3. Liga-Saisonausblick: Prominenter als die Fußball-Polizei erlaubt!

3. Liga-Saisonausblick: Prominenter als die Fußball-Polizei erlaubt!

Wem kommt dieser Slogan nicht aus den Ohren raus? Über Jahre warb DSF (jetzt Sport1) mit „der besten 2. Liga aller Zeiten“. Wahlweise auch mal die stärkste oder spannendste – hauptsache Superlative! Dafür fühlen sich anno 2018 die Trainer höchst selbst zuständig, allerdings noch eine Klasse tiefer. Um herauszufinden, wie viel Wahrheitsgehalt nun wirklich hinter dieser Einschätzung über die 3. Liga steckt, nimmt die bwin Redaktion eine Untergeschoss-Besichtigung vor:

Mythos Betze: Ein Zuschauer-Magnet kommt selten allein

Ein Jahr nach dem großen Jubiläum der von bwin gesponserten 3. Liga schloss sich ein Quintett aus ehemaligen Bundesligisten, darunter 4 Klubs aus diesem Jahrtausend, der Spielklasse an. Endgültig dürfte dann der vor wenigen Tagen veröffentlichte Spielplan die Augen vieler Traditionalisten zum Leuchten gebracht haben. Den Neustart nach dem Abstieg aus der 2. Liga beginnt der 4-malige deutsche Meister aus Kaiserslautern am heimischen Betzenberg gegen Aufsteiger 1860 München. Dazu Eintracht Braunschweig gegen den KSC oder das Ostduell zwischen Hansa Rostock und Energie Cottbus – klingt das drittklassig?

Eine dieser genannten Partien, die eine 5-stellige Kulisse zum Saisonstart am letzten Juli-Wochenende (27./28./29.) garantieren, wird der DFB wohl zum offiziellen Eröffnungsspiel der Saison 2018/19 erklären. Ungeliebte Auswärtsfahrten zu Reserveteams der Bundesligisten mitsamt Geisterkulissen bleiben den Fans dagegen komplett erspart. Als letzte verbliebene U23 musste Werder Bremen den Gang in Richtung Regionalliga antreten.

Folglich ist damit zu rechnen, dass sich der Besucherschnitt im Vergleich zum Vorjahr sogar verdoppelt. Durch neue Zuschauer-Magneten – Braunschweig verkaufte über 12.000 Dauerkarten – wackelt sogar der absolute Spitzenwert aus der Saison 2014/15. Seinerzeit pilgerten 5,3 Mio. Fans zu den ingesamt 380 Spielen in die Stadien.

Halbe Liga will angreifen – Top-Favorit gesucht

Allein der „Mythos Betze“, der in den 80er-Jahren selbst Paul Breitner und den Bayern-Stars vor Angst erstarren ließ, garantiert dem FCK keine Aufstiegsparty am Saisonende. FCK-Coach Michael Frontzeck sieht sich mit den größten Erwartungen in der 3. Liga konfrontiert und warnt – den Zahlen unserer Grafik nach zu Recht! Die Mehrheit der abgestiegenen Zweitligisten zollt im ersten Jahr dem personellen Umbruch im Kader Tribut. Ein Umbruch, so teuflisch groß wie ihn die Pfälzer mit zusammengerechnet 50 Zu- und Abgängen (!) vollzogen haben, ist zumindest mal mit Anlaufproblemen verbunden.

Jüngstes Beispiel: Karlsruhe! Im Vorjahr als Top-Favorit gehandelt, lagen die Badener zur Winterpause satte 13 Punkte hinter den Aufstiegsplätzen. Unter der Regie von Trainer Alois Schwartz schaffte es der KSC zwar noch in die Relegation, scheiterte dort an Erzgebirge Aue (0:0/1:3). Ähnliche Voraussetzungen findet der Däne Henrik Pedersen jetzt in Braunschweig, seiner ersten Station als Cheftrainer in Deutschland, vor.

Forsche Töne hört man von der Ostsee. Der aufstiegs-erfahrene Pavel Dotchev hat sich mit der Hansa-Kogge die Rückkehr ins Bundesliga-Unterhaus auf die Fahne geschrieben: „Für uns gibt es nach dem 6. Platz keinen Grund, die Ansprüche herunterzuschrauben.“ Ein echter Favorit auf den Meisterpokal in der 3. Liga kristallisiert sich wohl erst nach 10 bis 11 Spieltagen heraus.

Mission Durchmarsch: Uerdingen pokert hoch

Die Teams (u.a. Sportfreunde Lotte, SG Sonnenhof Großaspach), die gegenwertig die 3. Liga als Ende der Fahnenstange ansehen, sind klar in der Unterzahl. 2018 hofft insgeheim die halbe Liga auf den großen Wurf. Gestützt wird diese Theorie von den Quoten unserer Buchmacher in der Langzeitwette: Braunschweig, 1860 München, Energie Cottbus sowie der KFC Uerdingen und Wehen Wiesbaden befinden sich auf Augenhöhe und sind nicht weit weg von den vermeintlichen Favoriten Kaiserslautern und Karlsruhe (alle 3. Liga-Wetten).

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Mit Uerdingen, Cottbus und den Sechz’gern schlüpfte ein äußerst ambitioniertes Trio durch das Nadelöhr. Aus der Regionalliga nimmt der TSV 1860 seine 60 Tore-Offensive (Sascha Mölders, Nico Karger, Markus Ziereis) und eine riesige Euphoriewelle mit. Immer für Unruhe gut bleibt Investor Hasan Ismaik, der aus dem langjährigen Bundesligisten eine Geldverbrennungsmaschine mit jordanischem Qualitätssiegel gemacht hatte und die Hauptschuld für den Doppel-Abstieg in der Saison 2016/17 trägt.

Hinter den großen Plänen im Westen – fast alle Neuzugänge des KFC Uerdingen bringen Zweitliga-Erfahrung mit – steht ein russischer Oligarch. Nicht zuletzt war KFC-Boss Mikhail Ponomarev maßgeblich an der Verpflichtung von Kevin Großkreutz, einst Double-Sieger mit Borussia Dortmund, beteiligt. Erstmals kickt nun also sogar ein deutscher Weltmeister in der 3. Liga. „Ohne echte Typen wirst du hier gefressen“, bringt es Trainer Stefan Krämer auch ohne Superlativ auf den Punkt.

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