VfB Stuttgart: Ist Terodde einer für Jogi Löw?

VfB Stuttgart: Ist Terodde einer für Jogi Löw?

Der VfB Stuttgart ist auf dem besten Weg zurück in die Bundesliga. Durch den 3:1-Sieg im Montagsspiel gegen den 1. FC Nürnberg baute das Team den Vorsprung auf den Relegationsplatz 3 auf 4 Punkte aus. Seit mittlerweile 5 Partien sind die Schwaben ungeschlagen. Großen Anteil am Lauf des VfB hat Stürmer Simon Terodde. Der 28-Jährige macht in Stuttgart dort weiter, wo er im Trikot des VfL Bochum aufgehört hat. Er trifft seit mittlerweile 3 Jahren nach Belieben. Ist er reif für die Nationalmannschaft?

Vor 2 Wochen wurde Simon Terodde in einem Interview mit dem Tagesspiegel gefragt, wie er seine Chancen auf eine Berufung für die deutsche Nationalmannschaft bewerten würde. Seine Antwort: Ein beherztes Lachen.

Terodde glaubt nicht, dass er auf dem Zettel des Bundestrainers steht – auch wenn Joachim Löw am vorletzten Wochenende beim Spiel des VfB gegen Union Berlin (1:1) auf der Tribüne saß.

„Naja, hätte ich in der Bundesliga 25 Tore geschossen, dann vielleicht. Aber Zweitliga-Stürmer werden meines Wissens sehr selten nominiert. Jedenfalls in Deutschland.“

Quotenbester deutscher Spieler

Was Terodde in dem Interview ansprach, ist wohl der Hauptgrund, der gegen eine Nominierung spricht. Würde Terodde in der Bundesliga spielen, wäre er sicherlich schon längst ein fester Bestandteil der DFB-Auswahl. Seit August 2014 hat der 28-Jährige in 85 Pflichtspielen 57 Tore geschossen. Das entspricht einer Torquote von 0,7 pro Spiel.

Kein anderer deutscher Profispieler kommt im gleichen Zeitraum auf einen ähnlichen Wert. Thomas Müller und Mario Gomez (beide 0,49) sowie Mario Götze (0,3) können da nicht mithalten. Der kleine, aber feine Unterschied: Terodde erzielte seine Treffer gegen Sandhausen und Heidenheim, die 3 DFB-Angreifer gegen europäische Erstligisten.

terodde
Simon Terodde absolvierte 2010/11 5 Einsätze über insgesamt 32 Minuten für den 1.FC Köln in der Bundesliga.

Kein Spielertyp wie Terodde

Von den Attributen her würde der VfB-Angreifer sehr gut ins Team passen. Er verkörpert die Art von Spielertyp, die eigentlich schon als ausgestorben gilt. Terodde ist ein typischer Knipser, ein Vollstrecker, der fast immer am richtigen Platz steht und aus dem Nichts den Ball über die Linie wuchtet – mit dem linken Fuß, dem rechten, dem Kopf oder einem anderen Körperteil – Hauptsache drin.

Mit seinen 1,92 Meter und 85 Kilogramm Kampfgewicht kann er perfekt Bälle abschirmen und Gegenspieler binden. Er bildet den Kontrast zur heutigen, technisch ausgebildeten Generation um Spieler wie Götze, Marco Reus und Mesut Özil. Nach dem Rücktritt von Miroslav Klose würde solch ein Spielertyp der deutschen Auswahl sehr gut zu Gesicht stehen.

Debüt ist möglich

Mit Stuttgart befindet sich Terodde auf dem besten Weg in die Bundesliga. Im nächsten Jahr würde er dann bestenfalls mit 29 Jahren im deutschen Oberhaus auf Torejagd gehen. Sollte er auch dann noch treffen wie am Fließband, hätte Löw wenige Argumente, um ihn nicht zu berücksichtigen. Auch Martin Max (33 Jahre) feierte einst im hohen Alter sein DFB-Debüt. Wie sagte Otto Rehhagel vor einigen Jahren so schön: Es gibt keine jungen und alten Spieler, es gibt nur gute und schlechte.

Auch ein Debüt als Zweitligaspieler ist nicht völlig ausgeschlossen. Lukas Podolski (2004/05, 1. FC Köln) und Oliver Neuville (2007,08 Bor. M’gladbach) wurden ebenfalls als Spieler der 2. Bundesliga für die deutsche Nationalmannschaft nominiert. Wieso sollte das Terodde also nicht auch gelingen?

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