Top-Trainer: Was braucht es, um einen Spitzenklub zu führen?

Top-Trainer: Was braucht es, um einen Spitzenklub zu führen?

In diesem Sommer gab es mehrere große Veränderungen an der Spitze der europäischen Spitzenteams. Carlo Ancelotti kehrte vom FC Everton zu Real Madrid zurück, Julian Nagelsmann wechselte von RB Leipzig zum FC Bayern, Juventus stellte Massimiliano Allegri erneut ein und Antonio Conte verließ Inter Mailand. Aber welche Fähigkeiten werden benötigt, um den Posten bei einem Elite-Klub zu bekommen? Die bwin News Infografik zeichnet das Anforderungsprofil für einen Top-Trainer.

Die bwin Redaktion aus Großbritannien hat sich jede Besetzung des Trainer-Postens bei einem großen europäischen Spitzenverein im letzten Jahrzehnt angesehen und die Gemeinsamkeiten der Top-Trainer aufgeschlüsselt. Sie haben Spitzenverein folgendermaßen definiert: Eine Mannschaft, die mindestens 5 Mal das Viertelfinale der Champions League erreicht hat und in einer der Top-5-Ligen Europas beheimatet ist.

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Anhand dieser Rahmenbedingungen gab es insgesamt 72 zu analysierende Trainer-Amtszeiten, wobei der Erfolg jedes einzelnen anhand seiner Leistung in den Liga- und Pokalwettbewerben im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt des Klubs bewertet wurde. Zum Beispiel kann eine Trainer-Amtszeit bei Lyon als Erfolg gewertet werden, aber die gleichen Leistungen reichen möglicherweise nicht aus, um die Messlatte für einen reicheren Verein wie Chelsea ebenfalls als Erfolg zu werten.

Das beste Trainer-Alter: Mitte 40!

Wenn die Zeit von Julian Nagelsmann (34) beim deutschen Meister Bayern erfolgreich werden soll, muss er deutlich besser abschneiden als der durchschnittliche Dreißigjährige.

Die meisten Trainer unter 40, die in den letzten 10 Spielzeiten die Zügel einer europäischen Top-Mannschaft übernahmen, konnten das Vertrauen des Vorstands nicht zurückgezahlen. Andre Villas-Boas beim FC Chelsea und Clarence Seedorfs Kurz-Engagement bei Milan sind dafür beste Beispiele.

Übungsleiter in ihren Vierzigern, besonders diejenigen, die auf die 50 zugehen, haben sich in der Regel am besten entwickelt. Mehr als die Hälfte von ihnen konnte einem Verein zum Erfolg führen. Die Premier-League-Sieger Pep Guardiola und Jürgen Klopp sind die jüngsten Beispiele für die Qualität dieser Altersgruppe.

Top-Spieler können auch Top-Trainer werden

Der Gedanke, dass ein Spieler, der auf dem Platz überragend war, diese Siegermentalität nach seiner Pensionierung auf andere übertragen und auch ein Top-Trainer werden kann, hat einen gewissen Optimismus. Aber diese Logik zahlt sich oft aus.

Bosse mit glitzernden Karrieren schnitten tendenziell besser ab als diejenigen, die weniger erreicht hatten, wobei Zinedine Zidanes trophäenbeladene Zeiten bei Real Madrid ein starkes aktuelles Beispiel sind.

Ligen-Erfahrung wird überbewertet

Ein Faktor, der von Journalisten und Experten im Zuge der Bekanntgabe eines neuen Managers oft diskutiert wird, ist, ob sie „die Liga kennen“.

Frühere Erfahrungen mit der Division als Spieler oder als Verantwortlicher eines anderen Klubs scheinen von Vorteil zu sein. Aber die ausgewertete Statistik deutet darauf hin, dass dies nicht der Fall ist.

Neue Manager, ohne vorherige Spiel- oder Führungsrollen in derselben Liga, haben in mehr als der Hälfte der Fälle Erfolg gehabt. Manuel Pellegrini (Manchester City) und Antonio Conte (Chelsea) führten ihre Klubs zu Meistertiteln, obwohl sie keine Erfahrung mit der Arbeit im englischen Fußball hatten.

Gegenbeispiele sind Leonardo und Vincenzo Montella. Beide hielten sich jeweils nur eine einzige Saison bei einem der Mailänder Vereine, obwohl sie zuvor jahrelang in der Serie A spielten.

Gesamt-Erfahrung ist alles

Unabhängig vom Alter eines Managers, seiner Spielerkarriere oder seiner bisherigen Tätigkeit legen die Daten nahe, dass eine gewisse Vorerfahrung in der Leitung eines Fußballvereins erforderlich ist. Wer seine ersten Schritte direkt an der Spitze eines europäischen Giganten gemacht hat, ist oftmals gescheitert.

Das enttäuschende Debüt von Andrea Pirlo bei Juventus, das die Serie von 9 aufeinanderfolgenden Scudettos in Folge beendete, und Thierry Henrys katastrophale Zeit bei Monaco sind starke Beispiele dafür, warum die Ernennung eines Rookie-Trainers ein großes Risiko darstellt.

Diejenigen mit 3 bis 6 früheren Führungspositionen oder 6 bis 10 Jahren Erfahrung als Cheftrainer haben am besten abgeschnitten und ihre neuen Klubs in fast 2 Drittel der Fälle zum Erfolg geführt. Es mag ein Klischee sein, aber bereits eine große Trophäe gewonnen zu haben, korreliert auch gut mit der Fähigkeit, mehr zu erwerben.

Stallgeruch ist von Vorteil

Trainer, die bereits zuvor auf der Gehaltsliste des Klubs standen, waren mehr als doppelt so oft erfolgreich wie diejenigen ohne Bezug zu ihren neuen Arbeitgebern.

Der ehemalige Barcelona-Star Luis Enrique hatte vor seiner Ernennung zum Coach der Katalanen einen leeren Trophäenschrank, verließ den Verein jedoch mit 2 Meistertiteln, 3 Copa del Reys und einem Champions-League-Sieg.

Einen ganz ähnlichen Weg ging zuletzt Hansi Flick, der nach seiner Rückkehr zum FC Bayern München auf Anhieb sowohl die Bundesliga als auch die Champions League gewann.

 

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