VfB Stuttgart: Die wichtigsten Fakten über Hannes Wolf

VfB Stuttgart: Die wichtigsten Fakten über Hannes Wolf

Überraschung im Schwabenland: Der VfB Stuttgart hat Hannes Wolf als neuen Trainer verpflichtet. Statt einer „großen“ Lösung á la Markus Gisdol, André Breitenreiter oder Mirko Slomka geht der VfB ins Risiko und holt mit Hannes Wolf einen Trainer, der noch nie eine Senioren-Profimannschaft trainierte. Doch wer ist dieser Hannes Wolf überhaupt? Wir beantworten die wichtigsten Fragen über den neuen Stuttgart-Coach.

„Ich kenne ihn sehr gut, er ist ein super Trainer. Es werden sich sicher mehr Leute in Stuttgart freuen.“

Kevin Großkreutz zeigte sich sehr erfreut über die Verpflichtung von Hannes Wolf als neuen VfB-Trainer. Der ehemalige Nationalspieler kennt den jungen Coach aus gemeinsamen Tagen bei Borussia Dortmund. Außer Großkreutz dürfte Wolf im VfB-Team auch noch Torwart Mitch Langerak und Daniel Ginczek bekannt sein. Der Rest der Mannschaft sowie ein Großteil der Fans wissen mit dem neuen Trainer auf den ersten Blick wahrscheinlich nichts anzufangen. Wir bringen Licht ins Dunkeln.

Wie ist Wolfs sportlicher Werdegang?

Hannes Wolf wurde am 15. April 1981 in Bochum geboren. Als Spieler schaffte er nie den Sprung ins Profigeschäft. Sein Stationen: TuS Iserlohn, 1. FC Nürnberg II, SW Essen, ASC 09 Dortmund und VfL Kemminghausen.

Bereits beim ASC 09 Dortmund übernahm Wolf von 2006 bis 2009 die Rolle des Spielertrainers. Seine aktive Laufbahn beendete er 2014 im Alter von 33 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits als Jugendtrainer beim BVB tätig.

Von 2009 bis 2010 war Wolf eine Saison lang Co-Trainer von Theo Schneider bei Borussia Dortmund II. In der darauffolgenden Spielzeit wurde er bis zum Februar 2012 Trainer der BVB U19. Anschließend beendete er die Saison als Coach der Amateure. Von 2011 bis 2015 führte er die BVB U17 zu zahlreichen Erfolgen, bevor er im Juli 2015 zur U19 wechselte. Von dort aus tritt er nun sein erstes Engagement im Profibereich an.

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Hannes Wolf feierte mit der BVB-Jugend 3 Meisterschaften in Serie.

Welche sportlichen Erfolge hat Wolf vorzuweisen?

Mit 25 Jahren übernahm Wolf den Bezirksligisten ASC Dortmund als Spielertrainer und führte den Klub in die Westfalenliga.

In den vergangenen Jahren avancierte Wolf zum erfolgreichsten Junioren-Trainer in Deutschland. Nach mageren Spielzeiten coachte er die Jugend-Mannschaften von Borussia Dortmund wieder zu zahlreichen Erfolgen. Er wurde mit der BVB U17 2 Mal in Folge Deutscher Meister (2013/14 und 2014/15) und gewann mit der U19 im letzten Jahr (205/16) ebenfalls die Meisterschaft.

Unter ihm schafften Spieler wie Felix Passlack und Christian Pulisic den Sprung ins Profiteam der Schwarz-Gelben. Mit Akteuren wie Dzenis Burnic, Patrick Fritsch, Jacob Bruun Larsen und Janni-Luca Serra stehen weitere Talente aus der Wolf-Förderung im Fokus von Profi-Trainer Thomas Tuchel.

Was zeichnet Wolf aus?

Der 35-Jährige ist ein akribischer Arbeiter. Er hat sich als Trainer von der Bezirksliga bis in den 2. Bundesliga hochgearbeitet. Wolf zählt als eines der größten Trainer-Talente im deutschen Fußball. Er weiß mit jungen Spielern umzugehen, sie zu entwickeln und zu fordern. Auf seiner Station beim ASC Dortmund bewies er bereits mit jungen Jahren, dass er auch Senioren coachen kann – wenn auch keine Profis.

Aufgrund seines Förderer Jürgen Klopp, der ihn 2009 zum BVB holte, hat Wolf eine ähnliche Idee vom Fußball wie der heutige Liverpool-Trainer. Pressing, Gegenpressing und Geschwindigkeit sind wesentliche Elemente seiner Spielphilosophie. Doch auch bei Thomas Tuchel, mit dem Wolf im regen Austausch stand und eine gute Zusammenarbeit pflegte, guckte er sich einige Kniffe und Tricks ab.

Wie denken seine Vorgesetzten über ihn?

Ausschließlich positiv. Egal ob Klopp, Tuchel, Michael Zorc oder Hans-Joachim Watzke – Wolf genießt bei den BVB-Verantwortlichen großes Ansehen. Das wurde bei der Verabschiedung durch Zorc deutlich:

„Hannes Wolf hat beim BVB überragende Arbeit geleistet und viele Talente mitentwickelt. Ihm gebührt ein großes Dankeschön! Diese sich nun bietende Karriere-Chance konnten und wollten wir ihm nicht verbauen“

Trotz eines laufenden Vertrags ließ ihn der BVB zum VfB Stuttgart wechseln, obwohl er intern bereits als kommender Trainer der Schwarz-Gelben gehandelt wurde. Tuchel hat aber Vertrag bis 2018 und mindestens so lange hätte Wolf sich noch gedulden müssen. Aufgrund seiner Verdienste ließen ihn die BVB-Verantwortlichen ziehen – wenn auch nur sehr, sehr ungern.

Der VfB Stuttgart jedenfalls kann sich auf einen jungen und dynamischen Trainer freuen. Ob sich Wolf im Haifischbecken Profifußball genauso gut schlägt wie auf seinen vorherigen Stationen, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen. Das Zeug dazu hat er allemal.

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