Werder Bremen: Die Gründe für den Absturz

Werder Bremen: Die Gründe für den Absturz

Ich kann versprechen, dass Werder Bremen in dieser Saison nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird“, verkündete Werder-Coach Florian Kohfeldt vor der Saison vollmundig. Wie sich nicht erst nach 24 Spielen der laufenden Bundesliga-Saison rausstellt, war die These ein riesengroßer Trugschluss. Die Werderaner taumeln der 2. Liga entgegen. bwin zeigt die Gründe für den Absturz der Grün-Weißen auf.

Werder Bremen trifft das Tor nicht

Torgefahr? Fehlanzeige! Zwar versuchte der Verein in der Winterpause gegenzusteuern und verpflichtete mit Davie Selke einen waschechten Mittelstürmer, doch auch er konnte die Misere bislang nicht beenden. In den letzten 10 Bundesliga-Spielen gelangen der Elf von der Weser gerade einmal 3 Tore, davon erzielten sie 2 nicht mal selbst. Beim 1:6 gegen die Bayern bugsierte Milos Rashica den Ball über die Linie, die Treffer beim 1:0-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf sowie beim 1:2 gegen Augsburg waren Eigentore von Fortuna-Torhüter Florian Kastenmeier und FCA-Verteidiger Tin Jedvaj. Werder erzielt gegen Berlin kein Tor, Quote 2.95!

Großes Verletzungspech

Der Kader scheint nicht gemacht für den Abstiegskampf. Die individuelle Qualität ist bei Spielern wie Rashica, Maximilian Eggestein oder Abwehrchef Niklas Moisander vorhanden. Allerdings waren in den letzten Monaten immer wieder gleich mehrere Leistungsträger gleichzeitig verletzt. Rashica etwa verpasste 4 der ersten 5 Spiele wegen eines Muskelfaserriss, Kapitän Moisander fehlte in dieser Saison schon 12 Partien und damit die Hälfte aller Bundesliga-Spiele, größtenteils wegen einer Muskelverletzung. Neuzugang Ömer Toprak musste in der laufenden Spielzeit ebenfalls schon 12 Mal zuschauen und verletzte sich, kaum genesen, gegen Eintracht Frankfurt im DFB-Pokal gleich wieder. Die Liste der Rekonvaleszenten lässt sich mit dem langzeitverletzten Angreifer Niklas Füllkrug oder den beiden Außenverteidiger Ludwig Augustinsson und Theodor Gebre Selassie weiter fortführen.

Einfache Fehler bei Standardsituationen

Werder macht sich Aufgebautes zu einfach selbst zunichte. Bei keiner anderen Mannschaft in der Bundesliga brennt es so häufig nach Standardsituationen wie bei den Bremern. Der SVW hat die meisten Gegentore nach Eckstößen kassiert (11). Schon vor Wochen versicherte Kohfeldt, dass an dieser Schwäche gearbeitet werde. Ausgemerzt wurde sie noch nicht.

Weserstadion keine Festung

In der vergangenen Saison belegte Werder Bremen noch Rang 4 in der Heimtabelle. Nach 17 Heimspielen standen nur 3 Niederlagen zu Buche, alleine 30 Punkte sammelte die Kohfeldt-Elf im eigenen Stadion. In jedem Heimspiel erzielte der SVW mindestens einen Treffer. In dieser Saison ist vom Heimnimbus nichts mehr übrig. Keine Mannschaft sammelte zuhause weniger Punkte als die Grün-Weißen (5). Schon 8 Heimniederlagen stehen zu Buche, dem gegenüber steht nur ein Sieg (3:2 gegen Augsburg am 3. Spieltag). Die Heimspiele gegen direkte Konkurrenten wie Düsseldorf (1:3), Paderborn (0:1) oder Mainz (0:5) vergeigte Werder in deprimierender Art und Weise.

SVW-Trainer Florian Kohfeldt hat nicht nur im Vorfeld des wichtigen Spiels gegen Berlin alle Hände voll zu tun.
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