24 Stunden von Le Mans: Einsamer Kampf im Rekordfeld

24 Stunden von Le Mans: Einsamer Kampf im Rekordfeld

Aus allen Himmelsrichtungen pilgern Motorsport-Fans in diesen Tagen wieder nach Le Mans. Motorenheulen und der Benzingeruch sind Dinge, die untrennbar mit der französischen Stadt verbunden sind. Die berühmten 24 Stunden von Le Mans gehen in ihre 87. Auflage. Vor dem Rennstart am Samstag um 15:00 Uhr stimmen wir euch mit den wichtigsten Fakten und Wetten auf den Langstreckenklassiker ein:

Es gibt nur wenig Rennen, die einen solchen Mythos aufgebaut haben. Zusammen mit dem Großen Preis von Monaco in der Formel 1 und dem Indy500 gelten die 24 Stunden von Le Mans als Triple Crown dieses Sports. Graham Hill heißt der einzige Fahrer, der alle diese Rennen gewinnen konnte und damit den sogenannten „Grand Slam“ schaffte.

1000 PS-Toyota: Was und wen Alonso trotzdem fürchten muss

Fernando Alonso ist 2-maliger Formel 1-Champion (Renault) und geht seit 2018 in der Langstrecken-WM an den Start.

Bei insgesamt 35 Stunden-Fahrzeit über das ganze Wochenende müssen die Fahrer ans Limit gehen. Schon beim Start gibt es enorm viel zu verlieren. Wie beim Meilenklassiker in Indianapolis vor rund 3 Wochen läutet am Samstagnachmittag ein fliegender Start (nach Einführungsrunde) das Spektakel mit einem auf 186 Fahrer (in 62 Autos) angewachsenen Rekordfeld ein. Fernando Alonso, dessen ehemaliger Renault-Companion Giancarlo Fisichella und Stoffel Vandoorne bilden die Speerspitze der insgesamt 22 Ex-Formel-1-Piloten.

Letzterer fegte hinter dem Steuer des Dallara BR1 bei den Testfahrten mit 350 km/h über die lange Gerade des Circuit de la Sarthe. Ein neu gemessener Top-Speed für die LMP1-Klasse, der mitunter falsche Versprechungen auslöst. „Wir sollten sich so viel auf Toyota schauen“, weiß Vandoorne. Hier sitzt Vorjahressieger Alonso im 1000 PS-starken Toyota und greift mit der gleichen Besetzung  (Sebastien Buemi/Kazuki Nakajima) wie 2018 nach seinem 2. Triumph in Le Mans – Quote 1.85!

Damenteam gibt im Ferrari Vollgas

Fürchten muss der inzwischen 37-jährige Spanier eigentlich nur 2 Dinge: Das Schwesternauto des Werksteams (Mike Conway/Kamui Kobayashi/José María López – Quote 2.30) – und technische Macken. In dieser Beziehung sind die Japaner freilich ein gebranntes Kind. In Silverstone bekamen Alonso und Co. den Sieg nachträglich aberkannt. Toyotas schwärzeste Stunde in Le Mans ereignete sich 2016, als dem Hybrid-Modell 4 Minuten vor Rennende die Luft ausgegangen war.

Darauf müssen die 7 anderen Privatteams in der LMP1-Klasse hoffen. So banal es klingen mag, aber nur bei einem Toyota-Ausfall besitzen der deutsche Pilot André Lotterer (Rebellion Racing) oder Marcel Fässler aus der Schweiz ernsthafte Siegchancen. Zwischen 2011 und 2014 waren sie zusammen im Audi-Werksteam 3 Mal nicht zu bremsen. Düsen Lotterer bei den 24 Stunden von Le Mans diesmal gar 3 Frauen davon? Einige Blicke dürften sicherlich auf Rahel Frey, Michelle Gatting und Manuela Gostner gerichtet sein, die das 22. reine Damenteam in der Historie des Klassikers bilden. Im Ferrari F 488 GTE geht es gegen 183 Männer. 

X