Auch eine Wahlniederlage wird Trump nicht unterkriegen

Auch eine Wahlniederlage wird Trump nicht unterkriegen

Der US-Wahlkampf hat die Vereinigten Staaten fest im Griff. Es ist das alles beherrschende Thema in den USA. Schafft Außenseiter Donald Trump (Quote 3.50) den Sprung ins Weiße Haus? Aber egal wie der Wahlkampf auch ausgeht: Trump wird sicher nicht in der Versenkung verschwinden. Das zeigt ein Blick auf die Geschichte.

Wer darauf hofft, dass Donald Trump im Falle einer Niederlage im US-Wahlkampf vom Bildschirm verschwinden wird, der wird ziemlich sicher enttäuscht werden. Wir von bwin blicken auf die bisherigen 13 Verlierer im Kampf um die US-Präsidentschaft seit dem 2. Weltkrieg und ihr Wirken nach der Wahlniederlage.

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1944 und 1948: Thomas E. Dewey

Thomas E. Dewey ist bis heute der jüngste republikanische Präsidentschaftskandidat. Er scheiterte 3 Mal im Kampf um das Präsidentenamt. Erst musste er sich Franklin D. Roosevelt geschlagen geben, der sich erstmals in der Geschichte der US-Präsidenten für eine nie dagewesene 4. Amtszeit entschied. 1948 verlor er gegen Harry S. Truman.

Später jedoch unterstützte er Dwight D. Eisenhower (1953-1961) beim Kampf um das Präsidentenamt. Durch dessen Sieg verhinderte er eine Amtsübernahme seines Erzfeindes Robert Taft. Während Eisenhowers Amtszeit wurden viele von Deweys engen politischen Freunden in Schlüsselrollen gesetzt.

1952 und 1956: Adlai Stevenson

Stevenson musste sich im Wahlkampf beide Male Dwight D. Eisenhower geschlagen geben. 1961 ernannte ihn der damalige Präsident John F. Kennedy zum Botschafter bei den Vereinten Nationen. Während der Kuba-Krise 1962 sollte er auf Geheiß von Kennedy die angebliche Existenz von sowjetischen Raketen auf Kuba beweisen (Invasion in der Schweinebucht).

Stevenson wurde in Stanley Kubricks Film „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ durch Peter Sellers sarkastisch dargestellt.

1960: Richard Nixon

Nachdem Nixon den Kampf ums Weiße Haus gegen Kennedy verlor, musste er auch eine Niederlage bei den Gouverneurswahlen in Kalifornien hinnehmen. Seine politische Karriere schien vorbei.

Doch Nixon blieb der Politik treu und setzte sich Jahre später bei der Präsidentschaftswahl 1968 gegen Hubert H. Humphrey durch. Er wurde zum 37. Präsidenten der USA gewählt. 1972 wurde er im Amt bestätigt. Letztendlich brachte ihn die Watergate-Affäre zu Fall, infolgedessen er wegen Amtsmissbrauch zurücktrat.

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Richard Nixon wurde 8. Jahre nach seiner ersten Wahlniederlage zum Präsidenten gewählt.

1964: Barry Goldwater

Goldwater war langjähriger Senator von Arizona, bevor er eindeutig mit 61,8% zu 38,2% im Wahlkampf gegen Lyndon B. Johnson, der nur aufgrund der Ermordung von Kennedy zum US-Präsident ernannt worden war, verlor. Trotz seiner Niederlage blieb er seiner Partei treu und hatte maßgeblichen Anteil daran, dass sich die US-Südstaaten von einer demokratischen zu einer republikanischen Hochburg entwickelten. Er ebnete somit den späteren Erfolg von Ronald Reagan.

Noch heute wird vom „Goldwater-Moment“ gesprochen, wenn die Mitglieder des Kongresses offen gegen den Präsidenten aus der eigenen Partei sprechen. Das ist auf Goldwaters Rücktritts-Drängen bei der Watergate-Affäre um Präsident Nixon zurückzuführen.

1968: Hubert Humphrey

Von 1948 bis 1964 war er der erste demokratische Senator des Staates Minnesota. 1964 wurde er an der Seite von Präsident Lyndon B. Johnson zum demokratischen Kandidaten für die Vizepräsidentschaft gewählt und 1965 als Vizepräsident vereidigt.

Nach der Ermordung Robert F. Kennedys wurde er zum Präsidentschaftskandidaten seiner Partei gewählt, verlor 1968 aber knapp gegen Richard Nixon. 1970 wurde er erneut Senator. Er bewarb sich erfolgslos um die Präsidentenkandidatur 1972 und lehnte 1976 eine erneute Kandidatur ab. Er starb 1978 an Blasenkrebs.

