Usain Bolt: Nicht der einzige, der die Sportart wechselt

Usain Bolt: Nicht der einzige, der die Sportart wechselt

Am Donnerstag und Freitag richteten sich viele Blicke nach Dortmund. Der Grund waren diesmal allerdings nicht die schwankenden Leistungen des BVB, sondern ein prominenter und mehr als ungewöhnlicher Trainingsgast. Der schnellste Mann der Welt, Usain Bolt, gab sich die Ehre und absolvierte 2 volle Trainingseinheiten. Der Weltrekordsprinter will den Weg in den professionellen Fußball also wirklich suchen, der Verein ist ihm dabei egal.

„Hauptsache in eine Top-Liga“, gab der Jamaikaner zu Protokoll. Aber ist Bolt der einzige Sportler, der die Sportart plötzlich gewechselt hat? Hier kommen ein paar weitere prominente Beispiele für einen sportlichen Seitenwechsel, die jedoch nicht immer von Erfolg gekrönt waren.

Leichtathletik

Zu den größten Legenden der sportlichen Vielseitigkeit gehört Mildred Ella Didrikson Zaharias. Die Amerikanerin gewann 1932 bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille im Speerwurf und über 80 Meter Hürden. Qualifiziert war Zaharias sogar für alle 5 ausgetragenen Leichtathletik-Disziplinen, durfte laut Statuten aber nur in 3 davon starten. Damit nicht genug: Zaharias war in 10 weiteren Sportarten aktiv. So spielte sie im Herren-Baseballteam der Brooklyn Dodgers und gewann nebenher im Golf noch zehn Major-Turniere.

Wintersport

Der Sprung vom Skilanglauf zum Biathlon ist relativ klein und die 3-fache Biathlon-Olympiasiegerin Kati Wilhelm nahm in beiden Sportarten an Olympischen Spielen teil. Ähnlich ist es auch beim Skispringen. Dort begannen viele Sportler zunächst als Nordische Kombinierer, strichen dann jedoch je nach Talent den Langlauf und wurden Spezialspringer. Das prominenteste Beispiel: Andreas Wellinger.

Kampfsport

Bill Goldberg wechselte nach seiner NFL-Karriere zum Wrestling und wurde dort zum Superstar. Der englische Fußballer Curtis Woodhouse (Birmingham City) wurde 2006 zum Box-Profi. Von 29 Kämpfen gewann er 22, hält sogar mehrfach nationale Titel. Der serbische Basketballer Darko Milicic hingegen ließ sich in seinem Kickbox-Debüt ebenso verprügeln wie der Wrestler CM Punk in seinem einzigen Versuch als Mixed Martial Arts-Kämpfer. Der berühmte Sumo-Ringer Akebono stieg als erster Nicht-Japaner in den höchsten Rang, den „Yokozuna“, auf. Seine darauffolgenden Karrieren im Kickboxen (ein Sieg, neun Niederlagen) und im Mixed Martial Arts (vier Niederlagen) endeten jedoch mehr als ernüchternd.

Vom Rasen auf das Eis

Der deutsch-türkische Fußballer Ilhan Mansiz, 2002 mit der Nationalmannschaft der Türkei WM-Dritter, wollte 2014 als Eiskunstläufer zu Olympia. Beim Qualifikationsversuch mit seiner Partnerin Olga Beständigova wurde er jedoch Letzter. Deutlich besser lief es hingegen bei Eric Heiden. Quasi auf dem Höhepunkt seiner Karriere sucht sich der 5-fache Eisschnelllauf-Olympiasieger eine neue Herausforderung und stieg auf das Rad um. 1986 nahm Heiden an der der Tour de France teil.

Fußballer beim Wrestling

Der ehemalige Nationalkeeper Tim Wiese kehrte zurück in der Champions League. Auch, wenn es diesmal die Champions League des Wrestlings handelt. So nannte Wiese den Wrestling-Konzern WWE, der neben Nahkampf-Ikonen wie Dwayne „The Rock“ Johnson und John Cena nun auch den ehemaligen Bundesliga-Torwart unter Vertrag hat. Ob er nach seinem Debüt in der Münchner Olympiahalle im Dezember 2016 noch weitere Auftritte von „The Machine“ geben wird, ließ der langjährige Profi von Werder Bremen offen.

King of the Ring: Tim Wiese (mitte) feiert zusammen mit Cesaro and Sheamus seinen Premierensieg!
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