Vor 10 Jahren: 1899 Hoffenheim stürmt die Bundesliga

Vor 10 Jahren: 1899 Hoffenheim stürmt die Bundesliga

Am 16. August 2008 kam ein ganzes Dorf mit Hurra über die Liga. 1899 Hoffenheim, als Provinzverein belächelt und als Plastikklub geschmäht, mischte die deutsche Fußball-Eliteliga auf. 10 Jahre später ist „Hoffe“ eine Star-Schmiede im deutschen Fußball.

Treffender konnte der Vergleich kaum sein. Im Januar 2009 zeigte der Hannoveraner Verlag bpa Sportpresse in einem Sonderheft zu 1899 Hoffenheim eine den Asterix-Comics nachempfundene Landkarte mit den Städten Stuttgart, Mainz und Saarbrücken Mittendrin: „Rangnix‘ unbeugsames Dorf“, das „von unbeugsamen Hoffenheimern bevölkerte Dorf“, das „nicht aufhört, der Übermacht aus der bayerischen Landeshauptstadt Widerstand zu leisten.“

1899 Hoffenheim und Rangnick verblüfften die Liga

Die vorangegangenen 17 Bundesliga-Spiele von 1899 Hoffenheim konnte man in der Tat nur als Heldenstück Marke Asterix erzählen. Wie ein Wirbelwind kam das Team aus dem 3.200-Einwohner-Stadtteil von Sinsheim über die deutsche Fußball-Eliteliga. Die von der Regionalliga in die Bundesliga durchmarschierte TSG 1899 Hoffenheim stürmte mit einem 3:0-Startsieg beim FC Energie Cottbus direkt an die Tabellenspitze. Nach einem spektakulären 4:5 am 6. Spieltag bei Werder Bremen auf Rang 6 zurückgefallen, holte sich die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick die Tabellenführung 3 Wochen später mit einem 3:0 gegen den HSV zurück. Das zu diesem Zeitpunkt im Carl-Benz-Stadion Mannheim spielende Team verblüffte die Liga (alle Bundesliga-Wetten) mit erfrischendem Offensivfußball. Bereits in den ersten 10 Spielen hatte die TSG 22 Punkte eingefahren und 27 Tore erzielt.

„Fußball-Professor“ Ralf Rangnick, zuvor in Ulm und später in Leipzig Macher eines Aufstiegswunders, war vor dem Spitzenspiel beim FC Bayern am 5. Dezember 2008 in seinem Element. „Wenn Sie flotte Sprüche hören wollen, müssen Sie nach München gehen“, empfahl der Schwabe den Journalisten, „wenn Sie flotten Fußball sehen wollen, sind sie hier richtig.“ Das Duell des Branchenriesen gegen den Emporkömmling gewannen die Münchner mit 2:1. Die Herbstmeisterschaft schnappte sich der Neuling dennoch durch ein 1:1 gegen den FC Schalke 04. Mit 35 Punkten schloss Hoffenheim das erste Halbjahr seiner Bundesliga-Zugehörigkeit überragend ab. Dass es dennoch am Ende weder zur Meisterschaft noch zur internationalen Teilnahme reichte, war wohl dem Premierenfieber und dem Medien-Rummel – selbst die New York Times wusste plötzlich, wo Hoffenheim liegt – geschuldet.

Stars: Ba, Firmino und Co. weckten Begehrlichkeiten

Die Spieler, die unter Rangnick so unbekümmert durch die Liga wirbelten, wurden fast alle zu Stars. Vedad Ibisevic, mit 18 Hinrunden-Treffern überragender Stürmer bei 1899, wurde vom Kicker 2008/2009 in die Rubrik „Weltklasse“ eingestuft und war 2014 mit Bosnien WM-Teilnehmer. Mittelfeldspieler Tobias Weis sowie die Abwehrspieler Andreas Beck und Marvin Compper wurden die ersten deutschen Nationalspieler des Vereins. Die Brasilianer Carlos Eduardo und Luiz Gustavo wurden mit ihren Transfers zu Rubin Kazan und zu den Bayern 2010 mit 20 bzw. 17 Mio. € zu den bis dahin teuersten Abgängen der Hoffenheimer. Dieser Wert wurde erst 2015, mit dem Wechsel von Offensiv-Allrounder Roberto Firmino zum FC Liverpool für 41 Mio. €, übertroffen. Der Brasilianer ist bis heute teuerster Hoffenheim-Export. Weitere Stars, die später für „Hoffe“ spielten, waren u. a. Vize-Weltmeister Andrej Kramaric sowie die England-Profis Demba Ba und Gylfi Sigurdsson.

Neue Arena und ein Phantomtor

SAP-Milliardär und Mäzen Dietmar Hopp gönnte seiner TSG im Januar 2009 die 60 Mio. € teure, zwischen Mannheim und Heilbronn gelegene Rhein-Neckar-Arena. Mit Mut zur Lücke. Der Leverkusener Stefan Kießling konnte dank eines Lochs im Tornetz hier 2013 das legendäre „Phantom-Tor“ erzielen…

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Dass auch einem Überflieger Grenzen gesetzt sind, musste Hoffenheim 2013 erfahren. Erst ein 2:1-Kraftakt beim CL-Finalisten Borussia Dortmund am letzten Spieltag hievte die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol in die Relegationsspiele. Gegen den pfälzischen Nachbarn 1. FC Kaiserslautern hielt man die Liga.

Tim Wiese wurde in Hoffenheim zum Streik-Profi

Im gleichen Jahr erlebten die Kraichgauer auch einen unglaublichen Präzedenzfall. Torhüter Tim Wiese, mit hohen Erwartungen aus Bremen geholt, wurde in die bereits als legendär geltende „Trainingsgruppe 2“ (mit den Spielern, die als aussortiert galten) degradiert und saß seinen Rest-Vertrag ungeniert in der Loge ab.

Nagelsmann bringt die Wende: Hoffenheim spielt Champions League

Für ein Novum sorgte Hoffenheim in seiner zweiten Krisensaison 2015/2016. Der erst 28-jährige Julian Nagelsmann übernahm das Traineramt vom erkrankten Huub Stevens. Er rettete den Klub vor dem Abstieg und wurde jüngster Trainer der Bundesliga-Geschichte.

Nagelsmann zeichnet auch für die größten Erfolge der Hoffenheimer Liga-Geschichte verantwortlich. Auf Platz 4 und die Europa-League-Teilnahme 2017 folgte in diesem Frühjahr Rang 3 und die direkte Qualifikation zur Champions League – in einem Offensivstil, der an die Sturm-und-Drang-Zeit unter Rangnick erinnerte.

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WM-Star Andrej Kramaric, hier beim 3:1 gegen Borussia Dortmund am 34. Spieltag, schoss 1899 Hoffenheim mit 13 Treffern in die Champions League.
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