Wie in den 90ern ...

Wie in den 90ern …

Juventus Turin empfängt Borussia Dortmund. Bei diesem Aufeinandertreffen werden Erinnerungen an die Spiele Mitte der 90er Jahre wach. Damals trafen sich beide Klubs zweimal im Finale: je einmal in UEFA Cup und Champions League. Dieses Mal geht es „nur“ um den Einzug ins Viertelfinale der Königsklasse.

Die Bilanz bei beiden ist ausgeglichen. Während Juventus die Endspiele um den UEFA-Cup gewann (3:1, 3:0), besiegte der BVB die Turiner im Finale der Champions League 1997 (3:1).

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Jürgen Kohler gewann mit Juventus den UEFA-Pokal und mit Dortmund die Champions League.

1993 war Juventus definitiv eine Nummer zu groß für den damaligen BVB. Die Serie A war die beste Liga der Welt und Juventus eine Mannschaft gespickt mit Weltstars. Roberto Baggio, Dino Baggio, Julio César, Gianluca Vialli – dazu die deutschen Nationalspieler Jürgen Kohler und Andreas Möller. Dortmund hatte in beiden Spielen nicht den Hauch einer Chance gegen die von Giovanni Trapattoni trainierten Italiener.

Die Vorzeichen waren 1997 ähnlich. Juventus Turin war seit Jahren eine, wenn nicht die beste Vereinsmannschaft der Welt und amtierender Titelverteidiger. Zinedine Zidane setzte die Stürmer Alen Boksic und Christian Vieri in Szene, Didier Deschamps diktierte das Mittelfeld und der junge Alessandro Del Piero spielte seinen Gegenspielern Knoten in die Beine. Aber dieses Mal hatte der BVB adäquates Personal entgegenzusetzen. Jürgen Kohler, Julio César und Andreas Möller waren aus Turin nach Dortmund gewechselt, Matthias Sammer wurde ein Jahr zuvor zu Europas Fußballer des Jahres gewählt und Spieler wie Paolo Sousa und Paul Lambert machten eine gute Mischung im Dortmunder Team perfekt. In jenem Finale ging außerdem der Stern von Lars Ricken auf, der Sekunden nach seiner Einwechselung zum 3:1-Endstand für den BVB traf. Erstmalig gewann ein deutscher Verein die Champions League.

Jetzt, 18 Jahre nach dem legendären Sieg und dem zugleich letzten Aufeinandertreffen, stehen sich beide Vereine erneut Gegenüber. Und auch dieses Mal scheinen die Vorzeichen ähnlich zu sein – und wiederum für Juventus Turin zu sprechen.

Während die Borussia in der Bundesliga im Abstiegskampf steckt, führt Juventus souverän die Serie A an. Wieder einmal muss man sagen. Seit drei Jahren dominiert die Alte Dame die italienische Liga nach Belieben und gewann drei Mal in Folge den Scudetto. Die Titelverteidigung scheint zudem bei bereits neun Punkten Vorsprung nur noch Formsache. Die Ausgangslage scheint also klar zu sein: Der souveräne Tabellenerste der italienischen Liga empfängt den Tabellenzwölften der deutschen Liga. Doch es gibt ein paar Punkte, die dem BVB Mut machen:

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Marco Reus und Co. gewannen die letzten drei Bundesligaspiele.

• Der BVB spielt bisher eine gute Champion League Saison (vier Siege, ein Remis und eine Niederlage) und wurde Gruppenerster.
• Juventus Turin qualifizierte sich erst am letzten Spieltag für das Achtelfinale. In einer Gruppe mit Atletico Madrid, Olympiakos Piräus und Malmö FF wurde Juve „nur“ Zweiter.
• Der BVB gewann zwei seiner drei Auswärtsspiele in dieser CL-Saison.
• Der BVB gewann insgesamt fünf seiner letzten sieben CL-Auswärtsspiele.
• Das letzte Gastspiel in Turin gewann der BVB in der CL-Zwischenrunde 1995/96 mit 2:1.
• Der BVB reist mit dem Rückenwind von drei Ligaerfolgen in Serie nach Turin.
• Schiedsrichter Antonio Miguel Mateu Lahoz pfeift zum zweiten Mal ein Spiel des BVB. Beim Auswärtssieg bei Galatasaray (4:0) führte der Spanier ebenfalls Regie.
• Der BVB erreichte zuletzt zweimal in Folge mindestens das Viertelfinale der CL.

Die Buchmacher von bwin sehen trotzdem den italienischen Rekordmeister im Vorteil. Bei einem Heimsieg von Juve gibt es das 2.10-fache des Einsatzes zurück, bei einem Auswärtssieg des BVB das 3.80-fache.

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