Nowitzki (1522 NBA-Einsätze, 1x MVP)

– Pau Gasol (1226 NBA-Einsätze, 6x All Star)

– Tony Parker (1254 NBA-Einsätze, 6x All Star)

– Giannis Antetokounmpo (656 NBA-Einsätze, 2x MVP)*

– Luka Doncic (264 NBA-Einsätze, 3x All Star)*

All NBA European 2nd Team

– Toni Kukoc (846 NBA-Einsätze, Hall of Fame)

– Arvydas Sabonis (470 NBA-Einsätze, Hall of Fame)

– Peja Stojaković (804 NBA-Einsätze, 3x All Star)

– Dražen Petrović (290 NBA-Einsätze, Hall o Fame)

– Nikola Jokic (527 NBA-Einsätze, 2x MVP)*

*Noch aktiv

Meiste Stimmen für Super-Team-Besieger Nowitzki 

Ein Back to Back-MVP nur im 2nd-Team? Ein echter Härtefall beim Voting, wobei der Award für den wichtigsten Spieler der regulären Saison ohnehin fest in europäischer Hand ist. Anno 2022 war unter den Kandidaten (Nikola Jokic, Giannis Antetokounmpo und Joel Embiid) nicht mal mehr ein US-Boy zu finden. Gegen den „Greak Freak“, wie der kompletteste Spieler der Liga genannt wird, und dessen riesige Fangemeinde zog Nikola Jokic wenig überraschend den Kürzen. Der ältere der beiden Gasol-Brüder hat ihm wiederum zwei Ringe (2009, 2010 mit den Los Angeles Lakers), ein Tony Parker sogar vier Titel voraus.

Über 17 Jahre orchestrierte der Franzose an der Seite von Tim Duncan und Manu Ginobili die Offense der San Antonio Spurs und schwang sich obendrein zum ersten europäischen NBA Finals-MVP (2007) auf. Im Duell zwischen Nikola Jokic und Dirk Nowitzki punktet unser NBA-Held mit dem Coup gegen die Miami Heat. Gegen das Super-Team aus LeBron James, Dwayne Wade sowie Chris Bosh bog der gebürtige Würzburger einen 1:2-Rückstand um und gewann mit den „Mavs“ 3 Spiele am Stück. Eine unvergessene Serie, die dem deutschen Schlacks die meisten Stimme im oben genannten Quintett einbrachte.

Doncic über Jokic: Feiertag für die EuroLeague

Dagegen konnte der 3-malige All Star Detlef Schrempf (u.a. Dallas Mavericks, Seattle SuperSonics) nicht genug Stimmen sammeln, um es in eines der All NBA European Teams zu schaffen. Vertreten ist der als legitime Nowitzki-Nachfolger angesehene Luka Doncic. Hat der slowenische Point Guard in nur 4 Jahren noch mehr verzaubert oder mehr für das Standing getan als Nikola Jokic in 7? Jein!

Es lässt sich gewissermaßen als knapper Erfolg in einer 7 Spiele-Serie für die EuroLeague auslegen, die unabhängig von Heldentaten der Nowitzkis und Parkers dafür gesorgt hat, dass Basketball in Europa eben keine Schattenveranstaltung der NBA mehr ist. „Durch das breite Feld und die höher stehende Defense finde ich es schwieriger, in der EuroLeague 30 Punkte aufzulegen“, sagte Luka Doncic im Podcast „The Old Man and the Three“.

Unter dutzenden beeindruckenden Stats und Bestwerten sticht beim 23-Jährigen vor allem die Zahl 38 heraus. Sie steht für Doncic’ Punkteschnitt in Playoff Elimination Games. Sein Step Back-Dreier? Eine einzige Augenweide! Die Präsenz in der Crunchtime? Im Grunde nicht anders als bei Real Madrid, wo er 2017/18 zum MVP der EuroLeague gewählt wurde und als Nummer 3-Pick sowie Rookie of the Year einen fließenden Übergang in die NBA hingelegt hatte. Bis die NBA ein weiteres All NBA European Team wählen lässt, dürfte es nicht weitere 75 Jahre dauern – Doncic und Jokic sei Dank!

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