Uli Stein & Co.: Die Rekordsperren der Bundesliga

Uli Stein & Co.: Die Rekordsperren der Bundesliga

Es war das härteste Bundesliga-Foul 2016: Der Mainzer Jose Rodriguez säbelt trotz 3:1-Führung in Augsburg Gegenspieler Dominik Kohr mit gestrecktem Bein um. Die Folge: Kohr muss mit Verdacht auf Schien- und Wadenbeinbruch ins Krankenhaus gebracht werden, Rodriguez, der zudem noch sein Bundesliga-Debüt gab, musste nur 5 Minuten nach seiner Einwechslung mit Rot vom Platz. Glück im Unglück für Kohr: Der Augsburger erlitt nur eine Fleischwunde und fällt damit einige Wochen aus. Rodriguez wurde jetzt vom Sportgericht für 5 Partien gesperrt. Damit schafft er es aber noch lange nicht unter die Top-Sperren der Bundesliga.

Levan Kobiashvili (Hertha BSC): Für satte 30 Wochen musste Levan Kobiashvili in der Saison 2012/13 zuschauen. Der Georgier hatte im Relegationsspiel mit seiner Hertha gegen Fortuna Düsseldorf (2:2) Schiedsrichter Wolfgang Stark nach dem Abpfiff der Partie geschlagen. Trotz des Geständnisses wurde der ehemalige Freiburger und Schalker für über 7 Monate gesperrt. Der Defensivakteur durfte in dieser Zeit weder Pflicht- noch Freundschaftsspiele für die Hauptstädter bestreiten. Anschließend absolvierte er noch 11 Zweitliga- und 15 Erstliga-Spiele.

Timo Konietzka (TSV 1860 München): Einen ähnlichen Fauxpas erlaubte sich Timo Konietzka in der Saison 1966/67 gegen Borussia Dortmund. Der Torschütze des ersten Bundesliga-Tores überhaupt attackierte Schiedsrichter Spinnler tätlich. Anschließend wurde Konietzka für 6 Monate aus dem Verkehr gezogen.

Erwin Kremers (FC Schalke 04): Nicht ganz so brutal verabschiedete sich Erwin Kremers 1974 für 3,5 Monate aus der Bundesliga. Der Schalker beschimpfte allerdings Schiri Max Klauser als „Blöde Sau“. Keine sehr gute Idee. Denn die Sperre kostete ihn auch seinen Platz im WM-Aufgebot. Wegen seiner Schiedsrichterbeleidigung wurde er somit kein Weltmeister. Blöd gelaufen.

Manfred Wagner (TSV 1860 München): Noch einmal der TSV 1860 München. Noch einmal in der Saison 1966/67. Noch einmal das Spiel gegen Borussia Dortmund. Auch Manfred Wagner verhielt sich gegenüber Schiedsrichter Spinnler nicht ganz korrekt. Der Mannschaftskamerad von Konietzka zog den Schiri heftig am Arm und musste daraufhin für 3 Monate zuschauen.

Norbert Meier (MSV Duisburg): Ausnahmsweise mal nicht das Duell Schiedsrichter gegen Spieler. Dieses Mal waren ein Trainer und ein gegnerischer Akteur nicht derselben Meinung. Konkret geht es um den berühmten Kopfstoß von Norbert Meier gegen Albert Streit. Meier verpasste Streit eine Kopfnuss, ließ sich danach jedoch selbst theatralisch zu Boden fallen und mimte das Opfer. Klappte jedoch nicht so ganz. Er wurde vom Sportgericht für 3 Monate gesperrt.

Uli Stein (Hamburger SV): Ein Kind von Traurigkeit war Uli Stein nie. Erst der Supenkasperskandal bei der Weltmeisterschaft 1986, dann der Faustschlag im Supercup gegen Jürgen Wegmann. Während ihn der Skandal bei der WM seine Nationalmannschaftskarriere kostete, wurde er nach dem Supercup „nur“ für 10 Wochen gesperrt.

Axel Kruse (VfB Stuttgart): Und wieder einmal der Klassiker „Spieler vs. Schiedsrichter“. Axel Kruse war 1993 nicht so ganz mit der Leistung von Schiri Osmers zufrieden. Der hatte ein Handspiel von FCK-Verteidiger Miroslav Kadlec übersehen. Kruse kommentierte das mit „Osmers, was pfeifen Sie für eine Scheiße?“. Die Folge: Rote Karte. Kruses Reaktion: Der Stinkefinger. Strafe: 10 Wochen Sperre.

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Ein kurioses Bild – sowohl Meier (l.) als auch Streit (r.) liegen nach dem Kopfstoß des Trainers auf dem Boden
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