Deutsche Profis: Die Treuesten der Treuen

Deutsche Profis: Die Treuesten der Treuen

Im heutigen Fußballgeschäft regiert Geld die Welt. Überall steigen Scheichs und Oligarchen in die Führungsriegen der europäischen Top-Klubs mit ein. Dementsprechend erreichen die Gehälter und Ablösesummen Jahr für Jahr immer wieder neue wahnwitzige, surreale Sphären. Doch dass es auch anders geht, zeigen zahlreiche Profis. Wir haben für Euch mal einige der treuesten Spieler im deutschen Profifußball aufgelistet.

Martin Cimander (SG Sonnenhof Großaspach, 3. Liga): 14 Jahre, 10 Monate

Cimander
Cimander ist Deutschlands treuester Profi!

„Martin wer?“, werden sich jetzt sicherlich einige von Euch fragen. Martin Cimander ist der treuste Spieler in den deutschen Profiligen! Seit fast 15 Jahren hält er für die Baden-Württemberger in sämtlichen Ligen die Knochen hin. Als er im Sommer 2000 vom VfR Heilbronn zur SGS wechselt kickte die damals sogar noch in der Landesliga. Über die Verbands-, Ober- und Regionalliga ist Cimander mit „seinem“ Verein im Profifußball angekommen. Er hat auch schon Pläne für die Zeit nach dem Fußball. Nach seinem Karriereende im Jahr 2017 wird „Mr. Großaspach“ in den Trainerstab der Süddeutschen aufrücken. Kurios: Für Cimander ist der Fußball nicht der einzige Job. Er arbeitet bis zu 35 Stunden in der Woche als Industriemechaniker bei einem Automobilzulieferer.

Roman Weidenfeller (Borussia Dortmund, Bundesliga): 12 Jahre, 10 Monate

Satte 423 Pflichtspiele (141 davon ohne Gegentor!) bestritt der Keeper für den Double-Gewinner von 2012. Nach einer nicht mehr so glanzvollen Saison und dem bevorstehenden Trainerwechsel beim BVB könnte seine Zeit in der Ruhrpottmetropole bald ablaufen. Schon öfter wurde Weidenfeller in den vergangenen Wochen in den Medien mit einem Transfer in Verbindung gebracht. Sollte sich das bewahrheiten, würde nach Klopp (sieben Jahre) und Sebastian Kehl (Karriereende nach 13 Jahren bei der Borussia) ein weiteres Stück BVB-Geschichte gehen.

Philipp Lahm (FC Bayern München, Bundesliga): 12 Jahre, 10 Monate

Ähnlich wie Weidenfeller beim BVB ist Lahm ein wandelndes Stück Vereingeschichte des FC Bayern. Nach seiner Ausleihe zum VfB Stuttgart räumte der ehemalige Kapitän der deutschen Nationalmannschaft mit den Münchnern alles ab, was man sich nur vorstellen kann. Siebenmal deutscher Meister, fünfmal DFB-Pokal-Sieger, einmal Champions League-Sieger und auch die Klub-Weltmeisterschaft und den UEFA-Supercup gewann er mit dem FCB. Insgesamt stand Lahm 37.287 Minuten (433 Spiele) im Bayern-Trikot auf dem Platz.

Andreas Lambertz (Fortuna Düsseldorf, bald Dynamo Dresden, 2. Bundesliga): 11 Jahre, 10 Monate

Lambertz
Verlässt die Fortuna im Sommer nach 12 Jahren Vereinszugehörigkeit – Andreas Lambertz

Lumpi ist ein echtes Unikum im deutschen Fußball. Als einziger Spieler marschierte er mit einem Verein aus der Oberliga bis in die Bundesliga. Doch für den 30-Jährigen beginnt ab dem Sommer nach dann zwölf Jahren ein neues Kapitel. Der langjährige Fortuna-Kapitän wechselt zu Dynamo Dresden, denn in Düsseldorf wurde er in dieser Saison nur noch selten in der Startelf berücksichtigt. Die Dynamo-Fans können sich auf eine echte Kampfsau freuen.

Gonzalo Castro (Bayer 04 Leverkusen, Bundesliga): 10 Jahre, 4 Monate

Der nächste Kollege, der nach über einer Dekade bei einem Profiverein, voraussichtlich den Klub wechselt. Er ist in unserer Auflistung mit 27 Jahren der jüngste Spieler. Bereits mit 17 Jahren absolvierte Castro sein erstes Profispiel für die Werkself. Nun macht er wohl von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch und wechselt zu Borussia Dortmund. 285 Bundesligaspiele hat er schon absolviert, mit weiteren guten fünf bis sechs Jahren könnte er sich in die vorderen Regionen der Auflistung „Meiste Bundesligapartien“ schieben. An Rekordhalter Charlie Körbel (602) wird er jedoch nicht mehr herankommen.

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