Terodde und Co.: Torschützenkönige im „Unterhaus“ auf dem Sprung...

Terodde und Co.: Torschützenkönige im „Unterhaus“ auf dem Sprung…

Geht es rein nach den aktuellen Zahlen, dann steht Simon Terodde vom VfB Stuttgart vor einer goldenen Zukunft. Der VfB-Stürmer führt mit 23 Treffern aus 31 Spielen die Torjägerliste der 2. Liga  an, wird seinen Titel als bester Knipser im „Unterhaus“ wohl verteidigen – und steht damit in einer Reihe von höchst prominenten Spielern. Nicht selten war der Titel „Torschützenkönig der 2. Liga“ der Auftakt einer Weltkarriere. Rudi Völler, Lukas Podolski oder Andrij Voronin lassen grüßen…

Simon Terodde kann eigentlich schon den Feiermodus einschalten. Selbst wenn seinem ärgsten Konkurrenten Martin Harnik von Hannover 96 am Sonntag in Sandhausen das scheinbar Unmögliche, 6 Tore in einem Spiel, gelingen sollte, wird der Stürmer vom VfB Stuttgart seinen persönlichen Titel als Torschützenkönig der 2. Liga verteidigen. Mit 23 Treffern liegt der Stuttgarter, vor der Saison für € 3 Mio. vom VfL Bochum in die Schwaben-Metropole gewechselt, 6 Treffer vor Harnik.

Damit zieht Terodde – schaut man nur auf die 2-gleisige 2. Liga seit 1981 – in den exklusiven Kreis der Spieler ein, die sich diese Auszeichnung 2-mal sicherten. Niedersachsen-Legende Siegfried „Sigi“ Reich war 1987 (in Hannover) und 1993 beim VfL Wolfsburg bester Torjäger im „Unterhaus“. Angelo Vier, der für den FC Gütersloh und Rot-Weiß Essen stürmte, stand 1997 und 1998 an der Spitze des Torjäger-Klassements. Nürnbergs Idol Marek Mintal war 2004 und 2009 Knipser Nr. 1 in der 2. Liga. „König“ Artur Wichniarek gelang zuletzt 2001/2002 in Diensten von Arminia Bielefeld die Titelverteidigung.

Als Top-Torjäger der 2. Liga ist Simon Terodde in bester Gesellschaft. Nicht selten war der Torjäger-Titel das „Ticket to ride“, Startschuss für eine ganz große Karriere. „Obwohl der VfB ein paar schnelle und technisch beschlagene Stürmer hat, ist Simon in der Offensive mit Abstand der wichtigste Mann, eine Art Lebensversicherung für die Mannschaft. Er verkörpert den klassischen Mittelstürmer“, sagt Ex-VfB-Manager Dieter Hoeneß über ihn. Gewiss, mit 28 Jahren ist Terodde nicht mehr der Jüngste, dennoch kann er seine Torjägerqualitäten im kommenden Jahr auch in der 1. Liga unter Beweis stellen.

Völler und Podolski: Von der 2. Liga in den Fußball-Olymp

Dies gelang 1981/82 auch einem jungen Wahl-Münchner namens Rudi Völler. In Diensten der Löwen von 1860 erzielte der gebürtige Hesse 37 Tore im „Unterhaus“.

Vom Zweitliga-Torschützenkönig zum Weltmeister – diesen erstaunlichen Karriereweg nahm neben Rudi Völler auch der Kölner Lukas Podolski.  „Prinz Poldi“ wurde 2005 mit 24 Treffern bester Schütze der Zweitligasaison. Mit 49 Toren in 130 Länderspielen und auf den Karrierestationen Köln, FC Bayern und FC Arsenal wurde er zum absoluten Publikumsliebling.

Mit 30 Treffern im Trikot des MSV Duisburg empfahl sich ein gewisser Roland Wohlfarth 1983/84 für höhere Aufgaben – und wurde direkt vom FC Bayern München verpflichtet. Vor seiner 1. Saison beim FCB als Bankdrücker geschmäht, gelangen Wohlfarth im Premierenjahr an der Isar 12 Tore in 32 BL-Spielen, 1989 (zusammen mit dem Kölner Thomas Allofs) und 1991 sicherte sich Wohlfarth die begehrte „Torjägerkanone“. 1986 schoss er die Bayern mit 3 Treffern im Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart (5:2) im Alleingang zum Titel, auch das Endspiel beim 1. FC Köln im April 1989 entschieden die Münchner dank Wohlfarth für sich. Zwar kommt Roland Wohlfarth nur auf 2 A-Länderspiele, eine Bayern-Legende ist er aber allemal.

Wohlfarth und Burgsmüller: Viel zu selten im DFB-Trikot

Nicht wesentlich mehr Länderspiele verbuchte ein Blondschopf namens Manfred Burgsmüller. Der Essener, 1985 Torschützenkönig im Dress von Rot-Weiß Oberhausen, avancierte später bei Borussia Dortmund zum Rekord-Torjäger (135 Treffer). Für Deutschland spielte „Manni“ aber nur 3-mal.

2003 weinte Mainz 05 – 20 Tore des ukrainischen Stürmers Andrij Voronin waren nicht genug, um in die Bundesliga aufzusteigen. Voronin wechselte als Zweitliga-Top-Torjäger dennoch in die 1. Liga. Nach nur einer Saison beim 1. FC Köln gelang ihm bei Bayer 04 Leverkusen der Durchbruch – 32 Tore in 92 Liga-Spielen, ehe er ab 2007 an der Anfield Road in Liverpool knipste. Höhepunkt für den 76-fachen Nationalspieler der Ukraine war die WM-Premiere des Landes 2006.

Schon in jungen Jahren auf dem Weg zum Idol: Lukas Podolski beim 1. FC Köln, 2004/2005.

 

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