Union Berlin: Die Bundesliga ist zum Greifen nah

Union Berlin: Die Bundesliga ist zum Greifen nah

Erfüllt sich Union Berlin nach 8 Jahren dauerhafte Zweitklassigkeit in dieser Saison den Traum vom Aufstieg in die Bundesliga? Die Köpenicker sind auf dem besten Weg, am Ende erstmals in ihrer 51-jährigen Klubgeschichte den Sprung ins Oberhaus zu schaffen. Dabei war der Aufstieg für diese Saison gar nicht ins Auge gefasst worden.

Seit der Saison 2009/10 spielt Union Berlin durchgängig in der 2. Bundesliga. Mit Rang 6 in der letzten Spielzeit legten die Eisernen ihre beste Platzierung in diesem Zeitraum hin. Im Jahr davor wurde mit Platz 7 – der bereits unter Uwe Neuhaus 2 Mal erreichte wurde – das zweitbeste Ergebnis eingefahren. Die guten Resultate kamen etwas überraschend, da Union zuletzt vermehrt durch Trainerwechsel für Schlagzeilen sorgte.

Norbert Düwel, Sascha Lewandowski und André Hofschneider traten seit Juli 2014 das Erbe von Neuhaus an, konnten den Traum von Präsident Dirk Zingler aber nicht erfüllen. Der Klubchef wünscht sich seit langem nichts mehr als den Aufstieg in die Bundesliga. Dieses Ziel wurde mit Jens Keller, der seit Sommer 2016 an der Seitenlinie der Eisernen steht, mittelfristig vereinbart. Dass nun bereits in der ersten Saison unter der Leitung des ehemaligen Schalke-Trainers der große Wurf gelingen könnte, damit haben im Union-Lager nur die Wenigsten gerechnet.

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Der Vater des Erfolgs: Jens Keller. Seine Bilanz in Pflichtspielen als Union-Trainer (14 S, 5 U, 6 N) kann sich sehen lassen.

Nach 23 Spieltagen rangieren die Berliner mit 44 Punkten auf Platz 2 der Liga. Zwar haben die Konkurrenten Hannover (42) und Braunschweig (40) eine Partie weniger absolviert, aber weiter zurück als auf Relegationsrang 3 kann Union an diesem Wochenende nicht fallen. Das Momentum spricht klar für die Hauptstädter. Zuletzt gab es 4 Siege in Folge, Würzburg (2:0) wurde am Freitagabend sogar in Unterzahl bezwungen. Seit 7 Spielen ist das Team ungeschlagen, kassierte mit dem 0:3 in Heidenheim nur eine Niederlage in den vergangenen 11 Begegnungen.

Union Berlin hat den Aufstieg in der eigenen Hand. In den restlichen 11 Spielen treffen die Köpenicker noch auf die gesamte Konkurrenz aus Stuttgart, Hannover und Braunschweig. In der Hinserie verlor die Keller-Elf kein einziges Duell gegen das Trio, sondern holte 7 von 9 möglichen Zählern. Kleiner Nachteil: Union muss gegen die anderen Aufstiegsfavoriten jeweils auswärts antreten.

Aber was macht die Berliner so stark? Auf den ersten Blick ist das gar nicht so leicht festzustellen. Union ist in keiner Kategorie das Nonplusultra, aber überall auf den vorderen Plätzen vertreten. Die Eisernen sind das zweitbeste Heim- und das viertbeste Auswärtsteam. Nur Hannover und Stuttgart (je 39 Tore) haben mehr Treffer erzielt und einzig Heidenheim (21) und Kaiserslautern (22) weniger Tore zugelassen als Union (Torverhältnis 37:23). Eine Stärke des Teams ist die mannschaftliche Geschlossenheit. Obwohl mit Colin Quaner der Topscorer den Klub im Winter in Richtung Huddersfield Town verließ, ist die Offensive nicht eingebrochen. Die Last ist auf vielen Schultern verteilt. Die Spieler sind im Spielsystem diszipliniert und setzen die Vorstellungen vom Trainer konsequent um. Jens Keller und Union Berlin – das passt! Aus Sicht der Berliner bleibt nur zur hoffen, dass dem Team nicht – wie bereits ein paar Mal passiert – im Endspurt der Atem ausgeht. Dann ist der Aufstieg in die Bundesliga in diesem Jahr zum Greifen nah.

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