Willkommen zurück, Newcastle United!

Willkommen zurück, Newcastle United!

Mit einem 4:1 gegen Preston North End hat Newcastle United die direkte Rückkehr in die Premier League geschafft. Doch im Jubel blieb die wichtigste Frage unbeantwortet. Was wird aus Aufstiegscoach Rafael Benitez?

Das Foto mit Newcastle Uniteds Coach Rafael Benitez und seinem Trainer- und Betreuerstab, aufgenommen in den Katakomben des St. James‘ Park nach dem 4:1 gegen Preston North End könnte bald Sammlerwert haben.

Obwohl die Magpies mit 88 Punkten aus 44 Spielen in der Championship Division die direkte Rückkehr in die englische Premier League perfekt machten, wurde in Newcastle im Aufstiegsjubel immer wieder eine Frage laut: Was passiert mit Benitez? Nachdem einige von ihm im Winter eingeforderte Transfers scheiterten, gilt sein Verhältnis zu Klubchef Mike Ashley als belastet.

Benitez gibt den Schweiger

Der Erfolgscoach, der u. a. den FC Liverpool und den FC Chelsea zu europäischen Trophäen geführt hatte, hielt sich nach dem Spiel daher in Sachen Zukunftsplänen bedeckt. „Jetzt ist die Zeit, zu genießen und ich bin sicher, wir werden die richtigen Dinge tun“, erklärte der Spanier in der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen PNE. „Das ist Fußball und da weiß man nie“, gab sich Benitez auf die Frage nach seinem Verbleib unverbindlich.

Für Insider wie Newcastles Rekord-Torjäger und Klub-Idol Alan Shearer ist Benitez die wichtigste Personalie. „Wenn Benitez nicht die finanzielle Unterstützung erhält, die er für ein starkes Premier-League-Team braucht, ist die Gefahr, ihn zu verlieren, riesengroß“, fürchtet Shearer, „er liebt Newcastle und die Fans – und deshalb ist es sehr wichtig, ihn zu halten und ihm die Transferbudgets zu geben, die er haben will.“ Auch Ex-Newcastle-Profi Chris Waddle sieht in Benitez die Schlüsselfigur auf dem Weg in eine bessere Zukunft. „Ich weiß, dass viele Fans das nicht hören wollen, aber Benitez wird sicher keine Lust auf Abstiegskampf haben“, erklärte der 62-fache englische Nationalspieler in einem Radio-Interview. Benitez hatte die Magpies im März 2016 übernommen, konnte aber den Sturz in Liga 2 nicht verhindern.

Mit dem teuersten Championship-Kader zurück in Englands Eliteliga

Vom mächtigen Klubboss Ashley erhielte er € 60 Mio. für Transfers, holte u. a. Stürmer Dwight Gale (Crystal Palace) – mit 22 Treffern in 31 Spielern Top-Torjäger im Team, Mittelfeldspieler Matt Ritchie, der 42 von 44 Ligaspielen machte, vom AFC Bournemouth und Torwart Matz Sels von KAA Gent. Umgekehrt generierte der Verein aus den Verkäufen von Moussa Sissoko (Tottenham) Georginio Wijnaldum (FC Liverpool) und Andros Townsend (Crystal Palace) mehr als € 100 Mio. an Transfereinnahmen. Dazu kommt der in England von den Fans als „Jackpot“ bezeichnete Premier-League-Fleischtopf mit garantierten € 250 Mio. bei Aufstieg.

In Newcastle ist Publikumsliebling Jonjo Shelvey, schon als Wandgemälde verewigt.

Glaubt man dem Guardian, so stehen mit Bas Dost (Sporting Lissabon) und Gyulfi Sigurdsson von Swansea City 2 Ex-Bundesligaprofis auf der Wunschliste von Benitez. Auch an Hull Citys Mittelfeldspieler Sam Clucas und Stoke-Verteidiger Ryan Shawcross ist Newcastle angeblich dran.

Diese Verstärkung wird es brauchen. Trotz des mit € 126 Mio. höchsten Gesamt-Kaderwerts in der Championship tat sich der Top-Favorit auf den Wiederaufstieg lange schwer. „Zu Saisonbeginn sagten alle: Rafa hat keine Erfahrung in dieser Liga, es wird schwer – und sie hatten Recht“, räumt Benitez ein, „aber die Einstellung meiner Spieler, die harte Arbeit von ihnen und von meinem Trainerteam und die Unterstützung durch die Fans hat den Unterschied ausgemacht.“

Mike Ashley, der immer wieder mit der Veräußerung des Vereins an Investoren aus China und Katar liebäugelt, steht nach dem jüngsten Erfolg in der Pflicht. „Newcastle braucht eine ganze Menge an neuen Spielern“, glaubt Ex-Coach Steve Stone, „man muss sich wieder etablieren, sonst droht ihnen der Ruf einer Fahrstuhlmannschaft.“ Für Stone ist klar: „Jetzt ist die Zeit, um ein neues Team aufzubauen und sicher zu stellen, dass man nie wieder in dieser Liga spielt.“ Am besten mit Benitez…

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