Trotz Trainer-Entlassung: Mainz 05 bleibt seinem Weg treu

Trotz Trainer-Entlassung: Mainz 05 bleibt seinem Weg treu

Haarscharf ist der FSV Mainz 05 dem Abstieg aus der Bundesliga entgangen. Das Erstaunliche: Im Gegensatz zu den Konkurrenten im Tabellen-Keller blieben die Rheinhessen ihrem Trainer Martin Schmidt die gesamte Spielzeit lang treu. Am Montag nach dem Saisonfinale gaben die 05er dann aber doch die Trennung vom Schweizer bekannt. Der zunächst ungewöhnlich anmutende Schritt passt allerdings zu dem Weg, den die Mainzer seit vielen Jahren verfolgen.

„Wir benötigen nach dieser schwierigen Saison im Sommer einen neuen Impuls und eine mittelfristige Entwicklungsperspektive, die in dieser Konstellation nicht gegeben war,“ begründete Sportdirektor Rouven Schröder die einvernehmliche Entscheidung. Diese Worte hätten genauso gut von seinem Vorgänger Christian Heidel stammen können.

Mainz bleibt Mainz

Als Heidel Schmidt im Februar 2015 vom Coach der U23-Mannschaft zum Cheftrainer der 05er beförderte, erhoffte sich der FSV ebenfalls neue Impulse und Perspektiven. Auch die Amtsübernahme von Thomas Tuchel fand unter nahezu den gleichen Gesichtspunkten statt. Auf frischen Wind und neue Einflüsse, ohne die Vereins-Philosophie über den Haufen zu werfen, bauen die Mainzer auch diesmal. Der seit Jürgen Klopp eingeschlagene Weg steht bei den Rheinhessen an oberster Stelle und ist bisweilen sehr erfolgreich.

Tuchel führte die Mainzer 2011 in der Saison nach seinem Amtsantritt in die Europa League. Schmidt tat es ihm 5 Jahre später gleich. Das Konzept der gelegentlichen Wiederauffrischung und Impulsgebung scheint aufzugehen. Seit dem Wiederaufstieg in die Bundesliga 2009 belegten die 05er in 4 der 8 Spielzeiten einen Platz in der oberen Tabellenhälfte – eine gute Ausbeute gemessen an den eher geringen finanziellen Mitteln mit denen der FSV haushaltet. Die Anhänger können sich berechtigte Hoffnungen machen, dass es mit ihrem Klub nach dem Trainer-Wechsel wieder aufwärtsgeht.

Klassenerhalt! Schmidt und Schröder fallen sich in die Arme.
Die Mission „Mainz bleibt 1“ hat Schmidt noch ausgeführt, anschließend wurde die Zusammenarbeit beendet.

Erfolgs-Trainer made by Mainz

Trainerfresser sind die 05er wahrlich nicht! Seit es Klopp 2008 zum BVB zog, wechselte der FSV nur 4-mal den Übungsleiter. Das Besondere: 3 der 4 Trainer in der Bundesliga-Geschichte der Mainzer kamen aus den eigenen Reihen. Klopp wurde vom Spieler zum Trainer, Tuchel coachte zuvor die A-Jugend und Schmidt die 2. Mannschaft. Einzig Schmidts Vorgänger Kasper Hjulmand hatte keine FSV-Vergangenheit bevor er dort ins Amt trat – er hielt sich keine komplette Spielzeit und damit von allen am kürzesten.

Da ist es wenig verwunderlich, dass die Suche nach einem geeigneten Nachfolger für Schmidt im Verein beginnt. Sandro Schwarz, Trainer der Mainzer U23-Mannschaft, gilt derzeit als heißestes Eisen auf den Posten an der Seitenlinie. Der frühere Klopp-Mitspieler ist zwar mit der 2. Garde aus der 3. Liga abgestiegen, Boss Schröder bestätigt aber Schwarz sei ein Kandidat. Der Sportdirektor teilt jedoch auch mit: „Nur weil es hier schon öfter so war, muss nun nicht wieder einer aus den eigenen Reihen Trainer werden“. Bodenständig, demütig und bereit Spieler zu entwickeln soll der Neue sein – passend zur Vereinsphilosophie eben. Diese trägt Schwarz jedenfalls im Herzen.

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