Was RB Leipzig als Bayern-Jäger fehlt

Was RB Leipzig als Bayern-Jäger fehlt

Das war’s dann, Spannung adé: Auf dem Weg zur 5. Meisterschaft in Folge kann der FC Bayern schon 10 Spieltage vor dem Saisonende die berühmten Hoeneß-Ferngläser verteilen. Kurz und schmerzlos schickte Trainer Ralph Hasenhüttl von RB Leipzig nach dem 0:1 gegen den VfL Wolfsburg die Glückwünsche an die Isar. Warum kann das Überfliegerteam der Hinrunde dem FC Bayern nicht zumindest bis zum Endspurt Paroli bieten?

Ob man es nun mit RB Leipzig hält oder nicht: Der umstrittene Brauseklub war die große Hoffnung darauf, dass der Serienmeister aus München nicht wieder einen Spaziergang zum nationalen Titel hinlegt. In der Vorsaison hatte Borussia Dortmund das Rennen um die Schale zumindest bis zum Derby beim FC Schalke 04 (2:2) Anfang April spannend gehalten. Nun deutet einiges daraufhin, dass beim FCB schon vor dem 29. Spieltag die Sektkorken knallen.

Bei Führung hui – nach Rückständen pfui

Nach Umbruch und Verjüngungskur im Sommer hat der BVB (1:2 bei Hertha BSC) auch in der Rückrunde nicht zu einer gewissen Konstanz gefunden. Als erster Bayern-Jäger etablierten sich daher die Roten Bullen, wobei es zwischen Jäger und Verfolger einen entscheidenden Unterschied gibt. Leipzig musste gegen Wolfsburg am Samstag die 3. Niederlage innerhalb der letzten 6 Partien einstecken und jagt höchstens noch der spielerischen Leichtigkeit aus der starken Hinserie hinterher.

Für Trainer Ralph Hasenhüttl liegt die Ursache dafür nicht nur in der gestiegenen Erwartungshaltung:

„Wir haben im Spiel nach vorne viele falsche Entscheidungen getroffen und Schwierigkeiten, nach Rückständen mit der selben Lockerheit zu spielen.“

In Zahlen bedeutet das: Nach Führungen (18 Mal) fuhr RB Leipzig 15 Siege und 3 Unentschieden ein. Ohnehin sind die Sachsen die Frühstarter der Saison. Schon 6 Mal gelang ein Tor innerhalb der ersten 5 Minuten, zuletzt beim 3:1 gegen den 1. FC Köln durch Emil Forsberg. Schafft aber der Gegner den ersten Treffer, präsentiert sich die Hasenhüttl-Elf oft nicht wie eine Spitzenmannschaft.

Umschaltspiel von Poulsen und Keita abhängig

Heiß begehrt: Naby Keita (r.) besitzt in Leipzig noch einen Vertrag bis 2020.

Bei 9 Rückständen sprangen lediglich noch 2 Dreier heraus. Im Wolfsburg-Spiel reichte ein früher Gegentreffer durch Mario Gomez, um die Leipziger aus dem Konzept zu bringen. Erwischt dann auch noch Mittelfeldmotor Naby Keita keinen guten Tag, ist das gefürchtete RB-Umschaltspiel schnell außer Kraft gesetzt. Nicht umsonst steht der 22-Jährige, der nach einem Kreislaufkollaps am Samstag sogar kurzzeitig ins Krankenhaus musste, auf dem Einkaufszettel des FC Bayern.

In der kommenden Partie beim SV Werder Bremen (Samstag) fehlt er den Roten Bullen aber definitiv wegen einer Gelbsperre. Fast genauso wichtig für den Hochgeschwindigkeitsfußball ist auch der verletzte Yussuf Poulsen. Der Däne erzielte zwar viel weniger Tore als sein Sturmpartner Timo Werner, glänzt dafür aber als Balljäger. „Ich hoffe, dass Yussuf nach der Länderspielpause im April zurückkommt. Mit ihm sind wir schwerer auszurechnen“, sagt RB-Sportdirektor Ralf Rangnick.

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