Spielpraxis für Talente: Welche Klubs geben der Jugend eine Chance?

Spielpraxis für Talente: Welche Klubs geben der Jugend eine Chance?

Im europäischen Fußball ist der Jugendwahn ausgebrochen. Das Gesamtdurchschnittsalter eines Kaders wurde in den vergangenen 10 Jahren immer geringer. Aber welche Klubs setzen wirklich auf Talente, ermöglichen ihnen Spielpraxis und nutzen die Jugend nicht nur als Kaderauffüllung? Die bwin News Redaktion hat die 10 letzten Bundesliga-Spielzeiten genau unter die Lupe genommen.

Welche Vereine verhalfen zum BL-Debüt?

Die TSG Hoffenheim und Borussia Dortmund sind die Klubs, die in der letzten Dekade den meisten Talenten zu ihrem Debüt in der Fußball-Bundesliga verholfen haben. Beide Vereine erfüllten 23 Spielern ihren Traum von einem Einsatz in der deutschen Eliteklasse. Viele der eingesetzten Talente liefen aber insgesamt weniger als 20 Mal auf. Wenn es um die Anzahl der Einsätze geht, ist der FC Schalke in der Talentförderung das Maß aller Dinge. Zwar feierten „nur“ 22 Spieler im königsblauen Trikot ihre Bundesliga-Premiere, ein Großteil davon etablierte sich aber schnell im Kader. Die besten Beispiele dafür sind Max Meier, Sead Kolasinac oder Joel Matip. Das Trio kommt zusammen auf 434 Bundesligaspiele.

Schalke (13), Hertha (13), Dortmund (12) und Leverkusen sind einsame Spitze, wenn es nach den Debüts deutscher Nachwuchsspieler im Oberhaus geht. Julian Draxler, Arne Meier, Mario Götze und Kai Havertz stehen exemplarisch für die gute Nachwuchsförderung der 4 Vereine, von der auch die deutsche Nationalmannschaft profitiert. S04 ist im Übrigen auch der Klub, der sich am häufigsten in der 2. Bundesliga bedient. In den letzten 10 Jahren fischte Königsblau 9 Spieler unter 23 Jahren aus dem Unterhaus. Dafür gab der Klub 17,5 Mio. € aus. Nicht immer rentierte sich die Investition. Spieler, die aus der 2. Liga bei S04 einschlugen, waren Leon Goretzka, Alessandro Schöpf und Marco Höger.

Zweitliga-Talente und deren Weiterverkaufswert

Das beste Händchen mit Zweitligaspielern hat die TSG Hoffenheim. Die Kraichgauer verpflichteten in der letzten Dekade 7 Spieler eine Liga tiefer und transferierten diese im Laufe der Zeit weiter. Die entstandenen Einnahmen dadurch belaufen sich auf 24,8 Mio. €. Bayer Leverkusen (8 Spieler) und der FC Augsburg (10) bedienten sich zwar häufiger ein Regal weiter unten und veräußerten die Akteure im Anschluss weiter, nahmen damit aber weniger Geld ein als die TSG.

Was in den 90er Jahren schon gut war, hat weiterhin Bestand: Die Jugendarbeit des Karlsruher SC. Damals entsprangen Spieler wie Oliver Kahn oder Mehmet Scholl dem Talentebecken der Badener. In den letzten 10 Jahren brachte der KSC wieder eine Menge Jugendspieler hervor, die im Profifußball Fuß fassten. Kein anderer Zweitligist diente häufiger als Sprungbrett. Spieler wie Hakan Calhanoglu (heute Milan) oder Kevin Akpoguma (Hoffenheim) entstammen der KSC-Jugend. Darauf kann der Verein, der zwischenzeitlich in der 3. Liga verschwand, Stolz sein.

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