Union Berlin: Darum war die Entlassung von Jens Keller ein Fehler

Union Berlin: Darum war die Entlassung von Jens Keller ein Fehler

Platz 4 nach 16 Spieltagen und Kontakt zur Spitze: Wie schon in der letzten Saison spielt der 1. FC Union Berlin in der 2. Bundesliga um den Aufstieg ins Oberhaus mit. Die Bilanz unter der Regie von Cheftrainer Jens Keller kann sich absolut sehen lassen. In 54 Spielen holten die Eisernen 92 Zähler – das ist ein Schnitt von 1,70 Punkten pro Spiel. Trotzdem trennte sich der Traditionsverein aus der Hauptstadt Anfang der Woche von Keller. Und alle fragen sich: Wieso?!

Beste Zweitliga-Saison der Vereinsgeschichte

Mit Keller spielte Union Berlin die beste Zweitliga-Saison der Vereinsgeschichte. Nie war Union dem Bundesliga-Aufstieg näher als in der Spielzeit 2016/17. Erst auf der Zielgeraden ging der Keller-Elf ein wenig die Puste aus. Mit 60 Punkten landete man auf Rang 4. In dieser Saison starteten die Eisernen den nächsten Angriff auf die höchste deutsche Spielklasse. Klar stehen die Berliner aktuell nicht auf Platz 1, 2 oder 3. Aber Union hält Tuchfühlung, hat gerade einmal 5 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Holstein Kiel.

Der Vereinsführung ist das aber zu wenig. Geschäftsführer Lutz Munack begründete die Freistellung des 47-jährigen Fußball-Lehrers wie folgt: „Es ist ein harter Schnitt, den wir vollziehen, weil wir ihn für notwendig halten. Mit unserer Spielweise und den Ergebnissen in den letzten Wochen werden wir nicht den Ansprüchen gerecht, die wir klar formuliert und mit der Gestaltung des Kaders im Sommer deutlich untermauert haben.“

Kein attraktiver, aber erfolgreicher Fußball

In einem Punkt kann man Herrn Munack Recht geben: Jens Keller ist sicherlich nicht dafür bekannt, seine Mannschaften attraktiven Fußball spielen zu lassen. Wenn es etwas zu nörgeln gibt, ist das also ganz klar die Spielweise. Schon zu seiner Zeit beim Bundesligisten FC Schalke gab es für die Fans nicht viel zu staunen. Reiner Ergebnisfußball, null Spektakel – Spiele mit Beteiligung der Königsblauen waren alles andere als ein Augenschmaus.

Aber: Schon auf Schalke wurde Keller Unrecht getan. Denn auch in Gelsenkirchen stimmten meist die Ergebnisse. Einen ähnlich guten Punkteschnitt (1,60) können bis heute nicht viele S04-Trainer vorweisen. Und der gebürtige Stuttgarter war immerhin 76 Spiele im Amt – das ist bei Schalke bei weitem nicht selbstverständlich.

Hier hatte er noch gut lachen: Jens Keller.

Die riskante Trainer-Lösung

Man mag also von Jens Keller halten, was man will. Aber die Statistiken beweisen, dass er bisher nie schlechte Arbeit geleistet hat. Und Union Berlin hat es auch ihm zu verdanken, dass sich der Verein seit der letzten Saison in der Spitzengruppe der 2. Bundesliga etabliert hat. Zumindest bis Saisonende hätte es Keller auf jeden Fall verdient gehabt, im Amt zu bleiben. Wenn das große ausgegebene Ziel Bundesliga-Aufstieg dann schon wieder nicht erreicht worden wäre, hätten die Verantwortlichen immer noch reagieren können. Aber eine so plötzliche Trennung von Keller war sicher nicht die beste Lösung.

Hinzu kommt, dass die Hauptstädter ab sofort mit André Hofschneider von jemandem betreut werden, der als Cheftrainer kaum Profi-Erfahrung mitbringt. Von Februar bis Juni 2016 leitete er die erste Mannschaft von Union interimsweise. Seit Sommer war er für die U 19 der Eisernen zuständig. Den Verein kennt Hofschneider allerdings in- und auswendig. Von Juli 2007 bis Februar 2016 arbeitete der 47-jährige Berliner als Co-Trainer bei den Rot-Weißen.

Zumindest die Klubverantwortlichen sind absolut davon überzeugt, dass Hofschneider der Richtige ist und statteten den 47-Jährigen auf Anhieb mit einem Vertrag bis 2019 aus. Seine erste Bewährungsprobe steht am Samstag in der Partie gegen Dynamo Dresden (ab 13 Uhr) auf dem Programm. Der Druck für Hofschneider ist definitiv groß. Ein kurzfristiges Erfolgserlebnis wird gefordert. Gibt es für Union Berlin einen Heimsieg gegen Dresden? Quote 1.90!

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