1972: George McGovern

Der langjährige US-Senator aus South Dakota war Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei bei den Wahlen von 1972. Dort verlor er allerdings haushoch gegen Richard Nixon. Es war eine der deutlichsten Wahlniederlagen in der Geschichte der USA.

Durch seinen McGovern-Report zeigte er auf, dass die Menschen in den USA zu fettig und zuckerreich aßen. Bill Clinton überreichte ihm im August 2000 die höchste zivile Auszeichnung in den USA (The Presidential Medal of Freedom). 2008 erhielt McGovern den Welternährungspreis.

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George McGovern (l.) starb 2012 in South Dakota.

1984: Walter Mondale

1976 wurde er als Running Mate von Jimmy Carter zum US-Vizepräsidenten gewählt. Er schied turnusgemäß im Januar 1981 aus diesem Amt aus. 1984 wurde er von den Demokraten als Präsidentschaftskandidat aufgestellt, verlor allerdings gegen Ronald Reagan.

Erst 1993 kehrte er in die Politik zurück und wurde vom damaligen Präsidenten Bill Clinton zum Botschafter der Vereinigten Staaten in Japan ernannt. 2002 wollte Mondale zurück in den US-Senat, verlor die Wahl in Minnesota aber knapp gegen den Republikaner Norm Coleman.

1988: Michael Dukakis

20 Jahre nach seiner Wahlpleite gegen George H. W. Bush entschuldigte sich Dubakis beim US-Volk für seine Niederlage: „Hätte ich den alten Mann geschlagen, würde unser Land heute nicht in diesem Schlamassel stecken.“

Der langjährige Gouverneur von Massachusetts kandidierte nie wieder für ein Amt, sondern setzte sich im letzten Jahrzehnt mit Begeisterung für prominente Demokraten wie Deval Patrick und Elizabeth Warren ein.

1996: Bob Dole

Mittlerweile ist Dole 93-Jahre alt und seine Karriere nach seiner Niederlage im US-Präsidentschaftswahlkampf 1996 ist eine der buntesten überhaupt. Dole ist regelmäßiger Gast im US-TV, allerdings nicht vorwiegend für politische Sendungen, sondern für Formate wie „Saturday Night Live“, „The Daily Show“ oder „Suddenly Susan“.

Er war auch in einigen populären Werbekampagnen zu sehen. Unter anderen warb er für Viagra und stand mit Britney Spears in einem Pepsi-Spot vor der Kamera. Er ist auch im hohen Alter noch als Anwalt tätig.

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Bob Dole steht auch mit 93 Jahren noch im Rampenlicht.

2000: Al Gore

Gore verlor im Wahlkampf gegen George W. Bush. Nach seiner Niederlage wandte er sich dem Thema Klimaschutz zu. Er veröffentlichte mehrere Bücher und Schriften über Umweltpolitik.

Aus seiner Multimediapräsentation über die globale Erwärmung ist die mit dem Oscar ausgezeichnete Dokumentation „Eine unbequeme Wahrheit (An Inconvenient Truth)“ hervorgegangen. 2007 wurde ihm für sein Umweltengagement der Friedensnobelpreis verliehen.

2004: John Kerry

2004 war er der Kandidat der Demokraten bei der US-Präsidentschaftswahl, musste sich aber George W. Bush relativ knapp geschlagen geben. Nachdem Barack Obama 2012 zum Präsidenten gewählt worden war, wurde Kerry im Februar 2013 in einer nicht-öffentlichen Zeremonie als 68. Außenminister der Vereinigten Staaten vereidigt.

Diesen Posten bekleidet der ehemalige Vietnam-Veteran bis heute.

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12 Jahre nach seiner Wahl-Niederlage gehört Kerry trotzdem zu den einflussreichsten Politikern der USA.

2008: John McCain

Nach seiner Niederlage im Wahlkampf 2008 gegen Barack Obama ist McCain noch immer Senator des Bundesstaates Arizona. Diesen Posten hat er ununterbrochen seit 1987 inne.

Obwohl er im jetzigen Wahlkampf Trump wiederholt kritisierte, zwang ihn die räumliche Nähe von Arizona zur mexikanischen Grenze, den republikanischen Kandidaten zu billigen.

2012: Mitt Romney

Bei den bisher letzten Präsidentschaftswahlen 2012 zog Romney gegen Obama den Kürzeren. Nach der verlorenen Wahl kehrte Romney den Politik-Ämtern den Rücken und ging zurück in die Privatwirtschaft.

Romney ist ein starker Trump-Kritiker. Im März hielt er an der Universität von Utah eine Grundsatzrede vor großem Publikum, wo er vor einer Kandidatur des Immobilienunternehmers warnte. Er sprach ihm die Eignung des Amtes ab.

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