Von Werder Bremen zum HSV – Martin Harnik und der Tabu-Transfer mit 32!

Von Werder Bremen zum HSV – Martin Harnik und der Tabu-Transfer mit 32!

Werder Bremen und der HSV – Das wird nie zusammenpassen. Bei der ausgemachten Rivalität der beiden Nord-Klubs verwundert die Anzahl an direkten Transfers von Bremen nach Hamburg. Einer, der mit 32 den Frontenwechsel im hohen Norden vollzogen hat, ist Martin Harnik.

Der gebürtige Hamburger, der für Österreich 68 Länderspiele bestritten hat, wechselte am „Deadline Day“, am vergangenen Montag, auf Leihbasis von Werder Bremen zum Hamburger SV in die 2. Liga (Alle Wetten zur 2. Liga).

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Damit scheint sich für Harnik im biblischen Stürmeralter von 32 Jahren ein Traum zu erfüllen. „Ich habe in einem persönlichen Gespräch den Eindruck gewonnen, dass er zu Fuß nach Hamburg kommen würde, um hier in seiner Geburtsstadt mit dem HSV erfolgreichen Fußball zu spielen“, sagte Harnik am Montagnachmittag.

Harnik weiß, wie Bundesliga-Aufstieg geht

Mit Harnik hat der HSV einen Spieler verpflichtet, mit dem das Unternehmen „Wiederaufstieg“ im 2. Jahr im „Unterhaus“ des deutschen Fußballs gelingen kann. Der Mittelstürmer bringt die Erfahrung aus 240 Bundesliga-Spielen (66 Tore) mit. Er weiß, wie Bundesliga-Aufstieg geht. Mit Hannover 96 kehrte er 2017 direkt wieder in die 1. Liga zurück – und steuerte in 30 Spielen 17 Tore zum Erstliga-Comeback bei.

An eine Szene mit Martin Harnik werden HSV-Fans sicher nicht gerne denken …

In einem Spiel gegen den HSV sorgte Harnik 2015 für eine Szene, die Bundesliga-Geschichte schrieb. Beim 2:1-Siegtreffer für den VfB Stuttgart im Abstiegs-Duell gegen die Hanseaten inszenierte Harnik den berühmten „Affentanz“. Es war eine Geste in Richtung VfB-Trainer Huub Stevens. Der Knurrer aus den Niederlanden hatte seine Spieler zuvor pauschal als „Affen“ abgekanzelt.

Martin Harnik – Vor ihm gingen viele den direkt von Werder Bremen zum Hamburger SV. Die Liste der Spieler, die den umgekehrten Weg – von Hamburg nach Bremen gingen oder diesen Tabu-Transfer mit einer oder mehreren Zwischenstationen vollzogen, ist lang. Damals wie heute und in Zeiten von Ultra-Bewegungen, medialem Shitstorm und vielen anderen Widrigkeiten, gilt ein Wechsel von Werder zum HSV immer noch als „No Go“. Das wusste wohl schon ein gewisser Hans Schulz, der 1966 als erster Bremer Profi von der Weser an die Elbe wechselte. In 5 Jahren beim HSV machte Schulz immerhin 109 BL-Spiele (21 Tore). Als ausgemachter Publikumsliebling ist er in Hamburg jedoch nicht bekannt.

Von Werder zum HSV: Cardoso wurde zur Legende, Möhlmann kam als Oldie

Das gilt schon eher für Ole Björnmose. Der dänische Stürmer kam 1971 von Werder Bremen zu den Rothosen – und trug 1977 mit dem Gewinn des Europapokals der Cupsieger zu einem der größten Erfolge der HSV-Historie bei. Kultstatus unter den HSV-Anhängern genießt bis heute auch der Ex-Bremer Marinus Bester, der den „Dino“ 2001 mit seinem 2:1-Siegtor gegen den FC Hansa Rostock von allen Abstiegssorgen befreite. Auf dem direkten Transfer-Weg aus Bremen kam aber 1996 auch einer, der in Hamburg zur Klublegende wurde. Es war der Argentinier Rodolfo Esteban Cardoso, damals 27. Der Mittelfeld-Regisseur führte den HSV 1999/2000 erstmals in die Champions League.

Martin Harnik ist erst der 7. Spieler, der in mehr als 55 Jahren Bundesliga ohne Umweg von Bremen zum HSV kommt. Aber er ist nicht der älteste: Benno Möhlmann war 33, als er 1987 im hohen Norden die Fronten wechselte…

Rodolfo Esteban Cardoso
Rodolfo Esteban Cardoso (m.) zog nach seinem Wechsel von Werder Bremen zum HSV groß auf. Links: Claudio Pizarro.
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